Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0)
Rechteinhaber: Digitalisierungszentrum der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
Die Rasenmühl : [kolorierte Zeichnung]
Allgemein
- Kategorie:
- Grafik
- UrheberIn/BeteiligteR:
- Heinze, R. A.
- Datierung:
- ca. 1775
- Material / Technik:
- Zeichnung kolloriert
- Maße / Umfang:
- 185 x 120 mm
Inhalt
- Beschreibung:
- Das Stammbuchblatt ist dem Stammbuch des Studenten R. A. Heinze entnommen und wurde 1925 von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek aus Privatbesitz angekauft. Das Stammbuch enthält 288 Seiten von den nur wenige meist zu Anfang eingebundene Blätter mit Graphiken oder Bildern versehen sind. Diese tragen jeweils keine Widmung für den Stammbuchbesitzer. Anfang des 15. Jahrhunderts war die nördlich von Mengershausen gelegene Rasemühle im Besitz des Klosters Hilwartshausen. 1824 verkaufte die Stadt Göttingen ca. 15 ha Land zur Anlage einer neuen Mühle. Die Räume der inzwischen stillgelegten Mühle wurden einer gewerblichen Nutzung zugeführt. Es wurde in der Rasemühle eine Ausflugsgastwirtschaft mit Biergartenbetrieb eingerichtet, die durch die neue Universität im rund 5 km entfernten Göttingen gefördert wurde. Der sogenannte „Lustort Göttinger Burschenherrlichkeit“ zog neben Studenten auch viele Göttinger an. Dem Ort hing zeitweise der zweifelhafte Ruf einer gewissen Lust- und Lasterhaftigkeit an. Heinrich Heine verewigte diesen Ort nach seinem eigenen Aufenthalt in seiner Harzreise (1824) als „die blutigen Wahlstätten der Rasemühle“. In weiteren Beschreibungen wird „allerlei Unfug hinter den Gardinen der Rasemühle“ beklagt. Im linken Bildrand ist der Mühlteich zu erkennen, weiter zur Bildmitte hin befinden sich Plätze für Besucher, die hier lautstark im Gespräch (angedeutet durch die Satzsequenzen) sind. Rechts ist eine kleiner Pflanzgarten angelegt, der von mehreren Bäumen umsäumt ist und ganz rechts in einer Baum gesäumten Allee ausläuft. Die Bildmitte wird durch das Mühlhaus mit dem links angrenzenden Mühlrad dominiert. Die das Bild bevölkernden Personen sind in den Kleider der Zeit abgebildet und stehen in kleineren Gruppen im regen Gespräch bei Getränken (vermutlich Wein oder Bier aufgrund der Becherform) zusammen. Einige der abgebildeten Zecher prosten sich mit einem entsprechenden Gruß zu. Ein Herr bietet zwei Damen ein Getränk mit den Worten "Laßen Sie sich doch erbitten" an. Über den Zeichner ist nichts bekannt. Mit der Gründung eines Sanatoriums fand 1903 die gastronomische Nutzung des Geländes ein Ende. Auf dem damaligen Gelände der Rasemühle befindet sich heute das Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn für Psychotherapie, Psychiatrie und psychosomatische Medizin.
siehe: Brednich, Rolf Wilhelm: Denkmale der Freundschaft. Friedland 1997, S.57. siehe: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Asklepios_Fachklinikum_Tiefenbrunn&oldid=82243968
Weitere Informationen
Administrative Daten
- Link zur Seite:
- https://ku-ni.de/isil_DE-7_sttb_8_cod_ms_hist_lit_48t_173
- Anmerkung zum Original:
- Dieses Exponat befindet sich nicht im öffentlich zugänglichen Bereich und kann daher nur nach vorheriger Rücksprache zur Verfügung gestellt werden.
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- Lizenz der Digitalisate:
- Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0)