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Highlights aus allen Sammlungen

1804 erwarb Herzog Peter Friedrich Ludwig die Gemäldesammlung des Malers Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. Diese wurde zum Grundstock der Großherzoglichen Gemäldegalerie und damit zum Ausgangspunkt der heutigen Galerie Alte Meister. Großherzog Nikolaus Friedrich Peter baute die Sammlung in der Mitte des 19. Jahrhunderts beträchtlich aus und erwarb in Italien, Frankreich und Deutschland hochrangige Gemälde, die der Galerie zu internationalem Ruhm verhalfen. Mit dem Ende des Kaiserreichs und der erzwungenen Abdankung des Großherzogs 1918 wurde die Großherzogliche Gemäldegalerie zerschlagen. Die eine Hälfte der Sammlung wurde vom Großherzog verkauft, während der Freistaat Oldenburg den anderen Teil erwarb und ihn im neugegründeten Landesmuseum im Oldenburger Schloss ausstellte. Die Galerie Alte Meister umfasst heute Werke italienischer, niederländischer, französischer und deutscher Malerei vom 15. bis zum 18. Jahrhundert, darunter hervorragende Gemälde von Lucas Cranach, Joos van Cleve, Jan van Scorel, Francesco Salviati, Bartholomäus Spranger, Frans Francken, Gerrit Willemsz. Heda, Jacob Jordaens, Guido Reni, Johann Liss, Christian Wilhelm Dietrich und Phillip Loutherbourg.
Die vielseitige Sammlung der Galerie Neue Meister, deren Beginn eng mit der Kunstsammlung der oldenburgischen Großherzoge und dem Wunsch des Bürgertums nach einer – von den herzoglichen Vorlieben unabhängigen – Staatlichen Galerie Neuerer Malerei verknüpft ist, hat sich in mehr als 100 Jahren zu einer bedeutenden Sammlung von internationalem Niveau entwickelt. Als das Landesmuseum im Oldenburger Schloss eröffnete, war die „Moderne Galerie“ der Sammlung, mit Werken des Expressionismus, ein identitätsstiftender Teil des Museums. Im Laufe der Jahrzehnte entstand eine umfassende Kollektion vor allem deutscher Kunst, vom Klassizismus bis in die Gegenwart, die durch gezielte Ankäufe und großzügige Schenkungen weiter gewachsen ist. Von Carus und Spitzweg über Böcklin, Feuerbach, Liebermann, Slevogt, Corinth, Beckmann, Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff, Ernst und Radziwill bis zu Baumeister, Nay, Meistermann, Heisig und Stelzmann sind die bedeutenden Künstlerpositionen des 19. und 20. Jahrhunderts im Landesmuseum vertreten. Die Skulpturensammlung umfasst herausragende Werke von Eberlein, Archipenko, Wauer, Sintenis, Mataré, Kollwitz und anderen.
Rund 15.000 Blatt Handzeichnungen und Druckgrafik vom Klassizismus bis zur Gegenwart befinden sich in der Grafischen Sammlung des Landemuseums. Aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit können sie nicht ständig ausgestellt werden.
Die Abteilung Kulturgeschichte wurde 1990 eingerichtet mit dem Ziel, die materielle Kulturgeschichte des Oldenburger Landes in ihren vielfältigen Facetten, von der kirchlichen Kunst über das Handwerk und das Justizwesen bis zur Wohnkultur stärker als bisher in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen und darüber hinaus das Profil des Museums durch nationale und europäische Ausstellungen zu schärfen. Prägend für den Bestand dieser Abteilung ist die vielseitige historische Sammlung des 1923 eröffneten Landesmuseums, deren Grundstock die 1838 entstandene öffentlich zugängliche Großherzogliche Altertümersammlung mit etwa 2.300 Objekten ist. Weitere wichtige Ergänzungen der Bestände erfolgten 1937 durch die Waffensammlung des Herzogs Georg Ludwig (1855-1939) und 1954 durch die Staatliche Münzsammlung. Mittlerweile ist die Sammlung auf etwa 8.000 Gegenstände angewachsen, die aus allen Epochen und aus verschiedenen Regionen Europas, vor allem aber aus dem Oldenburger Raum stammen. Die Dauerausstellung zur oldenburgischen Landesgeschichte im Oldenburger Schloss zeigt anhand von etwa 400 Objekten verschiedene Erscheinungsformen des Alltagslebens in der Region vom Mittelalter bis in die 1960er Jahre.
Der Grundstock der Sammlung Kunsthandwerk stammt aus dem ehemaligen Oldenburger Kunstgewerbemuseum (1886-1916). Dieses Museum, entstanden im Zeitgeist des Historismus, war seinerzeit als reine Vorbildsammlung für Handwerker konzipiert und nach Materialgruppen geordnet. Sammlungsziel war ein möglichst vollständiger Überblick über die Erscheinungsformen historischer Stile von der Gotik bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die Herkunft der Objekte spielte keine wesentliche Rolle. Eher seltene Proben heimischen Kunsthandwerkes wurden vielfach durch Objekte aus dem süd- oder westdeutschen Kunsthandel oder im Tausch mit anderen Museen ähnlicher Ausrichtung ergänzt. Heute bilden rund 7.000 Objekte aus Fayence oder Porzellan, Elfenbein, Textilien und Möbel die Kunstgewerbe-Sammlung. Sie stammen aus der Zeit des Hohen Mittelalters bis zur Gegenwart. Im Oldenburger Schloss werden rund 350 kunsthandwerkliche und Design-Objekte gezeigt, die das in allen kulturgeschichtlichen Epochen festzustellende Bemühen verdeutlichen, gewöhnliches Gebrauchsgut ästhetisch aufzuwerten und vorbildlich zu gestalten.
Mit der Sammlung Blechspielzeug des deutschen Cartoonisten und Malers Bernd Pfarr (1958-2004) und der Papiertheatersammlung des Dänen Helge Schenstrøm (1910-1988) präsentiert das Landesmuseum zwei Schwerpunkte der Spielzeugindustrie des frühen 20. Jahrhunderts. Dabei zeigt sich beim Künstler Pfarr, wie sehr seine Sammelleidenschaft vorzugsweise für Blechautos mit Aufziehmotor aus der Zeit von 1920-1935 auch auf sein künstlerisches Werk einwirkte. Währenddessen bietet Schenstrøms Papiertheatersammlung einen Einblick in die Spielwelt von Kindern des gehobenen Bürgertums im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Seit 2011 werden die vielfältigen Sammlungen des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg im Zuge systematischer Provenienzforschung auf ihre Herkunft und die Erwerbungszusammenhänge überprüft. Ermöglicht wurde dies zunächst durch Mittel des Landes Niedersachsen und später durch die Förderung des Bundes. Von den über 30.000 Kunstwerken und kulturhistorischen Objekten, die sich in den Sammlungen des Landesmuseums befinden, müssen rund 20.500 Exponate auf den Prüfstand gestellt werden. Bis heute konnten zahlreiche Werke und Objekte als dringende Verdachtsfälle identifiziert werden; zwei Objekte aus dem Bestand der kunstgewerblichen Sammlung waren bereits 2014 Gegenstand eines Restitutionsverfahrens und konnten an die Erben des niederländischen Kunst- und Antiquitätenhändlers Mozes Mogrobi zurückgegeben werden. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind die Recherchen zu den Gemälde-, Möbel- und Grafikbeständen sowie die Themen „Hollandmöbel“ und „Kunsthandel im Gau Weser-Ems“.
Zugehörige Institution
Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg


Objekte der Sammlung
0
Treffer

Themen der Sammlung
Skulptur
Völkerkunde
Grafik
Numismatik
Waffen + Rüstungen

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