Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)
Rechteinhaber: Städtisches Museum Göttingen
Esther-Rolle
Allgemein
- Kategorie:
- Alltagskultur
- Datierung:
- Ende 18. Jahrhundert / Beginn 19. Jahrhundert
- Material / Technik:
- Holz
Pergament
gedrechselt
handgeschrieben
- Maße / Umfang:
- Höhe: 37 cm (Rolle mit Stab)
Durchmesser: 5 cm
Höhe: 17 cm (Pergament)
Inhalt
- Beschreibung:
- Schriftrolle (hebr. megilla) aus speziellem gvil-Pergament auf einem Holzstab mit Griff und fein gedrechselter Spitze mit Kugelabschluss. Auf dem Pergament Handschrift in hebräischer Quadratschrift im sefardischen Stil in schwarzer Tinte. Text mit taggin (Buchstabenbekrönungen), petuchot und setumot (Textpausen bzw. -abschnitte). Die Rolle enthält den Text des Buches Esther.
Die Provenienz des Objekts aus Nordafrika, wie auf der Weißen Karteikarte angegeben, ist möglich. Denn das bevorzugte Pergament für die jüdischen Schriftrollen war dort eine bräunliche, lederartige Variante (gvil), wie die der vorliegenden Rolle. Die aschkenasischen Juden bevorzugten helles, dünneres Pergament (klaf). Neben dem Maghreb schrieben allerdings auch sefardische und Mizrahi/Temani-Juden aus der Levante, der Arabischen Halbinsel und vom Balkan bevorzugt auf gvil. Auch deutet die Schrift (recht rund, da mit einem Schilfrohr, hebr. kulmus, geschrieben) auf einen grob gesagt orientalischen Schreiber hin. In Aschkenaz (Mitteleuropa) wurde mit Federn geschrieben, was in einer charakteristischen Schrift aus dicken horizontalen und feinen vertikalen Strichen resultiert. Kurz: die Rolle kann aus Nordafrika, aber auch aus anderen Regionen des Orients stammen.
Das Fest Purim, zu dem die Rolle in der Synagoge verlesen wird, findet im Monat Adar statt. Es erinnert an die Errettung der persischen Diaspora-Juden der Antike durch die jüdische Königin Esther, Frau des persischen Königs Ahashwerosh (wahrscheinlich Xerxes I.). Haman, der Wesir des Königs, wollte alle Juden töten lassen, was Esther zusammen mit ihrem Verwandten Mordechai verhinderte. In der Synagoge wird jedesmal beim Ertönen von Hamans Namen Lärm gemacht. Auch sonst ist es ein ausgelassenes Fest mit Verkleidungen und viel Essen und Trinken, ähnlich dem Karneval.
(Städtisches Museum Göttingen)
- Schlagwort:
- Synagogale Ausstattung
Weitere Informationen
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- Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)