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Kiddusch-Becher

Bibliografische Daten

fullscreen: Kiddusch-Becher

Allgemein

Kategorie:
Alltagskultur
Datierung:
17. Jahrhundert; 2. Hälfte (weiße Kartei)
Material / Technik:
Silber
Gold
graviert
gegossen
vergoldet
getrieben
Maße / Umfang:
Durchmesser: 7 cm
Höhe: 8,5 cm
Durchmesser: 5,1 cm (Fuß)
Durchmesser: 6,6 cm (Lichte Weite)

Inhalt

Beschreibung:
Kiddusch-Becher in zylindrischer Form aus Göttingen. Außen: Sockelzone glatt mit teils abgeriebener Vergoldung. Darüber ist die Wandung durch Punzierung in Schlangenhautmanier verziert; diese Zone ist nicht vergoldet. Oben unter dem Lippenrand ist die Wandung wieder glatt, mit teils abgeriebener Vergoldung. Dort die hebräische Inschrift:
זכור ושמור את יום השבת לקדשו

"Gedenke und achte den Schabbat, ihn zu heiligen", "sachor u schamor et jom ha schabbat le kadd'scho"

Der Lippenrand darüber ist zweifach profiliert. Innen: Der Becher ist innen glatt und komplett vergoldet. Zwei Marken unter dem Becher: "G" mit Krone, also Göttinger Beschau; und "MF", wobei über dem M ein Punkt ist, sodass die Punze als Meisterzeichen von Johann (Hans, i.e. Iohann) Mühlenpfort, der im November 1668 das Bürgerrecht erwarb, gelesen werden kann.
Die Form des Kiddusch-Bechers ist die eines Satzbechers. Diese Form kam im 16. Jh. auf, fand im 17. Jh. aber erst größere Verbreitung. Meistens wurden sie im Satz von sechs, zehn oder zwölf Stück hergestellt. Wahrscheinlich kam der Becher (bzw. ein Teil oder der komplette Satz) in jüdischen Besitz und wurde dort mit der hebräischen Inschrift versehen, um ihn als Kiddusch-Becher zu nutzen. Ähnliche Kiddusch-Becher des 17. Jh. mit oder ohne Inschrift finden sich z.B. im Jüdischen Museum Frankfurt, Israel Museum Jerusalem, Joods Historisch Museum Amsterdam, Jüdisches Museum Prag, Brooklyn Museum New York.
Der Kiddusch-Becher wird zu Hause oder in der Synagoge mit Wein gefüllt, der anlässlich des Schabbatbeginns oder -ausgangs oder anderer Feiertage gesegnet und getrunken wird. Kiddusch bedeutet "Heiligung".


English version:
Cylindrical Kiddush cup from Göttingen. Exterior: Smooth base with partially worn gilding. Above this, the wall is decorated with snake skin-style punching; this area is not gilded. Above the rim, the wall is smooth again, with partially worn gilding. There is a Hebrew inscription:
זכור ושמור את יום השבת לקדשו

“Remember and observe the Sabbath, to keep it holy,” “sachor u schamor et yom ha shabbat le kadd'scho”

The rim above is double profiled. Inside: The cup is smooth on the inside and completely gilded. Two marks under the cup: “G” with a crown, i.e. Göttingen inspection mark; and “MF”, with a dot above the M, so that the mark can be read as the master's mark of Johann (Hans, i.e. Iohann) Mühlenpfort, who acquired citizenship in November 1668.

The shape of the Kiddush cup is that of a set cup. This shape emerged in the 16th century, but only became widespread in the 17th century. They were usually produced in sets of six, ten, or twelve. The cup (or part or all of the set) probably came into Jewish possession and was inscribed with Hebrew lettering so that it could be used as a Kiddush cup. Similar 17th-century Kiddush cups with or without inscriptions can be found, for example, in the Jewish Museum in Frankfurt, the Israel Museum in Jerusalem, the Jewish Historical Museum in Amsterdam, the Jewish Museum in Prague, and the Brooklyn Museum in New York.
The Kiddush cup is filled with wine at home or in the synagogue, which is blessed and drunk at the beginning or end of Shabbat or on other holidays. Kiddush means “sanctification.”

(Städtisches Museum Göttingen)
Schlagwort:
Hebraistik
Sabbat
Kiddush
Synagoge
Judentum
Juden
Wein
Mahlzeit
Feiertag
Silberschmied
Segen
Zeremonie
Judaika
Ritual
Silber
tôrah
Samstag
Essen
Trinken
Brot
Religion/Glaube

Weitere Informationen

Objekttyp:
3D-Objekt
Sammlung:
Ausgewählte Objekte aus den Sammlungen des Städtischen Museums Göttingen
Einrichtung:
Städtisches Museum Göttingen
Aufbewahrungsort:
Städtisches Museum Göttingen
Identifikator:
JC.1990.466

Administrative Daten

Link zur Seite:
https://ku-ni.de/record_kuniweb_2647996
Lizenz der Metadaten:
Lizenz:
Lizenz der Digitalisate:
https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de

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