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Rechteinhaber: Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig; Foto: Claus Cordes
Herzskarabäus des Harsiese
Allgemein
- Kategorie:
- Archäologie
- Datierung:
- Ägypten, Spätzeit (665-332 v. Chr.)
- Material / Technik:
- Grüner Marmor
- Maße / Umfang:
- Maße: 4,3 x 2,6 x 1,8 cm
Inhalt
- Beschreibung:
- Beschreibung:
Der Skarabäus ist sorgfältig gearbeitet, die beiden Deckflügel sind mit Linien verziert. Auf der Basis befindet sich ein Spruch, der dem Verstorbenen beim Gericht in der Unterwelt helfen soll: Der Verstorbene Harsiese, geboren von Aset-em-ach-bit, der gerechtfertig ist, sagt: „Mein Herz meiner Mutter, mein Herz meiner Mutter! Herz meiner Gestalt! Stehe nicht auf gegen mich als Zeuge, sei nicht gegen mich im Gerichtshof! Tue nichts gegen mich beim Gott, beuge dich nicht vor dem Wägemeister! Du bist mein Ka, der im Leib ist, Chnum (= mein Schöpfer), der meine Glieder gesund macht! Gehe zum Guten, das dort bereitet ist! Lass meinen Namen nicht stinken zum Hofstaat, der die Menschen zu seinen Auferstehenden macht! Hin zum Guten für den Verhörenden, eine Freude für den Richter! Sprich keine Lüge gegen mich vor dem Gott! Siehe, du bist erhoben worden, sodass du gerechtfertigt bist!“ Der Name der Mutter des Verstorbenen ist besonders in der späteren Zeit Ägyptens häufiger belegt (Ranke, PN 1, 4,3). Beim Gericht der Unterwelt wird das Herz des Verstorbenen gewogen, und seine guten und schlechten Taten werden gemessen. Um das Herz gnädig zu stimmen, versucht der Tote mit Spruch 30B des Totenbuchs - Spruch, das Herz des NN sich nicht ihm widersetzen zu lassen im Totenreich - auf es einzuwirken. In Papyri kann dieser Spruch auch noch durch eine Nachschrift ergänzt werden: Zu sprechen über einem Käfer aus grünem Stein, eingefasst in Weißgold, dessen Ring aus Silber ist, platziert am Hals des Verklärten. Dieser Spruch wurde in Hermopolis gefunden, unter den Füßen der Majestät dieses Gottes. Er war geschrieben auf einen Block aus oberägyptischem Sandstein in der Schrift des Gottes selbst in der Zeit der Majestät des Königs von Ober- und Unterägypten, Mykerinos, dem Gerechtfertigten, durch den Königssohn Djedefhor, der es fand, als er sich anschickte, die Tempel zu inspizieren. Herzskarabäen haben keine Längsdurchbohrung, sondern besaßen meist Metalleinfassungen, die jedoch selten erhalten sind. Sie sollten aus hartem, grünem Stein gefertigt sein, da das Herz ebenfalls fest und standhaft bleiben sollte.
Katalog-Nummer:
351
Literatur:
Iris Tinius, Altägypten in Braunschweig, 2011, Hg.: Regine Marth (Sammlungskataloge des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig; 16)
- Schlagwort:
- Spätzeit
Altägypten
Außereuropäische Kunst
Antike
Skarabäus (Visuelles Werk)
Weitere Informationen
Administrative Daten
- Link zur Seite:
- https://ku-ni.de/isil_DE-MUS-026819_2167
- Weitere Information:
- https://publikationsserver.tu-braunschweig.de/receive/dbbs_mods_00065907