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Thora-Wimpel

Bibliografische Daten

fullscreen: Thora-Wimpel

Allgemein

Kategorie:
Alltagskultur
Datierung:
1701
Material / Technik:
Seide
Weben
handgenäht
Maße / Umfang:
Höhe: 19 cm
Länge: 345 cm

Inhalt

Beschreibung:
Aus vier aneinandergesetzten Teilen bestehend; verbunden mit Borten aus Silberlahn; Buchstaben und Darstellungen mit gelbem, grünem, blauem, hellblauem, weißem und braunem Seidenfaden in Spann-, Stiel- und Languettenstich bestickt; gesäumt mit Languettenstich.

Text der hebräischen Schrift: "Schmu`el, der Sohn Jakobs, möge er leben lange und gute Tage, ist geboren unter einem guten Zeichen, am fünften Tag (Donnerstag), 28. Adar II 461 (7. April 1701) nach der kleinen Zählung. Möge er heranwachsen zur Torah, zur chuppah (Traubaldachin, d.h. zur Heirat) und zu guten Werken. Amen. Sela."

Die Buchstaben sind in verschiedenen Farben konturiert und ausgestickt; teilweise mit Blüten und mit Vögeln geschmückt. Unter- und oberhalb der Schrift Blütenranken, Bäume und Darstellungen von verschiedenen Tieren: ein Hirsch, auf den ein Jäger schießt, ein Pfau und andere Vögel, Fuchs, Pferd, springendes Reh, Schlangen und ein Doppeladler. Der Doppeladler steht hier weniger für eine Provenienz aus einem bestimmten Herrschaftsbereich. Er war ein gängiges Schmuckelement auf älteren Judaica.
Am Textanfang Darstellung einer Vase mit Blütenzweigen. Neben dem Wort "Glück" Darstellung des Tierkreiszeichens Fische als ein Mann mit einem gefüllten Fischnetz. Im Buchstaben chet oben eingestickt: "am fünften Tag". Der Monatsnamen Adar erscheint hier als Veadar ("und -noch einmal - Adar"), der in Schaltjahren im jüdischen Kalender eingefügt wird. Neben dem Wort "Torah" Darstellung von Moses mit zwei Gesetzestafeln, flankiert von Darstellungen der Sonne, des Mondes und der Sterne. Neben dem Wort "Heirat" Darstellung eines Baldachins mit Brautpaar einen Ehering haltend; darunter Darstellung eines Storches.

Torah-Wimpel werden aus der Beschneidungswindel des Jungen hergestellt. Die Windel wird in drei oder vier Streifen zerschnitten und mit dem Namen des Jungen, dem Geburtsdatum und formelhaften Wünschen für einen gottgefälligen Lebensweg bestickt und ab dem 18. Jh. auch bemalt. Die hebräischen Buchstaben werden meist vorgemalt und dann, mal kunstvoll, mal einfacher - je nach Können und wirtschaftlicher Lage der Familie - ausgeführt. Manchmal wurde auch ein externer Kunsthandwerker beauftragt. Der Wimpel wird beim ersten Besuch des Jungen mit seinem Vater in der Synagoge nach der Lesung um die Torah-Rolle gewickelt (gelila). Die Rollen werden dadurch fixiert, und auf symbolische Art wird der Junge in die Gemeinde und die jüdischen Religionsgesetze eingebunden. Auch bei der bar mitzvah und der Hochzeit wird der Wimpel, der in der Synagoge aufbewahrt wird, wieder verwendet. Vor dem Gebrauch ziviler Register dienten Wimpel auch als eine Art Geburtsurkunde. Der Ursprung des Wimpel-Brauchs liegt im spätmittelalterlichen Mitteleuropa. Bei der Ausgestaltung und dem Gebrauch gibt es regionale Unterschiede. In einigen aschkenasischen Gemeinden in den USA werden auch in der Gegenwart Wimpel hergestellt, wobei Jungen und Mädchen einen Wimpel bekommen.

(Städtisches Museum Göttingen)

Beschrieben in:
Mordechai Bernstein, Nisht derbrente shaytn, Buenos Aires 1956:330-340

Beschrieben in:
„Synagoga : jüdische Altertümer, Handschriften und Kultgeräte ; Historisches Museum Frankfurt am Main 17. Mai - 16. Juli 1961; [Recklinghausen, Kunsthalle, 3.11.1960 - 15.1.1961]“. Ner-Tamid-Verl., Frankfurt am Main, 1961. (Historisches Museum Frankfurt, Synagoga, Frankfurt 1961, Kat.Nr. 253)

Beschrieben in:
„Jüdisches Kultgerät des 17. bis 19. Jahrhunderts : 3. November bis 31. Dezember 1968 [Göttingen: Städtisches Museum]“. Städtisches Museum, Göttingen, 1968. (Waldemar Röhrbein, Jüdisches Kultgerät, Göttingen 1968, S. 15, Nr. 32)

Beschrieben in:
„Monumenta Judaica : 2000 Jahre Geschichte und Kultur der Juden am Rhein ; Eine Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum“. J. Melzer-Verl, Köln, 1963. (Konrad Schilling, Monumenta Judaica, Köln 1964, Kat.Nr. 320-324)

Beschrieben in:
„700 Jahre Juden in Südniedersachsen - Geschichte und religiöses Leben : Ausstellung im Städtischen Museum Göttingen vom 14. Oktober bis 9. Dezember 1973. Siebenhundert Jahre Juden in Südniedersachsen - Geschichte und religiöses Leben“. Städt. Museum, Göttingen, 1973. (Waldemar Röhrbein, 700 Jahre Juden in Südniedersachsen, Göttingen 1973, S. 103, Nr. 338.)

Beschrieben in:
„Synagoga : Kultgeräte u. Kunstwerke von d. Zeit d. Patriarchen bis zur Gegenwart“. Städtische Kunsthalle, Recklinghausen, 1961. (Städtische Kunsthalle Recklinghausen, Synagoga, 1960, Kat.Nr. C 88)
Schlagwort:
Synagogale Ausstattung

Weitere Informationen

Objekttyp:
3D-Objekt
Sammlung:
Judaica
Einrichtung:
Städtisches Museum Göttingen
Aufbewahrungsort:
Städtisches Museum Göttingen
Identifikator:
2011/269

Administrative Daten

Link zur Seite:
https://ku-ni.de/record_kuniweb_942941
Lizenz der Metadaten:
Lizenz:
Lizenz der Digitalisate:
https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de

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