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Rechteinhaber: Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig; Foto: Claus Cordes
Apis-Stier
Allgemein
- Kategorie:
- Archäologie
- Datierung:
- Ägypten, Spätzeit bis Römische Zeit
- Material / Technik:
- Hellgrüne Fayence
- Maße / Umfang:
- Maße: 1,1 x 1,4 x ,6 cm
Inhalt
- Beschreibung:
- Beschreibung:
Der Stier steht auf einer rechteckigen Basis und schreitet mit seinem linken Vorderbein aus. Zwischen seinen Hörnern trägt er eine Sonnenscheibe, am Rücken ist eine Öse angebracht. In der Spätzeit gab es eine ganze Reihe von Stierkulten. Neben denen des Mnevis und des Buchis war der des Apis der bekannteste, da Apis als Verkörperung des Gottes Ptah in Memphis angesehen wurde. Apis wurde aufgrund seiner Zeugungskraft verehrt, und laut Diodor I, 85 entblößten sich Frauen vor ihm. Seine Verbindung zur Fruchtbarkeit rückte ihn auch an die Darbringung von Opfern heran. Zwar galten Stiere im Allgemeinen als die edelsten Opfergaben, doch fungierte Apis als Opferträger. Durch die Verbindung von Ptah-Sokar-Osiris gelangte auch Apis in den Kreis der Unterweltsgötter, inbesondere den des Osiris, da dieser ebenfalls Fruchtbarkeitsgott war und auch als „Stier des Westens“ bezeichnet wurde. Darüber hinaus hatten beide eine enge Verbindung zum Mond, der wiederum als „Stier des Himmels“ angesehen wurde. Die Verbindung Apis-Osiris wies darauf hin, dass Apis ebenso wie jeder andere Verstorbene zu Osiris wurde, was sich auch in der Bezeichnung des Toten als Osiris widerspiegelte. Desweiteren ist Apis mit Atum zu Apis-Atum verschmolzen, weswegen der Stier seit dem Neuen Reich eine Sonnenscheibe zwischen seinen Hörnern trägt. Das Apieion, die Stätte, an der der lebende Apis verehrt wurde, lag direkt am Tempel des Ptah in Memphis und bestand aus einem Stall mit vorgelagertem Hof. Zu bestimmten Zeiten wurde der Stier in den Hof gebracht, wo man sein Verhalten in Form von Orakeln deutete. Nach dem Tod des alten Apis wurde jeweils ein Stier ausgewählt, dessen Zeichnung bestimmte Kriterien erfüllen musste. So waren eine dreieckige, weiße Blesse und eine überwiegend schwarze Färbung notwendig, wobei die Flecken vorgegebene Formen aufweisen mussten. Nach Herodot III, 28 musste beispielsweise der Rückenfleck einem Adler gleichen.
Katalog-Nummer:
292
Literatur:
Iris Tinius, Altägypten in Braunschweig, 2011, Hg.: Regine Marth (Sammlungskataloge des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig; 16)
- Schlagwort:
- Spätzeit bis Römische Zeit
Altägypten
Außereuropäische Kunst
Antike
Amulett
Weitere Informationen
Administrative Daten
- Link zur Seite:
- https://ku-ni.de/isil_DE-MUS-026819_1935
- Weitere Information:
- https://publikationsserver.tu-braunschweig.de/receive/dbbs_mods_00065907