TY - GEN SP - 2 TI - Immerwährender Kalender AB - Während in der Antike ein Monatsbeginn noch öffentlich verkündet wurde, sind verschiedene Arten von Kalendern heute im Alltag eine Selbstverständlichkeit. Unser Objekt gehört zur Kategorie Ewiger Kalender. Kennzeichnend dafür ist, dass sich für ein beliebiges Jahr der zu einem Datum gehörende Wochentag ablesen lässt. Die zu Grunde gelegte Zeitrechnung geht dabei auf die Kalenderreform von Papst Gregor XIII. (1502-1585) aus dem Jahr 1582 zurück.
Der Kalender, eingestellt auf den Monat Jänner (Januar), besteht aus einem Holzrahmen mit abgeschrägten Ecken und einem Aufhängungshaken. In der Vorderseite sind mittig drei Felder eingelassen, die jeweils den Monat, die Wochentage, Sonntag bis Samstag, sowie sieben Datumsangaben zeigen. Veränderbar sind die Monate auf einer braunen Papierrolle und die Daten auf einer grünen Papierrolle. Ermöglicht wird dies durch einen einfachen rückseitigen Mechanismus: Mittels zwei von den Außenleisten zur Mittelleiste versetzt eingeführten Spindeln lassen sich beide Papierstreifen vor- und zurückdrehen.
Auf der Vorderseite befinden sich vollflächig unterschiedliche Verzierungen mit geometrischen Ornamentmustern aus filigraner Strohintarsienarbeit. Blaue Ornamente akzentuieren die aufwändige Gestaltung in den Ecken. Von Italien ausgehend hatten Strohintarsienarbeiten im Europa des 18. Jahrhunderts ihre Blütezeit. Stroharbeiten im Mosaikdekor waren jedoch auch noch im 19.Jahrhundert sehr beliebt.Die Verwendung von Samstag (statt Sonnabend) deutet auf Süd- und Westdeutschland bzw. eine Gegend mit vorwiegend katholischer Bevölkerung hin; die Monatsbezeichnung "Jänner" auf Süddeutschland und Österreich. (Städtisches Museum Göttingen)

Literatur in Zusammenhang:
Rogers, Gay Ann: Nadel-Faden- Fingerhut; Verlag: Paul Haupt Bern und Stuttgart; S. 73 u.74, 251. MB. 4V I - !23 CN - record_kuniweb_2649021 ER -