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Amulett für Neugeborene

Bibliografische Daten

fullscreen: Amulett für Neugeborene

Allgemein

Kategorie:
Textilkunst
Datierung:
ca. 1752
Material / Technik:
Silber
Seide
Weben
Metalltechnik
Maße / Umfang:
Höhe: 6 cm
Breite: 8,5 cm

Inhalt

Beschreibung:
Jüdisches Amulett für Neugeborene in dreieckiger Form, am Rand angenäht drei Münzen.
Das Dreieck besteht aus einem zusammengefalteten und zusammengenähten Brokatstoff (silberne Metallfäden, senffarbenes Seidengewebe). Umrandet mit einer aufwändig gearbeiteten Spitzenborte aus Silberlahn. Die Münzen sind mit einer angelöteten Öse versehen und mit senffarbenen Garn an die Ränder des Stoffdreiecks angenäht. An den
oberen Ecken sind Reste blauer Seide erkennbar, vermutlich Überbleibsel des Bandes, mit dem das Amulett um den Hals gehängt wurde.
Folgende Münzen befinden sich am Amulett:
1. 1/6 Taler (1752); Fürstentum Anhalt-Bernburg, Herzog Viktor Friedrich (1721-1765) von Anhalt-Bernburg. (Gerhard Schön: Deutscher Münzkatalog 18. Jahrhundert (1700-1806), 4.
Auflage 2008, Anhalt-Bernburg, Nr. 12)
2. 1/3 Taler (1692); Herzogtum Braunschweig-Lüneburg / Calenberg, Herzog Ernst August (1679-1698) von Braunschweig-Lüneburg / Calenberg u. Bischof von Osnabrück. (N. Douglas Nicol: Standard catalog of German coins. 1501 to present, 3. Auflage 2011,
Brunswick-Lüneburg / Calenberg, KM#346)
3. 1/4 Taler (1564); Kurfürstentum Sachsen, Kurfürst August I. (1553-1586) von Sachsen.
(N. Douglas Nicol: Standard catalog of German coins. 1501 to present, 3. Auflage 2011l, Saxony-Albertine, MB#190)
Amulette sind in vielen Kulturen und Epochen verbreitet. Im Judentum wurde ihre Legitimität diskutiert; Maimonides sprach sich gegen sie aus. Dennoch waren sie, besonders auch im Judentum im islamischen Kulturbereich, populär.
Aus Mitteleuropa sind nur wenige Beispiele der vorliegenden Form überliefert, z.B. in Frankfurt: vgl. Jüdisches Museum Frankfurt (Hg.): Die Pracht der Gebote. Die Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums Frankfurt am Main, Köln 2006, Kat. Nr. 548. Aus Endingen/Schweiz: Anna Rapp Buri: Jüdisches Kulturgut in und aus Endingen und Lengnau, Heidelberg 2008, Kat. Nr. 291. Aus Göppingen: Jüdisches Museum München. Der Verbleib weiterer Exemplare aus Deutschland im ehem. Ethnol. Museum Haifa und im Israel Museum/Jerusalem ist heute unbekannt. Dementsprechend stellen die beiden Göttinger Stücke eine Seltenheit dar. Exemplare der Kategorie Beschneidungsamulette, in die JC.1903/1145 und 1146 gehören, dienten dem Schutz neugeborener Jungen in den ersten Tagen nach der Geburt, in denen sie als besonders anfällig für den bösen Blick und den Angriff von Dämonen, besonders der Dämonin Lilith, erachtet wurden. Die Schutzamulette wurden dann auch während der Beschneidung angelegt; dementsprechend ist die Bezeichnung Beschneidungsamulett, wie sie häufiger in der Literatur vorkommt, zu eng gefasst. Die schützenden Elemente des Amuletts sind in diesem Fall die Münzen. Diese Praxis wurde bereits im Buch Raziel, verfasst im 12. Jh. in Worms, erwähnt. Verbreitet war sie bis zu Beginn des 20. Jh. vorallem in Süddeutschland, dem Elsass, der Schweiz und vorallem in Hessen. Aufgrund der Herkunft der Münzen wird die Herkunft der Amulette im Hessen benachbarten welfischsächsischen
Raum angesiedelt. (Katalog von Christian Riemenschneider; Städtisches Museum Göttingen)

Verwendungszweck:
Jüdisches Amulett für Neugeborene
Schlagwort:
Geburt
Amulett
Kleidung > Accessoire, Zubehör > Schmuck

Weitere Informationen

Objekttyp:
3D-Objekt
Sammlung:
Ausgewählte Objekte aus den Sammlungen des Städtischen Museums Göttingen
Einrichtung:
Städtisches Museum Göttingen
Aufbewahrungsort:
Städtisches Museum Göttingen
Identifikator:
JC.1903.1146

Administrative Daten

Link zur Seite:
https://ku-ni.de/record_kuniweb_2659198
Lizenz der Metadaten:
Lizenz:
Lizenz der Digitalisate:
https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de

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