TY - GEN
SP - 5
TI - Kiddusch-Becher
AB - Kiddusch-Becher in zylindrischer Form aus Göttingen. Außen: Sockelzone glatt mit teils abgeriebener Vergoldung. Darüber ist die Wandung durch Punzierung in Schlangenhautmanier verziert; diese Zone ist nicht vergoldet. Oben unter dem Lippenrand ist die Wandung wieder glatt, mit teils abgeriebener Vergoldung. Dort die hebräische Inschrift:
זכור ושמור את יום השבת לקדשו
"Gedenke und achte den Schabbat, ihn zu heiligen", "sachor u schamor et jom ha schabbat le kadd'scho"
Der Lippenrand darüber ist zweifach profiliert. Innen: Der Becher ist innen glatt und komplett vergoldet. Zwei Marken unter dem Becher: "G" mit Krone, also Göttinger Beschau; und "MF", wobei über dem M ein Punkt ist, sodass die Punze als Meisterzeichen von Johann (Hans, i.e. Iohann) Mühlenpfort, der im November 1668 das Bürgerrecht erwarb, gelesen werden kann.
Die Form des Kiddusch-Bechers ist die eines Satzbechers. Diese Form kam im 16. Jh. auf, fand im 17. Jh. aber erst größere Verbreitung. Meistens wurden sie im Satz von sechs, zehn oder zwölf Stück hergestellt. Wahrscheinlich kam der Becher (bzw. ein Teil oder der komplette Satz) in jüdischen Besitz und wurde dort mit der hebräischen Inschrift versehen, um ihn als Kiddusch-Becher zu nutzen. Ähnliche Kiddusch-Becher des 17. Jh. mit oder ohne Inschrift finden sich z.B. im Jüdischen Museum Frankfurt, Israel Museum Jerusalem, Joods Historisch Museum Amsterdam, Jüdisches Museum Prag, Brooklyn Museum New York.
Der Kiddusch-Becher wird zu Hause oder in der Synagoge mit Wein gefüllt, der anlässlich des Schabbatbeginns oder -ausgangs oder anderer Feiertage gesegnet und getrunken wird. Kiddusch bedeutet "Heiligung".
(Städtisches Museum Göttingen)
CN - record_kuniweb_2647996
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