Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0)
Rechteinhaber: Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig
Kugellaufuhr
Allgemein
- Kategorie:
- Kunsthandwerk
- UrheberIn/BeteiligteR:
- Christoph Rohr
- Datierung:
- um 1600
- Entstehungsort:
- Leipzig/Braunschweig
- Material / Technik:
- Gehäuse: Bronze, vergoldet; Messing, feuervergoldet; Stahl; Werk: Messing; Eisen; Tierhaut
- Maße / Umfang:
- Höhe 126 cm, Breite 51 cm, Tiefe 51 cm
Inhalt
- Beschreibung:
- Der auf Löwenpranken ruhende kastenartige Sockel der Uhr trägt eine Pyramide mit einer spiralartig angebrachten Laufrinne für die herunterrollende Kugel. Oben ist eine achteckige Platte mit einer Balustrade angebracht, auf der acht kleine Figuren bewaffneter römischer Soldaten befestigt sind. Dann folgt ein beweglicher Ring, der mit acht weiteren Figuren besetzt ist: zwei Reiter zu Pferde, drei Musketiere und drei Lanzenträger in zeitgenössischem Kostüm, In der Mitte erhebt sich ein hoher Säulenbaldachin, unter dem eine Figur in orientalischer Kleidung an zwei Kesselpauken steht. Der Mechanismus im Inneren des Sockelgehäuses bewirkt, dass die Figur zu bestimmten Uhrzeiten mit ihren beweglichen Armen trommelt und den Kopf hin- und herbewegt, während auf einem im Inneren der Uhr angebrachten Trommelfell die Töne erzeugt werden. Gleichzeitig dreht sich der Ring mit den Figuren. Das Laufwerk der Uhr setzt eine Kugel in Gang, die durch eine Öffnung am oberen Rand auf die Laufrinne gelangt, wobei ein Glockenschlag ertönt. Das Herunterrollen und der Rücktransport der Kugel dauert (im Idealfall) eine Minute. Am Sockel sind mehrere Zifferblätter angebracht, die die Wochentage, die Stunden und die Minuten anzeigen. Eine Jahresuhr gibt die Tage, die Wochen, die Heiligenfeste und die Tierkreiszeichen an. Außerdem sind die Wände mit mehreren Medaillons geschmückt, die eingravierte Stadtansichten, verschiedene Tiere und Figuren zeigen; als Vorlagen dienten Kupferstiche von Paul Flindt, Jonas Silber und Virgil Solis. Die Uhr wurde von dem Leipziger Uhrmacher Christoph Rohr höchstwahrscheinlich im Auftrag Herzog Heinrich Julius' von Braunschweig (1564-1613) angefertigt.
Literatur:
Ausst.-Kat. Hofkunst der Spätrenaissance. Braunschweig-Wolfenbüttel und das kaiserliche Prag um 1600, Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig 1998, S. 88-91, Kat.-Nr. 30. Alfred Walz, in: Jochen Luckhardt (Hrsg.), Kurzführer Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig 1991, S. 60. Klaus Maurice, Die deutsche Räderuhr. Zur Kunst und Technik des mechanischen Zeitmessers im deutschen Sprachraum, München 1976, Bd. 1, S. 122, 160f., Bd. 2, S. 56, Abb. 385a, b. Alfred Fink, Die Uhren Herzog August d. J., Kunsthefte des Herzog Anton Ulrich-Museums, Heft 8, Braunschweig 1965, S. 14-17
- Schlagwort:
- Uhren
Kugellaufuhr
Weitere Informationen
Administrative Daten
- Link zur Seite:
- https://ku-ni.de/isil_DE-MUS-026819_opal_herzanulm_kunshe_Uhr77