TY - GEN SP - 1 TI - Grabfund von Grethem mit Elfenbeinkamm AB - Im Jahr 2006 konnten bei Grethem zwei als Urnen verwendete »Hemmorer Eimer« (römische Buntmetalleimer, 2./3. Jh. n. Chr.) geborgen werden. Einer enthielt neben dem Leichenbrand einer Frau auch Reste von Gegenständen. Dazu gehören Fragmente eines Objektes, das unter den uns bekannten römischen Importwaren der römischen Kaiserzeit in den germanischen Gebieten bislang einzigartig ist: Ein Kamm aus Elfenbein, dessen Griffplatte mit einer ungemein feinen Reliefschnitzerei verziert ist. Dargestellt ist vermutlich eine Szene aus der griechisch-römischen Mythologie. Das Stück ist sowohl in der handwerklichen Ausführung als auch in der künstlerischen Gestaltung von allerhöchster Qualität. Der Kamm wurde vermutlich bereits in frühaugusteischer Zeit in einer italienischen Werkstatt gefertigt. Wie er von Grethem in die Hände einer germanischen Familie gelangte, wissen wir nicht, aber er beweist, das Spitzenprodukte des römischen Kunsthandwerks ihren Weg in den Norden fanden und dort selbst als Antiquitäten begehrt waren. Dauerleihgabe des Museums der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft im Landkreis Soltau- Bad Fallingbostel e.V. (Niedersächsisches Landesmuseum Hannover)

Funddatum: 2006 CN - record_kuniweb_675983 ER -