Urheberrechtsschutz (InC)
Rechteinhaber: Städtisches Museum Braunschweig
Prometheus II
Allgemein
- Kategorie:
- Grafik
- UrheberIn/BeteiligteR:
- Paul Eliasberg
- Datierung:
- 1971
- Material / Technik:
- Büttenpapier
Aquatinta
Radierung
- Maße / Umfang:
- Breite: 456 mm (Platte)
Höhe: 504 mm (Blatt)
Breite: 663 mm (Blatt)
Höhe: 349 mm (Platte)
Inhalt
- Beschreibung:
- Auch in Bäumen konnte Eliasberg Götter sehen. So setzte er eine Platane in Analogie zu Prometheus. In einem Brief von der Insel Samothrake schrieb er am 22. Juni 1971: „… Auf dem Weg, der zum Gipfel des Phengari führt, habe ich Platanen entdeckt, die in ihrer Form und Dynamik ganz außerordentlich sind. Besonders eine hat mich beeindruckt, für mich ist sie ‚Prometheus‘. Wie über Prometheus, an dessen Leber ein Adler zerrt, so hat Zeus über diesen Baum unendliche Qualen verhängt. Seit tausend Jahren schlägt er ihn jedes Jahrhundert einmal mit dem Blitz, der ihn durch und durch bis in die Wurzeln erschüttert und sein Inneres ausbrennt. Er aber steht und will nicht fallen …“ (Zitiert nach: Ausst. Kat. Albstadt 1982, S. 27). Eliasberg rekurriert in seinem Vergleich auf die Prometheussage, der gemäß der zum Titanen-Geschlecht gehörende ‚Vorausdenkende‘ Prometheus den Zorn des Göttervaters Zeus erregt hatte, weil er bei einem Tieropfer nur die wertlosen Fleischteile für Zeus übriggelassen und stattdessen die besten Teile des Fleisches den Menschen als Nahrung übergab. Zur Strafe verweigerte Zeus den sterblichen Menschen daraufhin das Feuer, welches Prometheus wiederum entwendete und den Menschen brachte. Auf Geheiß des Göttervaters wurde Prometheus gefesselt und ins Kaukasusgebirge gebracht. Dort wurde er regelmäßig von einem Adler aufgesucht, der von Prometheus‘ Leber fraß, die jedoch ständig nachwuchs. Erst nach einiger Zeit wurde Prometheus von Herakles befreit. Dieser hatte den Adler zuvor mit einem Pfeil erlegt.
Eliasberg war von dem Motiv der Platane so angetan, dass er ihr 1971 zwei Radierungen mit den Titeln Prometheus I und Prometheus II widmete. Die Arbeit Prometheus I ist eine Radierung mit Aquatinta und leichtem Plattenton, die in einer Auflage von 12 Exemplaren von der unverstählten Platte entstand. Die Radierung Prometheus II wurde zusätzlich auch noch mit der Technik der Weichgrundätzung (Vernis mou) bearbeitet. Sie entstand in drei verschiedenen Auflagen in unterschiedlichen Farben. Auch in dem 1971 entstandenen Aquarell mit dem Titel Königsplatane (aus: Suite Samothrake) inszeniert Eliasberg den für ihn sehr beeindruckenden Baum noch einmal neu. Im Zentrum des Blattes steht der knorrige, alte Baum mit seinen wuchtigen Ästen.
(Städtisches Museum Braunschweig, Text: Lars Berg)
Wasserzeichen:
unten links: "ARCHES / FRANCE"
Aufschrift:
Bezeichnet, mit Bleistift, unterhalb des Plattenrandes links: "E.A."; oben und unten, links und rechts: "95"; signiert, unterhalb des Plattenrandes rechts: "Eliasberg" Verso, bezeichnet, mit Bleistift, oben links: "95" [umkreist].
Literatur in Zusammenhang:
P. Eliasberg und G. Reinhardt, „Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen Städtische Galerie Albstadt, 13. Juni bis 15. August 1982 [Ausstellungskat.]“, @Veröffentlichungen der Städtischen Galerie Albstadt, Bd. 27. Städtische Galerie, Albstadt, 1982. (S. 27.)
Veröffentlicht in:
L. Berg, P. Joch, und P. Eliasberg, „Paul Eliasberg - verzauberte Räume“. Michael Imhof Verlag, Petersberg, 2025. (S. 69, Kat. Nr. 36 (Abb.); S. 135, Kat. Nr. 36.)
Veröffentlicht in:
J. C. Jensen, J. C. Jensen, und P. Eliasberg, „Paul Eliasberg Das Gesamtwerk der Druckgraphik; vollständiger Katalog aller druckgraphischen Arbeiten 1957 bis 1983“. Christians, Hamburg, 1983. (Nr. 95.)
- Schlagwort:
- Grafik, Fotografie > Druckgrafik > Tiefdruck > Radierung
Zeichnung/Grafik
Weitere Informationen
Administrative Daten
- Link zur Seite:
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- Lizenz der Metadaten:
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- Lizenz der Digitalisate:
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