Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)
Rechteinhaber: Städtisches Museum Göttingen
Steckkamm
Allgemein
- Kategorie:
- Alltagskultur
- Datierung:
- ca. 1820
- Material / Technik:
- Horn
gesägt
- Maße / Umfang:
- Breite: 20 cm
Länge: 19,5 cm
Inhalt
- Beschreibung:
- Hornschild mit ausgesägter Ornamentik (in der Mitte Kreuz mit Anker und Herz = Glaube, Liebe, Hoffnung; von Blattranken umgeben; rechts und links Blüten); 10 Zinken. Zwei flache Kerben am oberen Rand. Fraßspuren vmtl. Dieses Objekt wurde dem Ehepaar Max Raphael und Gertrud Hahn NS-verfolgungsbedingt widerrechtlich entzogen („arisiert“). Als Ergebnis der Provenienzfoschung am Städtischen Museum wurde dieses Objekt den Nachkommen der Familie Hahn restituiert. Die Nachkommen überließen es dem Museum als Dauerleihgabe mit der Auflage, dieses Objektes in einer künftigen Dauerausstellung zur Geschichte der Göttinger Juden und speziell der Familie Hahn zu präsentieren.
HORN ist der gebogene Auswuchs am Kopf bestimmter Tiere und besteht wie das Schildpatt zum größten Teil aus KERATIN. Es bildet sich über einem Knochenzapfen, der mit einer gutdurchbluteten Haut überzogen ist. Siehe: Markkanäle als Unterscheidungsmerkmal.
Echtes Schildpatt ist mikroskopisch an den scharf konturierten, kernhaltigen Hornzellen zu erkennen. HORN lässt sich durch das Fehlen der Markkanäle vom SCHILDPATT unterscheiden.
KERATIN ist ein Sammelbegriff für verschiedene Faserproteine der Hornsubstanz, die von Tieren gebildet wird und diese charakterisieren.
Fraßspuren an den Rändern von Horn- oder Schildpattkämmen stammen möglicherweise von Larven des Wollkrautblütenkäfers (anthrenus verbasci) auch als Museumskäfer bekannt.2 Er gehört zur Gruppe der Speckkäfer. Sie fressen Keratin und Chitin. Ganze Schiffsladungen sollen durch „Würmer“ als Materialschädlinge vernichtet worden sein. (https//de.m.wikipedia.org)
Da Schildpatt schon immer sehr kostbar und teuer war, wurde schon früh versucht Imitationen zu kreieren: durch bestimmte Chemikalien wurden Musterung und Farbe nachgeahmt. Später kamen die Entwicklung von Celluloid und Bakelit hinzu, welche täuschend ähnliche Materialien für den Bereich der Galanteriewaren auf den Markt brachten.
Evt. Modische Aspekte?
Nutzungsgeschichte: Alte Kartei (bunt): Schm VI, 12; Dieses Objekt wurde dem Ehepaar Max Raphael und Gertrud Hahn NS-verfolgungsbedingt widerrechtlich entzogen („arisiert“). Als Ergebnis der Provenienzfoschung am Städtischen Museum wurde dieses Objekt den Nachkommen der Familie. (Städtisches Museum Göttingen)
Verwendungszweck:
Als Schmuckelement im Haar getragen.
Literatur in Zusammenhang:
Baireuther, Ingrid: Biedermeier (um 1815-1848), in: Jedding-Gesterling, Maria / Brutscher, Georg (Hrsg.): Die Frisur. Eine Kulturgeschichte der Haarmode von der Antike bis zur Gegenwart, München 1988, S. 165-182, hier: S. 174. Hartig, Evelyn: Antique Combs & Purses, Santa Ana 1983, S. 24 / 31 / 44.
- Schlagwort:
- Frisur
Haar
Kamm
Kleidung > Kopfbedeckung > Haarschmuck > Steckkamm
Kleidung
Weitere Informationen
Administrative Daten
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- Lizenz der Digitalisate:
- Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)