TY - GEN
SP - 3
TI - Himmelsglobus
AB - Beschreibung: Heraldischer Himmelsglobus. Die in beweglichen Ringen (Amillarsphäre) montierte Kugel ist aus zwei Hälften zusammengesetzt. Die Sternbilder sind in ein zweischichtiges Relief getrieben. Die untere Schicht ist in blau-beige gefasst und zeigt die traditionellen Sternbilder. Die darüberliegende zweite Schicht ist verschiedenfarbig gefasst und zeigt die von Weigel entwickelten "neuen" Sternbilder, die sich an heraldischen und emblematischen Vorbildern orientieren (z.B. "Dänischer Elefant" über dem "großen Bären", "Österreichischer Doppeladler" über dem "Orion" usw.). Die Kugel weist Löcher auf, durch die ein Blick ins Innere möglich ist. Die Sternbilder können hier, durch kleine Bohrungen in der Kugel, in ihrer natürlichen Form, wie sie am Himmel zu sehen sind, betrachtet werden. Messingplättchen auf der Kugel: "Ehrhardi WeigelIi. Cons. Cas. Et. Pal. Prof. Honorar Globus Coelestis corret perpetuus Jena 1699". Die Kugel steht auf einem Holzfuß.
Lt. weißer Kartei "angeblich aus der Sammlung Uffenbach". Im Instrumentenverzeichnis der Uffenbach-Sammlung von Georg Christoph Lichtenberg, der die Sammlung 1791 übernahm, findet sich nach Einschätzung des Herausgebers Thomas Nickol kein konkreter Hinweis auf einen Weigel-Globus. Uffenbach erkundigte sich jedoch bei Georg Albrecht Hamberger, mglw. Ehemann einer Enkelin Weigels, nach dessen Himmelsgloben. Auch besaß er mehrere Schriften Weigels. 1795 schlägt Lichtenberg in einem Brieg an C. G. Heyne vor, einen Weiglischen Globus gegen ein Fernrohr einzutauschen. Der Globus war also vermutlich zeitweise Teil von Lichtenbergs Pysikalischen Kabinett. Tauschpartner war mglw. das Observatorium Göttingen (vgl. Habermann 2016, S. 238/239).
Ehrhard Weigel (1625-1699) war Autodidakt, pfälzisch-sulzbachischer Rat und Honorarprofessor an der Universität Jena. Als Mathematiker und Astronom entwickelte er - wohl mehr oder weniger aus Gründen der Originalität - anstelle der klassischen Darstellungen der Sternbilder seine eigenen, die auf Elemente aus der Heraldik und Emblematik zurückgreifen.
(Städtisches Museum Göttingen)
Veröffentlicht in:
Museum: 13G170: Katharina Habermann: Auf den Spuren erhard Weigels in Göttingen, in: dies./Klaus-Dieter Herbst(Hg.): Erhard Weigel (1625-1699) und seine Schüler. Beiträge des 7. Erhard-Weigel-Kolloquiums 2014. Göttingen 2016, S. 231-247 ff.; Röhrbein, Waldemar R., Das Sachsenroß als Sternbild, in: Niedersachsen. Zeitschrift für Heimat und Kultur, 71(1971) 6, S.566-569.
CN - record_kuniweb_2532553
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