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Länge: 131 cm</mods:extent></mods:physicalDescription><mods:abstract>Thora-Vorhang (hebr. parochet) vom Ende des 18. Jh. Weiße Seide, in Leinenbindung gewebt, mit hellblauen und verblichenen rosa Streifen und broschierend eingewebten Blumen aus mehrfarbiger Flock- und Ondéeseide. Alte Nahtspuren und Falten weisen auf eine frühere Verwendung des Stoffes als Kleiderstoff hin. Die oberen 45 cm des Vorhangs bestehen aus einem hellblauen Taft und einer hellblauen Seide, beides aus der Zeit Anfang des 19. Jh. An der Oberkante im Abstand von etwa 10 cm rosa Leinenbänder mit Messingringen (die Messingringe wurden 1985 von der Textilrestauratorin Hannelore Hogger (s.u.) aus konservatorischen Gründen entfernt). Auf der Naht der Oberkante befanden sich ebenfalls, wahrscheinlich später angebrachte Messingringe. An der linken Seite oben befindet sich der Rest eines blau-gelb gestreiften Halbseidengewebes, das wahrscheinlich nach Anbringen der Ringe abgeschnitten wurde. Das rückseitige Leinenfutter des Vorhangs wurde etwa 1 cm breit auf die Vorderseite geklappt und dort festgenäht. Um dies zu verdecken, wurde umlaufend ein zackenförmiges  Band aus hellblauer Seide aufgenäht.
Der Mittelteil besteht aus blauer, in Leinenbindung gewebter Seide. Diese weist ein regelmäßiges Punktmuster auf, das durch eine flottierende (Fäden überspringende) Webart hergestellt wird. 

Darauf die hebräische Inschrift: "Dieser Vorhang gehört dem Herrn Jitzchak, Sohn unseres Lehrers Chiskia, und seiner Gattin Chaila, Tochter des ehrenwerten Herrn Leib." 

Die Buchstaben sind in Sprengtechnik, einer aufwändige Sticktechnik, bei der Metallfäden über (Papp-)Formen gestickt werden, ausgeführt. Dafür wurden hier Lahnfäden (vergoldetes Silber auf weißer und gelber Seidenseele) benutzt. Der Mittelteil wird von einem ca. 1,5 cm breiten Band umrandet. Dieses wurden aus Goldfäden in Atlasbindung  gewebt. Aus dem gleichen Band wurde die stilisierte, pflanzenartige Kartusche und die daraufsitzende Krone hergestellt, die die Inschrift umgeben. Ein Teil der Kartusche und Krone ist mit längs aufgeschnittenen und dementsprechend fransigen Lahnbändern geschmückt, ein Teil der Krone mit Verzierungen aus einem einfachen Silberlahnfaden bestickt.

Der Thoravorhang hängt in den Synagogen des aschkenasischen Kulturbereichs vor dem Thoraschrank (hebr. aron hakodesch), in italienischen und sefardischen Synagogen meist hinter dessen Türen. Im Thoraschrank befindet sich das Heiligste der Synagoge, die Thorarolle(n). Fast immer ist der Vorhang aufwändig gearbeitet, mit Symbolen und Stifterinschriften versehen. Der vorliegende weiße Vorhang wird für zwei der Hohen Feiertage reserviert gewesen sein: das jüdische Neujahr (Rosch Haschana) und das Versöhnungsfest (Jom Kippur). An diesen Tagen werden die (mehr-)farbigen Vorhängedurch durch einen weißen Vorhang ausgetauscht. 

 (Städtisches Museum Göttingen)

Beschrieben in:
„Synagoga : Kultgeräte u. Kunstwerke von d. Zeit d. Patriarchen bis zur Gegenwart“. Städtische Kunsthalle, Recklinghausen, 1961. (Städtische Kunsthalle Recklinghausen, Synagoga, 1960, Kat.Nr. C 16)

Beschrieben in:
„Synagoga : jüdische Altertümer, Handschriften und Kultgeräte ; Historisches Museum Frankfurt am Main 17. Mai - 16. Juli 1961; [Recklinghausen, Kunsthalle, 3.11.1960 - 15.1.1961]“. Ner-Tamid-Verl., Frankfurt am Main, 1961. (Historisches Museum Frankfurt, Synagoga, Frankfurt 1961, Kat.Nr.191)</mods:abstract><mods:subject><mods:topic>Synagogale Ausstattung</mods:topic></mods:subject><mods:relatedItem ID="slg_0190" type="host"><mods:titleInfo><mods:title>Judaica</mods:title></mods:titleInfo></mods:relatedItem><mods:identifier type="kuni">record_kuniweb_942943</mods:identifier><mods:location><mods:physicalLocation type="current" valueURI="isil_DE-MUS-056117">Städtisches Museum Göttingen</mods:physicalLocation><mods:shelfLocator>2015/117</mods:shelfLocator></mods:location><mods:accessCondition type="use and reproduction" xlink:href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de">Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)</mods:accessCondition><mods:recordInfo><mods:recordContentSource valueURI="http://ld.zdb-services.de/resource/organisations/DE-MUS-056117">Städtisches Museum Göttingen</mods:recordContentSource><mods:recordChangeDate encoding="iso8601">2024-07-26T11:38:30</mods:recordChangeDate><mods:recordIdentifier source="http://kuniweb.gbv.de">942943</mods:recordIdentifier><mods:recordInfoNote type="licence" xlink:href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de">kein Copyright / Public domain (CC0 1.0)</mods:recordInfoNote></mods:recordInfo></mods:mods></mets:xmlData></mets:mdWrap></mets:dmdSec><mets:amdSec ID="amd_kuniweb_942943_1"><mets:rightsMD ID="RIGHTS"><mets:mdWrap MDTYPE="OTHER" MIMETYPE="text/xml" OTHERMDTYPE="DVRIGHTS"><mets:xmlData><dv:rights><dv:owner>Städtisches Museum Göttingen</dv:owner><dv:ownerSiteURL>http://www.museum.goettingen.de</dv:ownerSiteURL></dv:rights></mets:xmlData></mets:mdWrap></mets:rightsMD></mets:amdSec><mets:fileSec><mets:fileGrp USE="DEFAULT"><mets:file ID="DEFAULT_file_kuniweb_942943_1" MIMETYPE="image/jpeg"><mets:FLocat LOCTYPE="URL" xlink:href="00000001.jpg"/></mets:file></mets:fileGrp></mets:fileSec><mets:structMap TYPE="LOGICAL"><mets:div ADMID="amd_kuniweb_942943_1" DMDID="dmd_kuniweb_942943_1" ID="log_kuniweb_942943_0" TYPE="museum_object"/></mets:structMap><mets:structMap TYPE="PHYSICAL"><mets:div TYPE="physSequence" ID="phys_kuniweb_942943_0"><mets:div ID="phys_kuniweb_942943_1" TYPE="page" ORDER="1"><mets:fptr FILEID="DEFAULT_file_kuniweb_942943_1"/></mets:div></mets:div></mets:structMap><mets:structLink><mets:smLink xlink:to="phys_kuniweb_942943_1" xlink:from="log_kuniweb_942943_0"/></mets:structLink></mets:mets>