Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)
Rechteinhaber: Städtisches Museum Göttingen
Beschneidungskasten
Allgemein
- Kategorie:
- Alltagskultur
- Datierung:
- 18./19. Jahrhundert
- Material / Technik:
- Pergament
Seide
Metall
Glas
Leinen
Pappe
- Maße / Umfang:
- Höhe: 45 mm
Breite: 320 mm
Tiefe: 265 mm
Inhalt
- Beschreibung:
- In einem Kasten (1900/1414) jüngeren Datums (zwischen ca. 1880-1900, vgl. Aufschrift Deutsches Kolonialhaus Berlin), außen mit roter, innen mit weißer Seide bezogen:
1900/1407 (J38a): Beschneidungsmesser; Griff aus Perlmutt, zweischneidige Klinge
1900/1408 (J38b): Puderflasche; tropfenförmiger Flacon aus facettiert geschliffenem Glas mit goldenem Stopfen an einer feinen goldenen Kette. Der Stopfen wird von einem sehr fein gearbeiteten Engelskopf gekrönt; der Engel streckt die Zunge heraus
1900/1409 (J38d): Käppchen bzw. kippah; brauner gerippter Samt, gefüttert mit braunem Leinen; außen bedruckt mit feinen Pflanzenmotiven
1900/1410 (J38c.2.): Binde, außen rote und gelbe Seide mit eingewebter geometrischer Musterung, innen mit rotem Leinen, rote Bänder
1900/1411 (J38c.4.): Binde, außen ein mit braunen Punkten und hellen Quadraten bedruckter Leinenstoff, innen rötlich-braune Seide, weiße Bänder
1900/1412 (J38c.3.): Binde, wie 1900/1411, mit roten Bändern
1900/1413 (J38c.1.): Binde, wie 1900/1410, mit roten Bändern
1900/1415a und 1900/1415b: Pergamentbögen, auf die handschriftlich in hebräischer Quadratschrift in sepiafrabener Tinte der Text des Morgengebets (hebr. schacharit) geschrieben ist. (Die Texte des Morgengebets sind kein gängiger Bestandtteil eines Beschneidungssets. Häufiger findet man eine silberne Klemme für die Vorhaut oder Becher für die Vorhaut und für Wein in einem Beschneidungsset.) Bei der Beschneidung wird der Segenswunsch "Er wachse heran zur Torah, zur chuppah (Heirat) und zu guten Werken" gesprochen, der sich auf den Torahwimpeln wiederfindet.
Die Beschneidung (hebr. brit mila) findet am achten Tag nach der Geburt eines jüdischen Jungen statt. Von einem Beschneider (hebr. mohel) wird die Vorhaut abgetrennt. Das religiöse Ritual, das ein Gebot (hebr. mitzva) im Judentum ist, besiegelt die Aufnahme des Jungen in den Bund (hebr. brit) mit Gott, den laut Überlieferung Abraham geschlossen hat. Die Beschneidung wird auch von vielen nichtreligiösen Juden praktiziert, da sie sie als wichtigen Bestandteil jüdischer Identität sehen.
(Städtisches Museum Göttingen)
Beschrieben in:
„Tora-Wimpel : Zeugnisse jüdischer Volkskunst aus dem Braunschweigischen Landesmuseum. Veröffentlichungen des Braunschweigischen Landesmuseums ; 17“. Braunschweig. Landesmuseum, Braunschweig, 1984. (Braunschweigisches Landesmuseum, Tora-Wimpel. Zeugnisse jüdischer Volkskunst aus dem Braunschweigischen Landesmuseum, Braunschweig 1978, S. 28-29.)
- Schlagwort:
- Häusliche Ausstattung (Jüdische Zeremonialobjekte)
Weitere Informationen
Administrative Daten
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