Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)
Rechteinhaber: Städtisches Museum Braunschweig
Adam und Eva
Allgemein
- Kategorie:
- Grafik
- UrheberIn/BeteiligteR:
- Aristide Maillol
- Datierung:
- 1895
- Material / Technik:
- Velinpapier
Zinkographie
- Maße / Umfang:
- Höhe: 240 mm (Platte)
Breite: 303 mm (Platte)
Höhe: 280 mm (Blatt)
Breite: 382 mm (Blatt)
Inhalt
- Beschreibung:
- Aristide Maillol zählt zu den bedeutenden Bildhauern, Malern und Graphikern des 20. Jahrhunderts. Er prägte insbesondere die Plastik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und gilt als Antipode von Auguste Rodin (1840-1917). 1881 zog Maillol nach Paris, um Kunst zu studieren. Er nahm zuerst als freier Schüler Zeichenunterricht an der École des Beaux-Arts bei Jean-Léon Gérôme (1824-1904). Auf Empfehlung seines Lehrers ging Maillol an die Kunstgewerbeschule und belegte dort Kurse in Bildhauerei. Nach einigen Monaten kehrte er jedoch an die École des Beaux-Arts zurück und wurde in die Klasse des Salon-Malers Alexandre Cabanel (1823-1889) aufgenommen. Maillol lebte in Paris und Umgebung in großer Armut. 1894 lud er Clotilde Narcis, eine seiner Mitarbeiterinnen im Tapisserie-Atelier in Banyuls, dazu ein, eine gemeinsame Wohnung mit ihm in der Rue Saint-Jacques in Paris zu beziehen. Im Juli 1896 heirateten sie und im Oktober desselben Jahres kam ihr einziges Kind, Lucien, zur Welt. Clotilde sollte für mehr als ein Jahrzehnt Maillols Idealmodell sowohl in der Malerei und Textilkunst als auch in der Plastik werden. Vermutlich diente sie ihm auch als Modell für die in diesem Metallplattendruck (Zinkographie) ausgeführte Figur der Eva. Die Komposition wird links und rechts von zwei Bäumen eingerahmt. In der linken Ecke sitzt Eva. Das rechte Bein ist ausgestreckt, während das andere angewinkelt ist. Der rechte Arm greift in den Baum. Ob Eva eine Frucht aus dem Baum pflücken wird, ist hingegen nicht zu erkennen. Adam sitzt Eva zugewandt in der rechten Bildhälfte. Er stützt seinen Kopf mit der rechten Hand ab und schaut zu seiner Gefährtin herüber. Die Figuren sind ineinander verwoben und bilden eine Einheit. Besonders deutlich werden die klare Linienführung der Komposition und der flächenhafte Aufbau, der sich auf wesentliche Details konzentriert. An der Darstellung ist besonders interessant, dass dem Motiv des Sündenfalls die Dramatik fehlt, dem das Thema – ikonographisch betrachtet – verpflichtet ist. Die Darstellung wirkt sehr harmonisch und betont die Naturverbundenheit des Urelternpaars. Vermutlich wird Maillol besonders die ornamentale, nahezu jugendstilhafte Darstellungsweise gereizt haben.
Das Blatt ist am linken Bildrand in der Platte mit dem Monogramm „AM“ signiert.
Der Druck erschien in der Zeitschrift „L'Épreuve“, Ausgabe Nr. 5, und wurde in einer Auflage von 100 Abzügen auf einer Art Japanpapier-Imitation, zuzüglich 15 Abzügen auf unterschiedlichen Papierarten, verlegt.
Das Motiv reproduziert ein kleines, bislang nicht näher identifiziertes, leicht grünlich glasiertes Terrakotta-Relief, das Maillol zuvor in Villeneuve-Saint-Georges ausgeführt hat. (Lars Berg)
Aufschrift:
Monogrammiert, in der Platte, unten links: „AM“
Beschrieben in:
M. Guérin und A. Maillol, „Les lithographies, les eaux-fortes“, Catalogue raisonné de l’œuvre gravé et lithographié de Aristide Maillol, Bd. 2. Cailler, Genève, 1967. (Kat. Nr. 262.)
Veröffentlicht in:
L. Berg und P. Joch, „Von Rembrandt bis Baselitz Meisterwerke der Druckgraphik : aus der Sammlung des Städtischen Museums Braunschweig“. Michael Imhof Verlag, Petersberg, 2020. (S. 106, Kat. Nr. 30; S. 107 (Abb.).)
- Schlagwort:
- Grafik, Fotografie > Druckgrafik > Tiefdruck > Zinkografie
Zeichnung/Grafik
Weitere Informationen
Administrative Daten
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- Lizenz der Digitalisate:
- Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)