Daguerreotypien
Die Geschichte der modernen Fotografie beginnt mit der Daguerreotypie, dem ersten praktikablen fotografischen Verfahren, das nach einer längeren Entwicklungsphase von dem französischen Theatermaler Louis Daguerre (1787–1851) entwickelt und 1839 veröffentlicht wurde. Das komplizierte Verfahren, im Zuge dessen eine silberbeschichtete Kupferplatte mit Joddämpfen zu einem lichtempfindlichen Objekt gemacht wird, produziert ausschließlich Unikate. Ihre Wertigkeit für museale Sammlungen ist daher besonders hoch.
Das Städtische Museum Göttingen besitzt ein Konvolut von Daguerreotypien, deren Existenz mit zwei Personen in Verbindung steht. Der Chemiker Karl Himly, der von1842 bis 1846 an der Georgia Augusta eine außerordentliche Professur bekleidete, entwickelte ein neues Verfahren, indem er die Kupferplatte mit einem Goldüberzug versah und so die Haltbarkeit und Deutlichkeit des Bildes verbesserte. Die praktische Anwendbarkeit des Verfahrens geht in Göttingen auf eine andere Person zurück. Die ältesten Daguerreotypien des Museums wurden von dem Fotografen Philipp Petri (1800–1868) angefertigt, den der Historiker Thomas Appel, als „Fotopionier“ und „Fotograf der ersten Stunde“ bezeichnete (Göttinger Jahrbuch 2023, S. 103). Der Großteil der Sammlung stammt aus dem Besitz von Marie Fobbe, der Enkelin von Philipp Petri.