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Statue des Philippos III. Arrhidaios

Bibliografische Daten

fullscreen: Statue des Philippos III. Arrhidaios

Allgemein

Kategorie:
Archäologie
Datierung:
Ägypten, Makedonische Zeit (323-317 v. Chr.)
Material / Technik:
Rötlich-grau gefleckter Granit, poliert
Maße / Umfang:
Maße: 59,4 x 22,2 x 28 cm

Inhalt

Beschreibung:
Beschreibung:
Die Statue des knieenden Königs trägt ein Nemes-Kopftuch, dessen gleichmäßige Streifen abwechselnd rau belassen und poliert wurden. An der Stirn befindet sich kein Uräus, und es gibt auch keine Zapflöcher oder andere Hinweise, dass ein solcher befestigt war. Im ovalen Gesicht sitzen eng zusammenstehende, mandelförmige Augen, deren Lidränder sich deutlich nach außen wölben. Der obere Lidrand wurde jeweils über die äußeren Augenwinkel verlängert, doch nicht zu einem Schminkstrich ausgearbeitet. Die nur durch eine leichte Erbebung modellierten Augenbrauen bilden einen halbrunden Bogen, der oberhalb der Nasenwurzel frei bleibt und ein Dreieck bildet. Die Nase beginnt an ihrer Wurzel schmal, doch verbreiterte sie sich nach unten deutlich. Der volle Mund ist zu einem Lächeln gearbeitet, die Mundwinkel sind gebohrt. Darunter sitzt ein kleines, rundes Kinn. Auch hier gibt es keine Vorrichtungen zur Befestigung eines Götterbartes. Die rechtwinklig nach vorne gestreckten Arme halten in ihren Händen eine Opferplatte, wobei die Hände am Gelenk angewinkelt sind und die Daumen auf der Opferplatte aufliegen. Unterarme und Hände sind eine Ergänzung aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Der hierfür angesetzte Granit unterscheidet sich nur durch eine leicht gelblichere Färbung und eine gröbere Körnung vom älteren Stein, sodass der Unterschied nur bei genauer Betrachtung auffällt. Gekleidet ist die Figur in einen plissierten Königsschurz. Die vorne oval abgerundete Basis ist nur wenig größer als die von der Figur eingenommene Fläche. Auf der Rückseite der Statue befindet sich ein Rückenpfeiler, der bis kurz oberhalb des Nackens reicht und damit das zopfartige Ende des Kopftuches verbirgt. Auf den Seitenteilen des Pfeilers ist jedoch dieser fehlende Teil des Kopftuches jeweils angegeben. Auf dem Rückenpfeiler befindet sich eine Inschrift, die oben und an den Seiten von einer Linie begrenzt wird. Dabei sind die Seitenlinien wenig unterhalb der oberen Linie unterbrochen, sodass sich dort ein Abschluss bildet, der an die Hieroglyphe für „Himmel“ (Gardiner Zeichenliste N 1) erinnert. Die Inschrift selbst nennt den Beginn der Titulatur von Philippos III. Arrhidaios: nTr nfr nb tA.wj njsw.t-bj.tj „Guter Gott, Herr der beiden Länder, König von Ober- und Unterägypten, Setep-ka-en-Ra meri-Amun“. Der nächste Teil der Inschrift ist teilweise zerstört, doch konnte der Ägyptologe Adolf Erman Ende des Jahres 1900 noch die Hieroglyphen sA Ra „Sohn des Re“ erkennen. Zumindest die Sonnenscheibe für „Re“ ist auch heute noch auszumachen. Die folgenden Bruchstellen passen zu den Zeichen nb xa.w „Herr der Kronen“, worunter die eingetieften Ränder einer zweiten Kartusche erkennbar sind. Der weitere Teil ist zu zerstört, um Angaben darüber machen zu können. Erst die letzten beiden Hieroglyphen der Inschrift sind wieder erhalten. Oberhalb eines Kanal-Zeichens (N 36) sind noch die Füße, ein Teil des Körpers sowie der gespaltene Schwanz eines Vogels zu erkennen, bei dem es sich aufgrund der Bruchstellen eventuell um eine Schwalbe (G 36) handeln könnte. Über dem Schwanzansatz befindet sich außerdem der untere Teil eines Zeichens, bei dem es sich um ein Lasso (V 4) handeln könnte. Es wäre somit möglich, am Ende der Inschrift das Wort wAD-wr, „das große Grüne“ als Bezeichnung für das Mittelmeer, zu lesen. Adolf Erman war in seiner Zuordnung der Statue zu Arrhidaios unsicher, da er die erste Hieroglyphe in der Kartusche übersehen hat, sodass die Kartusche tatsächlich die Thronnamen von Alexander dem Großen oder Ptolemaios I. wiedergeben würde. Durch das zusätzliche Zeichen hingegen können diese beiden ausgeschlossen werden, vgl. Korrespondenz Neu 210)

Katalog-Nummer:
147

Literatur:
Iris Tinius, Altägypten in Braunschweig, 2011, Hg.: Regine Marth (Sammlungskataloge des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig; 16)
Schlagwort:
Makedonische Zeit (323-317 v. Chr.)
Altägypten
Außereuropäische Kunst
Antike
Statue
Skulptur

Weitere Informationen

Objekttyp:
3D-Objekt
Sammlung:
Altägypten in Braunschweig
Einrichtung:
Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig
Aufbewahrungsort:
Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig
Identifikator:
Aeg S 20

Administrative Daten

Link zur Seite:
https://ku-ni.de/isil_DE-MUS-026819_2164
Lizenz der Metadaten:
Lizenz:
Lizenz der Digitalisate:
https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de
Weitere Information:
https://publikationsserver.tu-braunschweig.de/receive/dbbs_mods_00065907

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