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Thora-Wimpel

Bibliografische Daten

fullscreen: Thora-Wimpel

Allgemein

Kategorie:
Alltagskultur
Datierung:
1772
Material / Technik:
Leinen
bemalt
Maße / Umfang:
Höhe: 20 cm
Länge: 328 cm

Inhalt

Beschreibung:
Torahwimpel, aus der Synagoge zu Adelebsen. Wimpel aus vier Leinenstreifen. Streifen in Languettenstich zusammengenäht und umsäumt mit gelblichem und braunen Seidenfaden, aufwändig und kunstvoll bemalt in Grün-, Rot-, Gelb-, Blau- und Brauntönen.

Text der hebräischen Aufschrift: "Josef, der Sohn des ehrenwerten Herrn Jacov Segal, ist geboren unter einem guten Zeichen am Neumond des Tamuz 532 (2. Juli 1772) nach kleiner Zählung. Der Name des Herrn lasse ihn heranwachsen zur Torah - und dies ist die Torah - und zur chuppah (Traubaldachin, d.h. Heirat) und zu guten Werken. Amen Sela."

Der Name Jacov wurde hier mit dem Buchstaben aleph statt ajin geschrieben - eine gängige Variante. Die hebräischen Buchstaben sind farbig ausgemalt, dunkel umrandet und mit pflanzlichen oder geometrischen Ornamenten ausgefüllt. Im Buchstaben He, der als Abkürzung für Hashem, "der Name (des Herrn)" steht, ist im oberen Teil das Wort Hashem ausgeschrieben. Oben und unten wird die Aufschrift von verschiedenen, realistisch gemalten Blütenpflanzen begleitet: u.a. Narzissen, Maiglöckchen, Nelken, Tulpen. Zu Beginn des Wimpels die Darstellung einer bekrönten Levitenkanne, die von mit einer Schleife zusammengehaltenen Zweigen - ein Palm- und ein Olivenbaumzweig? (als Symbol des Landes Israel) - gerahmt wird. Nach dem Wort "geboren" Darstellung des Sternzeichens Krebs (sartan), in dem der Junge Josef geboren wurde. Der hier wie ein Hummer gemalte Krebs wird von einem Kranz aus Zweigen und einer Krone gerahmt, darüber die hebräischen Buchstaben BMST für "unter einem guten Zeichen". Weiter im Text die Darstellung einer Torahrolle, darin die Worte "zur Torah - und dies ist die Torah". Letzter Teil deutet die Zeile in Devarim 4:44 (5. Buch Mose) an, die nach der Torahlesung im Gottesdienst gesungen wird: "Und dies ist die Torah, die Moshe den Kindern Israels gegeben hat":
זֹאת הַתּוֹרָה אֲשֶׁר שָׂם מֹשֶׁה לִפְנֵי בְּנֵי יִשְׂרָאֵל

Hinter dem Wort "zur chuppah" Darstellung einer solchen: Unter dem an vier Pfosten mit wehenden Fahnen befestigten Trauhimmel steht links die Braut, die vom Bräutigam den Trauring angesteckt bekommt. Rechts, im roten Rock, der Rabbiner, in der Hand das für das Trauritual benötigte Weinglas in der einen, den Ehevertrag (ketubbah) in der anderen Hand. Bemerkenswert ist die detailgetreue Wiedergabe der zeitgenössischen Kleidung des Rokoko. Bräutigam und Rabbiner tragen Cape, Weste, Rock, Culotte und hochhackige Schuhe oder Stiefel sowie Hut. Gemäß der Rokoko-Mode ist der Bräutigam glattrasiert, der Rabbiner trägt dem biblischen Gebot treu einen Bart. Die Braut trägt eine hochgeschlossene, taillierte Robe mit großen Pleureuse-Manschetten und ebenfalls ein Cape und hochhackige Schuhe. Ob sie einen hochgestellten Schleier oder eine modische Turmfrisur trägt, ist nicht genau zu erkennen. Über dem Hochzeitspaar steht ein sonnenartiges Symbol, das an die süddeutschen Chuppasteine erinnert, ein häufig an dieser Stelle auf Torahwimpeln verwendetes Symbol. An den Chuppasteinen, meist in die Synagogenwand eingelassene verzierte Steinplatten, wurde bei einer Heirat ein Glas zerschmettert, um die Hochzeit zu besiegeln und an die Zerstörung des Jerusalemer Tempels zu erinnern.

(Städtisches Museum Göttingen)

Beschrieben in:
Mordechai Bernstein, Nisht derbrente shaytn, Buenos Aires 1956:330-340

Beschrieben in:
„Jüdisches Kultgerät des 17. bis 19. Jahrhunderts : 3. November bis 31. Dezember 1968 [Göttingen: Städtisches Museum]“. Städtisches Museum, Göttingen, 1968. (Waldemar Röhrbein, Jüdisches Kultgerät, Göttingen 1968, Nr.36;)

Beschrieben in:
„Monumenta Judaica : 2000 Jahre Geschichte und Kultur der Juden am Rhein ; Katalog“. Bachem, Köln, 1963. (Konrad Schilling, Monumenta Judaica, Köln 1964, Kat.Nr. 320-324)
Schlagwort:
Synagogale Ausstattung

Weitere Informationen

Objekttyp:
3D-Objekt
Sammlung:
Ausgewählte Objekte aus den Sammlungen des Städtischen Museums Göttingen
Einrichtung:
Städtisches Museum Göttingen
Aufbewahrungsort:
Städtisches Museum Göttingen
Identifikator:
JC.1917.335,5

Administrative Daten

Link zur Seite:
https://ku-ni.de/record_kuniweb_942927
Lizenz der Metadaten:
Lizenz:
Lizenz der Digitalisate:
https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de

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