Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)
Rechteinhaber: Hermann-Allmers-Gesellschaft e. V.
Hirtenknabe
Allgemein
- Kategorie:
- Fotografie
- UrheberIn/BeteiligteR:
- Konrad Dielitz
Gustav-Schauer-Kunstverlag (Berlin)
Franz von Lenbach
- Datierung:
- ca. Mai 1872 - ca. 10. September 1872 (Fotografie nach der Fertigstellung des Gemäldes bis zum 10.9.1872 (Datierung innerhalb der Widmung des Künstlers unterhalb der Fotografie))
- Entstehungsort:
- Berlin
Partenkirchen
- Material / Technik:
- Fotopapier
Malerei
Fotografie
- Maße / Umfang:
- Höhe: 290 mm (Fotografie)
Breite: 230 mm (Fotografie)
Höhe: 427 mm (Trägerkarton)
Breite: 365 mm (Trägerkarton)
Inhalt
- Beschreibung:
- Fotografie nach einem Gemälde von Konrad Dielitz vom Verlag Gustav Schauer in Berlin. Inspirationen, Intentionen - Einfluss von HA - und Entwicklungen von der Entstehung des Bildes bis zur geplanten Anfertigung einer Fotografie nach Fertigstellung des Gemäldes beschreibt der Maler HA in einem Brief vom 9. Mai 1872: "Die erste Frucht meiner Reise, die ich bis zum Anfang December, aber – lachen Sie mich nicht aus! – nicht weiter als bis Partenkirchen ausgedehnt habe, ist ein Genrebild, welches in der nächsten Woche fertig werden soll. Das Motiv verdanke ich zum großen Theil Ihrer Anregung: Zwar die Idee einer in wilder, menschenleerer Einsamkeit ruhig schlafenden Figur trug ich schon lange mit mir herum, und nahm sie mit nach Ober-Bayern, weil ich die Scenerie und Figur in gewünschter Frische und Eigenartigkeit zu finden hoffte. Durch das Lembach’sche Bild des liegenden Knaben in der Schack’schen Gallerie welches ja auch auf die Gestaltung der Erkennungsscene in Ihrer Berg-Novelle von Einfluß gewesen ist, erhielt ich eine| mehr negative Anregung. Einmal wurde mir klar, daß meine Figur nicht im prallen, grellen Sonnenlicht, sondern im klaren Schatten liegen müsse, und dann, daß das Gesicht, dessen Ausdruck doch wesentlich ist, voll zu sehen und nicht wie bei Lembach durch schroffe Verkürzung zerstört sein solle. Ihre Erzählung nun am Königssee paßte so wunderbar mit meiner noch verschwommenen Vorstellung zusammen, daß sie sich in meinem Kopfe ganz damit veramalgamirte. In Partenkirchen fand ich denn einen 14jährigen Gaisbuben, so keck und frisch, so schön von Gesicht, und so malerisch verlumpt mit seinen zerrissenen »Wadenhöseln«, Bergschuhen und Spitzhut, daß ich ihn in 7 Tagen sehr fleißig und getreulich abconterfeite. Auf dem Schachen aber, einer 6 000 Fuß hohen herrlichen Felsplatte über Partenkirchen, zeichnete ich mir eine Felswand mit Aussicht auf den leuchtenden Schneeferner, die zum »Rasten« für meinen Schweizerhannes (so heißt der Prachtbengel) wie geschaffen war. Nun habe ich beides zusammengepinselt, und wenn es fertig ist, lasse ich es für| Sie photographiren und schicke es Ihnen. Hoffentlich wird es Ihnen nicht unangenehm sein, wenn der Bub einige Züge des Ihrigen trägt, und sie werden mich nicht einen Plagiator schelten!"
In Allmers’ Erzählung, auf die Dielitz Bezug nimmt, findet der titelgebende Harro Harresen seinen unehelichen Sohn, den Ziegenhirten Friedel Lechner, schlafend auf einer Felsplatte der Alm; teilweise Nachzeichnungen und Ergänzungen in Blei und Feder (von Allmers oder Dielitz?) innerhalb der Fotografie (T. Mahler 08/2024)
Aufschrift:
"Seinem liebenswürdigen Reisegefährten am Königsee Hermann Allmers/ in aufrichtiger Verehrung zugeneigt von K. Dielitz. Berlin 10.9.1872" u. re. (Widmung von der Hand Dielitz' in Blei auf dem Trägerkarton unterhalb der Fotografie)
Prägung:
"VERLAG/ VON/ GUSTAV SCHAUER/ BERLIN" u. li. (Prägestempel des Fotografen innerhalb der Fotografie)
Beschrieben in:
H. Allmers, H. G. Steimer, und A. Behne, „Briefwechsel mit Freunden in der Ferne 1855-1879“, Briefwechsel, Bd. 3, Teilband 1. Edition Temmen, Bremen, 2017. (B 204, S. 539-544 (von Konrad Dielitz))
- Schlagwort:
- Grafik, Fotografie > Fotografie
Weitere Informationen
Administrative Daten
- Link zur Seite:
- https://ku-ni.de/record_kuniweb_2522053
- Anmerkung zum Original:
- Sammlung und Nachlass Hermann Allmers sind Eigentum der Hermann-Allmers-Gesellschaft e. V. und werden in zwei Teilen an zwei Standorten verwahrt:
Die (museale) Sammlung, bestehend aus Mobiliar und Hausgerät, Tafelgemälden, kleineren und größeren Antiken, Gipsabgüssen, kunsthandwerklichen Objekten aus Keramik und Glas und einer kleinen Bibliothek, befindet sich im Allmers-Haus in Rechtenfleth.
Der literarische, grafische und fotografische "Nachlass Hermann Allmers" hingegen ist im Archiv des Landkreises Cuxhaven in Otterndorf deponiert.
- Lizenz der Metadaten:
- kein Copyright / Public domain (CC0 1.0)
- Lizenz der Digitalisate:
- Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)