Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)
Rechteinhaber: Hermann-Allmers-Gesellschaft e. V.
Die spinnende Schwester
Allgemein
- Kategorie:
- Grafik
- UrheberIn/BeteiligteR:
- E. A. Seemann (Firma : Leipzig)
Ludwig Friedrich
Moritz von Schwind
- Datierung:
- ca. 1849 - ca. 1871 (Veröffentlichung der Reproduktion "nach dem ersten Entwurf" in der "Zeitschrift für bildende Kunst" 1871)
- Material / Technik:
- Papier
Kupferstich
Federzeichnung
Aquarell
- Maße / Umfang:
- Höhe: 147 mm (Darstellung)
Breite: 161 mm (Darstellung)
Höhe: 170 mm (Druckplatte)
Breite: 210 mm (Druckplatte)
Inhalt
- Beschreibung:
- Kupferstich Ludwig Friedrichs nach einer aquarellierten Federzeichnung Moritz von Schwinds für seine von 1857-58 ausgeführte Bilderfolge "Von den sieben Raben und der treuen Schwester". Reproduktion erschienen als Beilage in der "Zeitschrift für bildende Kunst" 1871 mit der Anmerkung, "[d]em beigegebenen Stich [...] von L. Friedrich liegt der erste Entwurf des Meisters zu Grunde." (ZfbK 1871, S. 256) Erste Überlegungen zum Vorhaben in einem Brief an Bonaventura Genelli 1844 belegt - in der finalen Fassung wird der Bildinhalt erweitert um einen anpirschenden Prinzen mit Hund, dem der aufgeschreckte Blick der spinnenden Schwester entgegengeht. In der rezipierten Version von dem Märchen "Von den sieben Raben und der treuen Schwester" werden 7 Söhne zu Raben verwandelt, während deren Schwester, um ihre Brüder zu erlösen, gezwungen ist, 7 Jahre zu schweigen und für jeden der Brüder ein Hemd aus Disteln zu spinnen, was sie in einem hohlen Baume zu verwirklichen gedenkt, wo ihr allmählich die Kleider abfallen, so dass sie am Ende ausschließlich in ihre Haare gehüllt ist, wenn ein junger Fürst sie im 6. Jahr aus dem Baume entführt (Augenblick der vorliegenden Illustration).
Die "Zeitschrift für bildende Kunst" veröffentlichte im Todesjahr des Künstlers die reproduzierte Studie neben einer Charakterisierung des Erfinders, die Ansehen und Wertschätzung des Verstorbenen im nationalistischen Kontext zum Ausdruck bringt: "Wenn aber Schwind unstreitig unter sämmtlichen deutschen Künstlern der nationalste ist und zugleich der, welcher seine Schöpfungen mit mehr Schönheit zu durchdringen gewußt hat als irgend ein Anderer seiner malenden Volks- und Zeitgenossen, und ihm dies genau auf demselben Wege gelang wie unsern großen Dichtern, dadurch, daß er das germanische Wesen durch das reinigende Bad griechischer Formenschönheit zu adeln suchte, ohne doch irgend etwas Wesentliches davon aufzugeben, wenn griechischer Klassizismus mit nordischer Romantik in feiner Kunst eine Verbindung eingeht, deren Frucht eine neue Renaissance ist, so dürfte es wohl des Versuches werth sein, sich hier Rechenschaft darüber zu geben, [...] was dieselbe uns so werthvoll macht." (ZfbK 1871, S. 253)
Letztendlich "umfassen denn auch die drei [...] großen Bildercyklen, welche wir der zweiten Hälfte seines Lebens verdanken: Das Aschenbrödel, die sieben Raben und die schöne Melusine trotz seiner unzähligen sonstigen Schöpfungen doch so ziemlich Alles, was ihn vor Andern auszeichnet und sie zu Juwelen deutscher Kunst macht." (ZfbK 1871, S. 256)
Verbindung von Märchen, Mythen, Sagen in antikisierenden/ nationalisierenden Kontexten auch für HA kennzeichnend und maßgebend (T. Mahler 05/2024)
Aufdruck:
"M. v. Schwind inv." u. li. "L. Friedrich sculps." u. re. (unterhalb der Darstellung innerhalb der Druckplatte)
Aufschrift:
"6/9" verso u. re. (Angaben zur Auflage ("Zeitschrift für bildende Kunst", Bd. 6, Heft 9, Leipzig 1871))
Veröffentlicht in:
Pecht, Friedrich: Zur Charakteristik Moritz von Schwind's. Mit Vignetten und einem Kupferstich, in: Zeitschrift für bildende Kunst. Mit dem Beiblatt Kunst-Chronik, hrsg. von Carl von Lützow (Bd. 6, 9), Leipzig (1871), S. 253-258.
- Schlagwort:
- Grafik, Fotografie > Druckgrafik > Tiefdruck > Kupferstich
Weitere Informationen
Administrative Daten
- Link zur Seite:
- https://ku-ni.de/record_kuniweb_2508559
- Anmerkung zum Original:
- Sammlung und Nachlass Hermann Allmers sind Eigentum der Hermann-Allmers-Gesellschaft e. V. und werden in zwei Teilen an zwei Standorten verwahrt:
Die (museale) Sammlung, bestehend aus Mobiliar und Hausgerät, Tafelgemälden, kleineren und größeren Antiken, Gipsabgüssen, kunsthandwerklichen Objekten aus Keramik und Glas und einer kleinen Bibliothek, befindet sich im Allmers-Haus in Rechtenfleth.
Der literarische, grafische und fotografische "Nachlass Hermann Allmers" hingegen ist im Archiv des Landkreises Cuxhaven in Otterndorf deponiert.
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- Lizenz der Digitalisate:
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