Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)
Rechteinhaber: Städtisches Museum Göttingen
Deckchen
Allgemein
- Kategorie:
- Textilkunst
- Datierung:
- 19. Jahrhundert (Vermutung)
- Material / Technik:
- Seide
bemalt
- Maße / Umfang:
- Breite: 33 cm (2 Stück)
Länge: 103 cm (2 Stück)
Länge: 18 cm (25 Stück)
Breite: 17 cm (25 Stück)
Inhalt
- Beschreibung:
- Seidendeckchen, vmtl. Unterleger, rechteckig, mit langen Fransen an allen Seiten, mit verschiedenen Blumenmotiven bemalt, unter den 27 Deckchen befinden sich zwei größere (L.: 103 cm, Mr.: 33 cm, einmal mit rosa und weißen Blumen, einmal mit weißen und lila Glycine/Blauregen/Wisteria) und 25 kleinere Deckchen (L.: 18 cm, Br.: 17 cm, davon 7 x lila Wysteria, 8 x rosa Blumen, 10 x weiße Blumen mit orangen Blättern).
Die Deckchen stammt aus dem Nachlass von Ernst Lehmann und wurden mglw. von Ewald Lehmann aus China nach Göttingen geschickt. In einem Brief an seine Eltern erwähnt Ewald Lehmann am 20.10.1904 seidene Taschentücher und einen Seidenschal, die er als Geschenke für Liese und Grete per Post senden möchte. Das es sich bei diesen Objekten um Taschentüchern und einen Schal handelt ist unwahrscheinlich. Die großen und kleineren Deckchen sind über die Motiv eindeutig als Konvolut zu erkennen. Flecken lassen eher auf eine Verwendung als Unterleger schließen. Die Objekte wurden dem Museum von Barbara Meyer übergeben.
Nachlass Ernst und Ewald Lehmann:
Ernst Lehmann kam 1887 als Offizier des 82er Regiments nach Göttingen, wechselte aber bald in den Ruhestand. Er war politisch und kulturell sehr aktiv, Angehöriger des Bürgervorsteherkollegiums, führendes Mitglied im Geschichtsverein, engagierter Kolonialpolitiker und ein passionierter Sammler vor allem von Militaria. Seine Sammlung ergänzte er durch die Korrespondenz mit seinem Sohn Ewald, der seit 1904 als Richter in der deutschen Kolonie Tsingtau wirkte, sowie durch die chinesischen Objekte, die Ewald Lehmann nach Deutschland schickte. Hinzu kamen die Korrespondenz mit Hans Wilde, einem entfernten Neffen, der 1901-1902 als Offizier des deutschen Expeditionskorps im Boxerkrieg eingesetzt war. Es ist nicht immer klar, welche Objekte in der heutigen Sammlung von Ewald Lehmann oder Hans Wilde aus China nach Deutschland geschickt worden sind.
Mit seiner sorgfältig geordneten Sammlung, zu der auch hunderte Postkarten unterschiedlicher Provenienz gehörten, begründete Ernst Lehmann eine Tradition, in der insbesondere die Tätigkeit von Ewald Lehmann in Tsingtau eine herausragende Rolle spielte. Diese Tradition wurde von seinen Nachkommen in der Familie Vollmar/Fütterer intensiv gepflegt. Insbesondere Heinz Fütterer und seine Frau Gisela sowie Barbara Mayer haben mit großem Engagement und viel Sachverstand den Nachlass geordnet, inhaltlich erschlossen, Korrespondenzen transkribiert und den Familienstammbaum erforscht.
Nach dem Tod von Ernst Lehmann verblieb seine Sammlung zunächst an seinem letzten Wohnort in Göttingen. In den folgenden Jahrzehnten gingen die Objekte im Zuge verschiedener Erbgänge über seine Tochter Margarete Vollmar und deren Sohn Wolf an seinen Urenkel Heinz Fütterer sowie an dessen Geschwister Barbara Meyer und Dieter Fütterer über. Die Kinder von Heinz Fütterer sowie Barbara Meyer und Dieter Fütterer übergaben im Laufe des Jahres 2023 eine Auswahl der Sammlungsobjekte von Ernst Lehmann und - nahezu vollständig - die Objekte und Korrespondenzen mit Chinabezug aus dem Nachlass von Ewald Lehmann dem Städtischen Museum. Die Korrespondenzen, Zeitungsausschnitte und Münzen mit Bezug auf den Kriegsdienst von Hans Wilde in China waren von Barbara Meyer an dessen Nachkommen Börries Butenop gegeben worden, der daraus eine Dokumentation erarbeitete. Börries Butenop überließ diese Unterlagen 2023 ebenfalls dem Städtischen Museum.
Johannes „Hans“ Gustav Leo Wilde, geb. am 16.01.1875 in Nelep, verstorben am 07.10.1914 in Maucourt (Frankreich), Sohn des Otto Gustav Wilde, Pastor in Nelep, und der Martha Elise Hermine Cäcilie Voigt. Wilde besuchte das Gymnasium in Köslin bis 1893. 1894 trat er als Offiziersanwärter in in das 2. Kurhessische Infanterie-Regiment Nr. 82 in Göttingen ein. 1895 Beförderung zum Leutnant. Von 1900 bis 1902 nahm er an der China-Expedition („Boxeraufstand“) teil. Während dieser Zeit schrieb er mehrere Briefe an Familienmitglieder in Deutschland. Nach seiner Rückkehr diente er im 3. Westfälischen Infanterie-Regiment „Freiherr von Sparr“ Nr. 16 in Mühlheim/Rhein, dort Beförderung zum Oberleutnant. Am 26.09.1903 heiratete er Sophie Luise Bennecke. 1906 war er Lehrer an der Infanterie-Schießschule in Berlin-Spandau. 1911 folgt die Beförderung zum Hauptmann und Dienst im 4. Westfälischen Infanterie-Regiment „Graf Barfuß“ Nr. 17 in Mörchingen/Lothringen. 1912 arbeitete er als Lehrer an der Escuela Superior de Guerra in Buenos Aires/Argentinien.
(Städtisches Museum Göttingen)
- Schlagwort:
- Deckchen
Seide
Raumausstattung
Kolonialismus
Kolonie
Untersetzer
Textilie > Decke
Öffentlichkeit und Gemeinwesen
Weitere Informationen
Administrative Daten
- Link zur Seite:
- https://ku-ni.de/record_kuniweb_2648177
- Lizenz der Metadaten:
- kein Copyright / Public domain (CC0 1.0)
- Lizenz der Digitalisate:
- Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)