TY - GEN SP - 1 TI - Ehrenurkunde des Bremer Freundeskreises ‚Die Kneipe‘ unter dem Titel Ergo bibamus AB - Ehrenurkunde des Bremer Freundeskreises ‚Die Kneipe‘ unter dem Titel Ergo bibamus ("also lasst uns trinken!"). Zeichnung von Hermann Knippenberg, Verse von Friedrich Rupert (verschriftlicht von Wilhelm Hufeland). Großformatiges Plakat auf Trägerkarton von Allmers in einem Brief an Theodor Menke am 20. Mai 1852 beschrieben: „Vorigen Herbst, als wir geschlachtet hatten sendete ich der Kneipe Bratwürste von einem großen Carmen begleitet, das mir ungemein gelungen ist ud großen Jubel erregt hat. Es ist leider zu lang um es Dir schicken zu können, auch enthält es eine Menge Anspielungen, die Du nicht ohne Commentar verstehen würdest. Fast alle Duntzianer sind darin besungen, Du wirst Dich darüber freuen. […] Mir schenkte die Kneipe als Antwort auf mein Bratwurstgedicht eine Dankadresse, gedichtet von Ruperti, kalligraphisch geschrieben mit schwarzen rothen u goldnen Buchstaben von Hufeland ud mit Zeichnungen versehen von Knippenberg. Es ist ein stattliches unendlich launiges Ding das jetzt hinter Glas u Rahmen meine Stube schmückt. Oben sitzt der alte Gambrinus, mit der Rechten gießt er meiner Muse, die ihm zu Füßen ruht ein goldnes Seidel Bier über das Haupt, begeistert schaut sie nach oben ud ein reicher Kranz von Genien (meine Dichtungen) fliegt unter ihrem Griffel hervor. Mit der Linken kitzelt der alte Bierkönig einem kleinen buckligen, verschmitzt lächelnden Kerlchen hinterm Ohr (dem Humor) u das Kerlchen öffnet eine Schnupftabaksdose aus der ein mächtiger Schwarm stechender Insecten (Witze) hervorsummt. Alles vortrefflich gezeichnet u componirt. ‚Caput I handelt davon, wie der erlauchte Vogt von Rechtenfleth der weltberühmten Kneipe auf der Herrlichkeit Bratwürste sendete ud ihr zugleich seinen starken Schirm entbot, worüber Alle in absonderliche Freudigkeit geriethen also daß Jeglicher nach seinem ingenio sich explicirete. Von einem Mitgliede besagter Kneipe in saubere Reime bracht und von etwelchen nicht ganz anständigen Redensarten, so derselbige anfänglich böslich eingeflochten nunmehr aber sorgfältiglich gereiniget. –‘ ‚Caput II handelt davon wie die Würste verzehret wurden und wie man beim Verdauen der Verse Summa cum laude gedachte, wie ferner der starke Dienstmann des durchlauchtigsten Fürsten von Thurn u Taxis in der Erweichung seines schwellenden Herzens ein förmlich Gelöbniß thät worüber sich großer Jubel erhub nebst allgemeiner Rührung. Nützlich u erbaulich zu lesen usw.‘“ (Briefwechsel I, 2010, S. 81f.) (T. Mahler 06/2025)

Aufschrift:
"Ergo Biramus" o. mittig oberhalb der Zeichnung "H. Knippenberg. del." u. re. unterhalb der Zeichnung "Ruperti poet." u. li. "Hufeland sc" u. re. (handschfriftl. Bez. von der Hand W. Hufelands; mittig verschriftliche Verse nach Ruperti)

Beschrieben in:
H. Allmers und H. G. Steimer, „Briefwechsel mit bremischen Freunden“, Briefwechsel, Bd. 1. Ed. Temmen, Bremen, 2010. (B 25 an Theodor Menke (20. Mai 1852), S. 81f.) CN - record_kuniweb_2686936 ER -