Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)
Rechteinhaber: Städtisches Museum Göttingen
Bessamim-Büchse
Allgemein
- Kategorie:
- Ethnologie
- Datierung:
- 19. Jahrhundert / 20. Jahrhundert
- Material / Technik:
- Silber
- Maße / Umfang:
- Breite: 10,5 cm
Höhe: 15 cm
Inhalt
- Beschreibung:
- Bessamim-Büchse in Tierform für die Feier des Schabbatausgangs (hebr. Hawdala, "Trennung"). Gegossen, Blech z.T. vorgeprägt, z.T. mit der Hand nachgearbeitet. Auf halbkugeligem abgeflachten Podest mit ziseliertem und punziertem Rand (vier Rosen, dazwischen akanthusartige Blätter) ein Lamm mit Löwenkopf. Kopf mit Scharnier befestigt, abklappbar, Körper und Kopf innen hohl. Glatte Beine und Klauen, das Fell des Lamms in plastischen Strähnen gearbeitet. Der Löwenkopf wurde später anstatt des Lammkopfes angesetzt. Er passt nicht richtig, der ursprüngliche verdeckte Verschlussring ist zu sehen. Die Haare des Löwenkopfes sind plastisch in ungeordneten Strähnen gearbeitet, er fletscht die Zähne und streckt die Zunge heraus. Links und rechts vom Tier Palmzweig mit jeweils vier Wedeln, nach außen herabhängend. Das Tier und die beiden Palmwedel sind mit insgesamt sechs Schrauben von unten am Podest befestigt.
Marken (auf dem Podest, zwischen den Hinterklauen, s. Abb.): "835" (Feingehalt Silber 835/100). Zwei weitere Marken mit z.Zt. nicht identifizierbaren Initialen, davon einmal "H", das andere "Z". Falls es keine willkürlich zusammengestellten Fantasiemarken sind, wie es bei Fälschungen oder Replikaten vorkommt, ist aufgrund des Feingehaltstempels die Herstellung bzw. Markung in den Ländern Deutschland, Niederlande, Belgien, Österreich, Portugal und der Tschechoslowakei möglich.
Der Tier-Typus der Büchse ist zwar auch unter Bessamim-Büchsen nicht ungewöhnlich, es muss sich jedoch bei dem vorliegenden Stück nicht zwangsläufig um ein Gerät für die Hawdalafeier handeln. Es könnte sich um ein Dekorationsobjekt handeln, das als Judaicum auf dem Markt verkauft wurde. Die laienhafte Zusammenstückelung verschiedener Bestandteile spricht nicht unbedingt gegen den Gebrauch in einem jüdischen Kontext; er kann von einem ehemaligen Besitzer vorgenommen worden sein. Wahrscheinlicher ist aber angesichts der großen Nachfrage, auch durch Laien, auf dem Judaica-Markt, eine Montage alter Stücke für den Verkauf. (Städtisches Museum Göttingen)
- Schlagwort:
- Häusliche Ausstattung (Jüdische Zeremonialobjekte)
Weitere Informationen
Administrative Daten
- Link zur Seite:
- https://ku-ni.de/record_kuniweb_942935
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- Lizenz der Digitalisate:
- Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)