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Bildnis des Komponisten Frederick Delius

Bibliografische Daten

fullscreen: Bildnis des Komponisten Frederick Delius

Allgemein

Kategorie:
Grafik
UrheberIn/BeteiligteR:
MD_PERSON_DISPLAY:
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Datierung:
1922
Material / Technik:
Büttenpapier
Lithographie
Maße / Umfang:
Höhe: 680 mm (Blatt)
Breite: 383 mm (Blatt)
Höhe: 615 mm (Platte)
Breite: 330 mm (Platte)

Inhalt

Beschreibung:
Der Komponist Frederick Delius (1862-1934) stammte aus einer alten Familie von Textilfabrikanten aus Bielefeld. Er war das vierte von 14 Kindern von Julius und Elise Delius, die Mitte der 1850er Jahre nach Yorkshire umsiedelten. Dort wurde Frederick Delius geboren und verbrachte seine Kindheit. Schon früh durfte Frederick Unterricht für Klavier und Violine nehmen. Auf Wunsch seines Vaters übernahm er widerwillig den Textilhandel und besuchte auf Geschäftsreisen Norwegen und Paris, die für seine spätere Komponistenlaufbahn wichtig werden sollten. 1884 ließ sich Delius als Farmer auf einer Orangenplantage in Solano Grove nahe Jacksonville in Florida nieder. Bald reizte ihn die Arbeit auf der Plantage weniger, und er nahm Musikunterricht. Delius begann zu komponieren und hielt sich einige Monate in Danville (Virginia) auf, wo er seinen Lebensunterhalt mit Orgelspiel sowie Gesangs- und Lehrtätigkeiten bestreiten konnte. 1886 ging er an das Leipziger Konservatorium und erhielt dort Unterricht bei Hans Sitt, Carl Reinecke und Salomon Jadassohn. Für den Lebenslauf von Frederick Delius war die Begegnung mit Edvard Grieg (1843-1907), zu dem er bald ein freundschaftliches Verhältnis aufbauen sollte, prägend. Grieg überzeugte Fredericks Vater davon, dass eine musikalische Ausbildung für seinen Sohn wichtig sei. Es kam zur Veröffentlichung der ersten Werke von Frederick Delius, so wurden etwa die Suite Florida, zwei Streichquartette und einige Lieder veröffentlicht. Nach seiner Zeit in Leipzig reiste Frederick nach Paris und lernte Paul Gauguin, August Strindberg und Edvard Munch kennen. 1892 beendete er seine erste Oper Irmelin, 1895 The Magic Fountain und 1897 Koanga. Heute werden seine Werke in Deutschland kaum noch aufgeführt. Nur einem kleinen Kreis von Liebhabern sind sie bekannt.
Max Beckmann lernte Delius im Hause des Journalisten und Verlegers Heinrich Simon (1880-1941) kennen, der seit 1910 gemeinsam mit seinem Bruder Karl die „Frankfurter Zeitung“ herausgab. Delius lebte bei Simon in Frankfurt und war Gast an seinem „Freitagstisch“. Zu dieser Runde gehörten u. a. der Dichter Fritz von Unruh sowie der Direktor des Städelschen Kunstinstitutes Georg Swarzenski (1876-1957). Die der Lithographie zugrundeliegende Kreidezeichnung auf Umdruckpapier ist nicht erhalten geblieben. Sie entstand vermutlich im Hause von Heinrich Simon.
Am 2. September 1922 schrieb der Verleger Reinhard Piper an Beckmann: „Simon sagte mir, Sie wollen Delius nochmal nach der Natur radieren für seine Schrift. Ist das inzwischen geschehen? Sonst können Sie das natürlich auch aus der sicher sehr starken Vorstellung heraus, die Sie von ihm haben, machen“. Am 6. September 1922 schrieb Beckmann an Piper: „Delius kommt Anfang November wieder nach Frankfurt, dann werde ich die Platte machen“. Ein weiteres Porträt des Komponisten Delius schuf Edvard Munch 1920 in Form einer Lithographie (Edvard Munch, Porträt Frederick Delius, 1920, Lithographie auf Velinpapier, 71,4 x 57,4 cm (Blatt), Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett, Inv. Nr. 529-921). Munch zeigt Delius im Dreiviertelprofil als Brustbild. Die Licht- und Schattenreflexe im Bereich des Gesichts spielen in seiner Komposition eine wichtige Rolle und verleihen dem Porträt eine besondere atmosphärische Wirkung. Beckmann hat sich im Gegensatz zu Munch auf die wesentlichen physiognomischen Merkmale von Delius konzentriert. Diese streicht er pointiert heraus, ohne dabei die Grenze zur Karikatur zu überschreiten. Er betont die Asymmetrie der Augen und Schultern und misst dem Kopf auch proportional eine stärkere Gewichtung im Vergleich zum schmächtigen Körper bei. Auf diese Weise charakterisiert Beckmann den Komponisten Delius als sehr vergeistigten Menschen.
(Lars Berg)

Aufschrift:
Signiert, unten rechts, am Ärmel des Porträtierten, mit Bleistift: „Beckmann“

Beschrieben in:
J. Hofmaier, „Max Beckmann : catalogue raisonné of his prints“. Galerie Kornfeld, Bern, 1990. (Kat.-Nr. 225 B a oder c.)

Beschrieben in:
„Max Beckmann ; Von Curt Glaser [u.a.] Mit 1 Radierung, 52 Lichtdr., 16 Textbildern“. R. Piper, München, 1924. (Kat.-Nr. 199.)

Veröffentlicht in:
R. Schmücking, „Neuerwerbungen der Stadt Braunschweig Graphik ; Ausstellung im Kunstverein Braunschweig vom 4. Mai - 17. Juni 1966 ; [Ausstellungskatalog]“. Kunstverein, Braunschweig, 1966. (Kat. Nr. 12.)

Veröffentlicht in:
L. Berg und P. Joch, „Von Rembrandt bis Baselitz Meisterwerke der Druckgraphik : aus der Sammlung des Städtischen Museums Braunschweig“. Michael Imhof Verlag, Petersberg, 2020. (S. 60-63, Kat. Nr. 12; S. 61 (Abb.).)

Beschrieben in:
K. -H. Mehnert, „Max Beckmann : Bildnis des Komponisten Frederick Delius ; zu einer Neuerwerbung der Graphischen Sammlung“, Jahresheft, Bd. 5. Museum, Leipzig, S. 34-38, 1999.

Beschrieben in:
„Max Beckmann ; Badischer Kunstverein Karlsruhe. 27. Aug. bis 4. Nov. 1962 ; Die Druckgraphik. Radierungen, Lithographien, Holzschnitte. (Kat. Bearb.: Klaus Gallwitz.) [Ausstellungskat.]“. Karlsruhe, 1962. (Kat.-Nr. 194.)
Schlagwort:
Krawatte
Anzug
Komponist
Grafik, Fotografie > Druckgrafik > Flachdruck > Lithografie
Zeichnung/Grafik

Weitere Informationen

Objekttyp:
Bild
Sammlung:
Sammlung Grafik
Einrichtung:
Städtisches Museum Braunschweig
Aufbewahrungsort:
Städtisches Museum Braunschweig
Identifikator:
1967-0210-00

Administrative Daten

Link zur Seite:
https://ku-ni.de/record_kuniweb_420316
Lizenz der Metadaten:
Lizenz:
Lizenz der Digitalisate:
https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de

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