TY - GEN SP - 1 TI - Freskenzyklus zur deutschen Geschichte, Tafel II: Germanischer Widerstand und Befreiung von römischer Herrschaft AB - Fotografie nach einem aquarellierten Entwurf von Arthur Fitger zu einem Fries für den Innenhof ("Lichthof") des 1874/75 erbauten "Rutenhof" auf dem Bremer Domshof. Fitger schrieb Allmers am 5.10.1874: „Für Rutenberg’s Gebäude am Domshof soll ich nach Beendigung der Melchers Bilder einen Fries von ca 90 Fß. Länge u. 3½ Fß. Höhe malen. Perioden der deutschen Culturentwicklung in der Art wie Dörnbergs Marschenfries in Deinem Saale […] Bitte, entwirf mir einmal ein Programm. Mir ist bis jetzt nur so viel klar, daß ich die Bildflächen durch einzelne Portraitmedaillons sondern muß […]“ (StA Bremen, 7,79-4, Zit. nach Briefwechsel I, 2010, S. 384f.).
Allmers antwortet am 18.10.1874: „Über den Fries für Rutenberg habe ich nachgedacht und glaube auf gutem Wege zu sein. Deine Idee, die Darstellungen durch Portraitmedaillons zu unterbrechen ist sehr glücklich und brachte mich darauf durch sie Zeitabschnitte mit characteristischen u zugleich möglichst auf Bremen Bezug habenden Kulturbildern begrenzen zu lassen. Z. B. Abschnitt I Vom Bilde Armins bis zu dem Karls des Großen urbremisches Fischerleben, Abschnitt II bis zu Heinrich dem Finkler Einführung des † und Kirchenbau; Abschnitt III Städtegründung bis zu Barbarossa, dann Kreuzzüge (mit bremischen Krankenpflegern) dann etwa Rudolf v. Habsburg an welchen sich die Blüthe der Hanse schlösse usw. usw. Alles aber möglichst bremisch gehalten. – Doch ich will mal weiter denken.“ (Briefwechsel I, 2010, S. 383).
Insgesamt sind zehn Kartons mit Fotoabzügen und Versen von Hermann Allmers im NHA erhalten - hier Tafel II: Widerstand der Germanen und gewaltsame Befreiung von der römischen Herrschaft.
Die erwachsene Figur am rechten Bildrand von Tafel I (NHA 6.7.355a) erscheint nahezu identisch in Knilles "Die Römerlandung in den Marschen" von 1864 (NHA 6.1.003), weshalb die Entwürfe vormals Knille zugeschrieben wurden.
Die Entwürfe Fitgers reduzieren die ursprünglich von Allmers angeregten bremischen Bezüge zugunsten einer allgemeineren deutschen Thematik. Die finale Ausführung des offenbar von Allmers und Fitger gemeinsam entworfenen zehnteiligen Zyklus kann nach dem Abriss des Rutenhofs 1967 nicht mehr rekonstruiert werden (T. Mahler 12/24)

Aufschrift:
"II." o. mittig "Ergraut in schwelgerischen Sünden erlag die Weltbeherrscherin am Tiber deinem heiligen Zorn. -" u. mittig (Nummerierung des Kartons innerhalb des Freskenzyklus und Vers zur Darstellung von Allmers' Hand in schwarzer Tinte auf dem Trägerkarton)

Beschrieben in:
„Bremen und seine Bauten Mit 800 Abbildungen und 12 Beilagen“. Schünemann, Bremen, 1900. (Der Rutenhof, von Lüder Rutenberg auf dem Areale der früheren Pastorenwohnungen von U. L. Fr. Kirche 1874 und 75 erbaut, ursprünglich zu künstlerischen und wissenschaftlichen Zwecken bestimmt, ist ein origineller Backsteinbau, dessen höchst eigenartige Formen in etwas an die toskanische Gotik der Stadthäuser erinnert. Die Fassade schmücken die Statuen von Gutenberg, Leibniz, Lessing und Luther, ajs vier Bahnbrechern der neueren Zeit, von Diedr. Kropp in Sandstein ausgeführt. In dem Lichthofe befindet sich ein Fries von Arthur Fitger, der in zehn Hauptmomenten die Entwickelung der deutschen Kultur darstellt, von der Zeit der hammerschwingenden Altvordern an bis auf unsere Tage. (S. 327))

Literatur in Zusammenhang:
H. Allmers und H. G. Steimer, „Briefwechsel“. Ed. Temmen, Bremen, 2010. (B 142 an Arthur Fitger (18.10.1874), S. 382-385) CN - record_kuniweb_2529478 ER -