TY - GEN SP - 1 TI - Lapis aetites AB - Arzneigefäß mit historischem Arzneimittel: Lapis aetitis. Andere Bezeichnungen/Synonyme: Adlerstein, Klapperstein.

Weithalsglas mit Korken. Inhalt: Ovales Mineral aus Toneisenstein. Faustgroße, dunkelbraune, schalenartige Hülle (gebrochen) mit braungelbem Kern.


Lapis aetitis war seit der Antike im medizinischen Gebrauch und als Mittel mit Signaturenbeziehung sowie als magisches Mittel anzusehen. Dem „schwangeren Stein“, ein Stein, in dessen Hohlraum sich ein weiterer Stein (oder Bruchstücke davon) befindet, wurde die Kraft zugesprochen, die Geburt zu erleichtern, wenn er amulettgleich an den Körper einer Gebärenden gebunden wurde. Zu Pulver verrieben und äußerlich angewendet verweist Zedler darauf, dass Lapis Aetitis „wider die Schwere-Noth hilfft, die Milch vermehret, auf solche Art auch die Geburt befördern kann. Er ist anziehend, dienet dahero wider die Pestilentialischen Fieber und rothe Ruhr “. Auch nach der „Pharmacopoeia Wirtenbergica“ von 1741 erleichterte der Stein aus der Kategorie der gemeinen Steine die Geburt und war ein Adstringens.
(Anette Marquardt)

Verwendungszweck:
Arzneimittel, Heilmittel, Magisches Mittel

Literatur in Zusammenhang:
A. Marquardt, „Die arzneimittelhistorische Sammlung Schneider in Braunschweig - Geschichte, Systematik und Dokumentation“, Braunschweiger Veröffentlichungen zur Geschichte der Pharmazie und Naturwissenschaften, Bd. 60. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart, 2022. CN - record_kuniweb_2686086 ER -