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Pultdecke

Bibliografische Daten

fullscreen: Pultdecke

Allgemein

Kategorie:
Alltagskultur
Datierung:
1836
Material / Technik:
Seide
handgenäht
Weben
Maße / Umfang:
Höhe: 66 cm
Breite: 58 cm

Inhalt

Beschreibung:
Pult- oder Bimadecke stammt aus einer Synagoge. Der Seidenbrokat weist eine eingewebte Blumenmusterung auf, der Rand ist mit breitem Brokatband mit Blumenmusterung eingefasst, am oberen Rand hat eine schmale Gold- und Silberlahnborte. Mit gelblicher Seide in Plattstich über Pappformen (Spreng-technik) die hebräische Stifterwidmung aufgestickt: "Itzik, S(ohn des) e(hrenwerten) Mendel aus Fürth, 596 (1836)." Mit blauem Futterstoff gefüttert. Auf der Rückseite intensiv blauer, glatter Chintz-Stoff.
Wie auch bei Thoravorhängen wurde hier möglicherweise der Brokatstoff von einem Brautkleid wiederverwendet. Aufwändig hergestellte Brokatseide, wie bei diesem Objekt verwendet, wurde zumeist in Frankreich, hauptsächlich in Lyon, hergestellt.
Zu den textilen Dekorationsobjekten in der Synagoge, die eine primäre rituelle Funktion erfüllen, gehört die Decke, die das Lesepult (hebr. bima oder almemor) bedeckt, weil sie die Thorarolle direkt berührt. Die bima steht erhöht vor dem Thoraschrank (hebr. aron hakodesch) oder im Zentrum der Synagoge. Dorthin werden die Gemeindemitglieder zur Lesung der Thorarolle aufgerufen (hebr. aliyah, "Erhöhung"), die aus dem Thoraschrank "ausgehoben" und auf der bima entrollt wird. Die Decke dient neben der Dekoration der Synagoge dem rituellen und physischen Schutz der heiligen Thorarolle. Wie für viele andere prominente Ritualobjekte in der Synagoge typisch, wurde auch diese Bimadecke gestiftet, was entsprechend auf dem Objekt vermerkt wurde. Die Heimatstadt des Stifters, Fürth, war im 19. Jh. eines der jüdischen Zentren in Deutschland und hatte daher den Beinamen "fränkisches Jerusalem".


"Kurze Wegleitung durch die Städtische Altertums-Sammlung zu Göttingen", Göttingen, Juni 1900, S. 9. - Ebd, 1902. - Bruno Crome, Führer durch die Altertumssammlung, Göttingen 1919, S. 17.

Konrad Schilling, Monumenta Judaica, Köln 1964, Kat.Nr. E 420.

Waldemar Röhrbein, Jüdisches Kultgerät, Göttingen 1968, S. 20; Nr. 42.

Waldemar Röhrbein, 700 Jahre Juden in Südniedersachsen, Göttingen 1973, S. 112, Nr. 372. (Städtisches Museum Göttingen)

Beschrieben in:
„Jüdisches Kulturgerät im Lande Niedersachsen : Ausstellung im jüdischen Kulturzentrum Hannover, Haeckelstraße 10“. Goltze, Göttingen, 1969. (Waldemar Röhrbein, Jüdisches Kultgerät, Göttingen 1968, S. 20; Nr. 42.)

Beschrieben in:
„Monumenta Judaica : 2000 Jahre Geschichte und Kultur der Juden am Rhein ; Eine Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum“. J. Melzer-Verl, Köln, 1963. (Konrad Schilling, Monumenta Judaica, Köln 1964, Kat.Nr. E 420.)

Beschrieben in:
B. Crome, „Kurze Wegleitung durch die städtische Altertums-Sammlung zu Göttingen“. Huth, Göttingen, 1904. ("Kurze Wegleitung durch die Städtische Altertums-Sammlung zu Göttingen", Göttingen, Juni 1900, S. 9. - Ebd, 1902. - Bruno Crome, Führer durch die Altertumssammlung, Göttingen 1919, S. 17.)
Schlagwort:
Synagogale Ausstattung

Weitere Informationen

Objekttyp:
3D-Objekt
Sammlung:
Judaica
Einrichtung:
Städtisches Museum Göttingen
Aufbewahrungsort:
Städtisches Museum Göttingen
Identifikator:
1898/729

Administrative Daten

Link zur Seite:
https://ku-ni.de/record_kuniweb_925705
Lizenz der Metadaten:
Lizenz:
Lizenz der Digitalisate:
https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de

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