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TI - Venetianischer Edelmann
AB - Radierung William Ungers nach einem Gemälde Domenico Tintorettos (1585, Museumslandschaft Hessen Kassel), erschienen als Beilage in der "Zeitschrift für bildende Kunst" 1872, wo das reproduzierte Kunstwerk dem Vater des Malers, Jacopo Tintoretto zugeschrieben wird ("[...] dieses mit der Bravour vollster Manneskraft aus der Werkstätte Tintoretto's hervorgegangene Gemälde giebt uns das Alter des Meister's auf 73 Jahre an! Das auf dem Tische liegende Papierconvolut ist bezeichnet: anno salutis 1585." [ZfbK 1872, S. 366]).
Aktuelle Zuschreibung bestätigt das Gemälde als frühestes datiertes Porträt Domenicos, das im Typus Vorbildern des Vaters folge, aber nüchterner und sachlicher in der Erfassung des Modells sei (B. Schnackenburg 1996, S. 295). In der Folgezeit ähnliche Porträts in Bezug auf Komposition und Kostüm der dargestellten Personen vom Maler angefertigt.
ZfbK beschreibt das Erstlingswerk des Künstlers in der Erwartung eines Meisterwerks des Vaters mit gewissem Überschwang: "Zu der durch die Radirung meisterhaft wiedergegebenen Großartigkeit der Gesammtwirkung dieses Prachtexemplars italienischer Bildnißmalerei kommt im Originale noch eine Energie der Technik, welche jede Schwierigkeit vergessen läßt, den praktischen Künstler in Erstaunen und den Kenner und Liebhaber in die genußvollste Stimmung versetzt. Gleichsam in einem einzigen Zuge, ohne Unterbrechung zum Atemholen, ist alles hingeschrieben. [...] Schade, daß man den Namen des [dargestellten] Mannes nicht kennt [...]. Es spiegelt sich darin ein Stück italienischer Geschichte. Man denkt an die hohe geistige und materielle Entwicklung jener Zeit, aber auch unwillkürlich an Gift und Dolch." (ZfbK 1872, S. 366) (T. Mahler 05/2024)
Aufschrift:
"7/12" verso u. re. (Angaben zur Auflage ("Zeitschrift für bildende Kunst", Bd. 7, Heft 12, Leipzig 1872))
Aufdruck:
"Tintoretto pinx./ Verlag von E.A. Seemann in Leipzig." u. li. "VENETIANISCHER EDELMANN./ Das Original befindet sich in der Galerie zu Cassel." u. mittig "W. Unger sculps./ Druck v. Fr. Felsing München." u. re. (unterhalb der Darstellung innerhalb der Druckplatte)
Gravur:
"ANNO SALUTIS/ MDLXXXV" mittig li. (Datierung innerhalb der Darstellung des reproduzierten Gemäldes auf einem Brief vor der dargestellten Person)
Veröffentlicht in:
Zeitschrift für bildende Kunst. Mit dem Beiblatt Kunst-Chronik, hrsg. von Carl von Lützow (Bd. 7, 12), Leipzig (1872).
Literatur in Zusammenhang:
B. Schnackenburg, „Gemäldegalerie Alte Meister Gesamtkatalog“. von Zabern, Mainz am Rhein, 1996.
CN - record_kuniweb_2508565
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