Urheberrechtsschutz (InC)
Rechteinhaber: © Enzo und Diana Pasqualucci, Rom
Venedig, Segel vor San Marco
Allgemein
- Kategorie:
- Grafik
- UrheberIn/BeteiligteR:
- Max Peiffer Watenphul
- Datierung:
- 1960
- Material / Technik:
- Büttenpapier
Farblithographie
- Maße / Umfang:
- Höhe: 375 mm (Platte)
Breite: 504 mm (Platte)
Höhe: 430 mm (Blatt)
Breite: 570 mm (Blatt)
Inhalt
- Beschreibung:
- Max Peiffer Watenphul zeigt in seiner 1960 entstandenen Farblithographie mit einer Venedig-Ansicht einen Blick vom 'Bacino di San Marco' auf den Dogenpalast, hinter dem die Kuppeln der Markuskirche und der Campanile zu sehen sind. Im linken Vordergrund ist ein Segelboot zu erkennen. Von der rechten Seite ziehen ein größeres Schiff und ein kleiner Lastenkahn ins Bild. Die Kreide- und Pinsellithographie besticht durch ihre pastellkreideartige Wirkung. Sie vermittelt den Eindruck einer spontan hingeworfenen Kreidezeichnung und zieht den Betrachter mitten ins Geschehen. Besonders das Licht hat den Künstler an der Lagunenstadt fasziniert. Ansichten von Venedig sind neben denen von Rom und Florenz ein zentrales Motiv im Werk Max Peiffer Watenphuls‘. In seinen „Gedanken über Venedig“ schrieb der Künstler im Januar 1952:
„Venedig ist die Stadt des Lichtes. Durch Licht nimmt es Gestalt. Ohne Sonne fällt es zusammen und wird entzaubert. Das Licht gibt seinen Fassaden Leben und läßt die Kuppeln von San Marco erglänzen. Am schönsten ist es im Herbst und im Frühling vor der Dämmerung. Alles ist von perlmutterhaftem Glanz und zart irisierend. Die Menschen fluten plötzlich über die geschwungenen Brücken und über die Piazza, alles ist belebt und beschwingt. Blaue und goldene Nebel verschleiern sanft die Stadt, und oberhalb der Nebel vergoldet die scheidende Sonne den Campanile und die Kuppeln von San Marco.“
Die Lithographie lässt sich mit dem 1965 entstandenen Gemälde „Venedig, Segel vor San Marco“ vergleichen (Öl auf Sackleinwand, 80 x 120 cm, Privatbesitz, WVZ G 744). Gegenüber der Graphik ist die Perspektive im Ölgemälde leicht verändert. Von der linken Seite blickt der Betrachter in den Bug (Vorderteil) eines Fischerbootes. Der Campanile ist leicht nach rechts verschoben. Auch ist der Dogenpalast in dem Gemälde nicht zu identifizieren. Ein weiterer Vergleich lässt sich zu dem bereits 1952 entstandenen Gemälde „Venedig, Palazzo Ducale“ ziehen (Städtisches Museum Braunschweig, Inv. Nr. 1200-0604-00), das eine direkte Sicht auf die Fassade des Dogenpalastes von der Wasserseite mit den Kuppeln der Markuskirche und dem Glockenturm freigibt .
Max Peiffer Watenphul wurde 1896 in Weferlingen im Kreis Gardeleben geboren. 1914 nahm er das Studium der Medizin in Bonn auf, entschied sich dann aber für ein Jurastudium in Straßburg, Frankfurt am Main und München. Während der Münchner Zeit lernte er Paul Klee kennen. Zwischen 1919 und 1922 war Peiffer Watenphul Schüler des Bauhauses in Weimar, u. a. bei Johannes Itten. 1920 wurde er Mitglied des Künstlerbundes „Das Junge Rheinland“. 1921 stellte er im Museum Folkwang in Essen aus und unternahm von Frühjahr 1921 bis Herbst 1922 seine erste Italienreise. Er begegnete Alexej Jawlensky und bezog im Winter 1922/23 ein Atelier in Düsseldorf. Zwischen 1927 und 1931 war Peiffer Watenphul als Lehrer für allgemeinen künstlerischen Entwurf an der Folkwang-Schule in Essen tätig. Er reiste nach Paris, Italien und Berlin. 1931 wurde ihm der Rom-Preis der Villa Massimo verliehen. Zahlreiche seiner Werke wurden 1937 von den Nazis in Museen beschlagnahmt und in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München gezeigt. Bei einem Luftangriff auf Krefeld am 22. Juni 1943 wurde sein Atelier zerstört. Peiffer Watenphul nahm eine Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule in Salzburg auf. 1957 erwarb er ein kleines Atelier in der Via dei Greci in Rom. 1964 erhielt der Künstler Peiffer Watenphul einen Ruf als Nachfolger Kokoschkas an die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg. Im Dezember 1970 malte er sein letztes Gemälde. Danach folgten nur noch Zeichnungen, Aquarelle und Lithographien. Am 13. Juli 1976 verstarb Max Peiffer Watenphul in Rom.
Das Städtische Museum Braunschweig verfügt mit achtzehn Gemälden, dreiundvierzig Aquarellen, sieben Zeichnungen, zwei Gouachen und siebenundzwanzig Lithographien über einen sehr reichen Bestand von Werken Peiffer Watenphuls. (Lars Berg)
Aufschrift:
Bezeichnet, unten links, mit Bleistift: „Probedruck Nr. 5“, signiert, unten rechts, mit Bleistift: „Max Peiffer Watenphul“
Veröffentlicht in:
L. Berg und P. Joch, „Von Rembrandt bis Baselitz Meisterwerke der Druckgraphik : aus der Sammlung des Städtischen Museums Braunschweig“. Michael Imhof Verlag, Petersberg, 2020. (S. 206-207, Kat. Nr. 70; S. 207 (Abb.).)
Beschrieben in:
G. Watenphul Pasqualucci und M. Peiffer Watenphul, „Zeichnungen - Emailarbeiten - Textilien - Druckgraphik - Photographie“, Max Peiffer Watenphul, Werkverzeichnis, Bd. 2. DuMont, Köln, 1993. (S. 383, Kat. Nr. D 58.)
- Schlagwort:
- Grafik, Fotografie > Druckgrafik > Flachdruck > Lithografie
Zeichnung/Grafik
Venedig
Weitere Informationen
Administrative Daten
- Link zur Seite:
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- Lizenz der Metadaten:
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- Lizenz der Digitalisate:
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