TY - GEN SP - 1 TI - Schiller-Denkmal AB - Fotografie nach einem Entwurf für ein Schiller-Denkmal von Diedrich Kropp. Allmers erhält die Fotografie bereits 1860, antwortet in einem Brief an den Bildhauer vom 6.12.1860: "An Duckwitz der mir die Photographie gab hast Du wirklich einen Gönner auf den Du stolz sein darfst. Über eine Stunde lang war ich bei ihm ud habe aufs Lebendigste mich über die verschiedensten Gegenstände [...] unterhalten." - das Modell gefällt Allmers nicht, wie er im selben Brief anhand von fünf Punkten erläutert: "1) Wird dasselbe für eine Stadt wie Bremen ist viel zu kostbar./ 2) Ist die Idee die Anordnung mit den vier sitzenden weiblichen Figuren so schön diese auch auf der Photographie erscheinen zu gewöhnlich u zu oft dagewesen. Und Allegorien sind immer langweilig./ 3) Ist mir die ganze Haltung des Dichters nicht begeistert u ideal genug. Schiller kann ich mir monumental nicht anders, als begeistert nach Oben schauend denken./ 4) Erscheint mir der Kopf zu groß./ 5) Endlich bin ich hinsichtlich Bremen überhaupt in Bezug auf jede andre Stadt wo der Dichter nicht selbst gelebt hat entschieden gegen die Aufstellung eines Standbildes od überhaupt eines Bildes in ganzer Figur desselben."
Stattdessen empfiehlt er eine andere Vorgehensweise: "Ich denke mir nämlich wie schön es wäre an einer malerischen schattigen Stelle der Wallanlagen einen Ort zu schaffen der so recht dem Dichtergenius geweiht wäre. Eine steinerne Ruhebank meine ich, davor in mäßiger Entfernung stände lorbeerumkränzt die marmorne Herme des Dichters ud diese wieder wäre umgeben u eingerahmt mit einer steinernen halbrunden Brüstung welche Reliefs (Scenen aus seinen Dramen u andern Dichtungen schmückten ud in der schönen Jahrzeit bekäme dann die Herme einen Hintergrund von Lorbeer, Orangen u Myrten."
Kropp stimmt HA in seiner Antwort vom 19.12.1860 zu, ergänzt allerdings: "Du irrst nur in einem ganz kleinen Punkt und dieser ist daß ich das Ding durchaus nicht zu einem bestimmten Zwecke gemacht habe, weder für Bremen noch für eine andere Stadt, es ist entstanden weil ich den Sommer gar nichts anderes machen konnte und mich mal versuchen wollte was ich wohl im Falle einer Concurenz wie sie nächstes Jahr in Berlin stattfinden soll leisten könne." - Den Wettbewerb um das Schillerdenkmal vor dem Schauspielhaus am Gendarmenmarkt gewinnt 1862 letztendlich Reinhold Begas. (T. Mahler 07/2024)

Inschrift:
"SCHILLER." mittig "D. KROPP. fec./ ROMA.1860" u. re. (Bez. innerhalb des fotografierten Denkmal-Entwurfs)

Aufschrift:
"Schiller-Denkma/ v. Kropp/ Bremen" verso u. re. (Bez. von Allmers' Hand in Blei auf dem Trägerkarton (verso))

Beschrieben in:
H. Allmers und H. G. Steimer, „Briefwechsel mit bremischen Freunden“, Briefwechsel, Bd. 1. Ed. Temmen, Bremen, 2010. (Brief 69, S. 233-237 (an Diedrich Kropp) Brief 70, S. 237-240 (von Diedrich Kropp)) CN - record_kuniweb_2517951 ER -