TY - GEN
SP - 1
TI - Siegfried-Idyll
AB - Postkarte mit Aufdruck nach einem Gemälde Hermann Hendrichs (Versoseite: "Deutsche Reichspost. Postkarte" mit freiem Feld zum Aufkleben der Freimarke sowie nicht ausgefüllten Zeilen zur Angabe des Adressaten - Karte nicht gesondert verschickt, sondern persönlich oder als Beilage in einem Brief übergeben).
Motto unterhalb der Darstellung von Hendrichs Hand zitiert Siegfrieds Hornruf ("Siegfried", zweiter Aufzug, Oper aus dem Zyklus "Der Ring des Nibelungen" von Richard Wagner, Uraufführung 16. August 1876, Bayreuth); Darstellung und Bildunterschrift beziehen sich auf die Szene, in der Siegfried aus einem Rohr eine Flöte schnitzt, um das Vogelgezwitscher zu imitieren, was jedoch misslingt, so dass er zum Horn greift, das Mime ihm geschmiedet hat, wodurch Fafner geweckt wird und sich aus seiner Höhle erhebt:
"Das tönt nicht recht;
auf dem Rohre taugt
die wonnige Weise mir nicht.
Vöglein, mich dünkt, ich bleibe dumm:
von dir lernt sich's nicht leicht!
Nun schäm' ich mich gar
vor dem Schelmischen Lauscher:
er lugt und kann nichts erlauschen.
Heida! So höre nun auf mein Horn.
Auf dem dummen Rohre gerät mir nichts.
Einer Waldweise, wie ich sie kann,
der lustigen sollst du nun lauschen.
Nach liebem Gesellen lockt' ich mit ihr:
nichts Beßres kam noch als Wolf und Bär.
Nun laß mich sehn,
wen jetzt sie mir lockt:
ob das mir ein lieber Gesell?
(Siegfrieds Hornruf)
Haha! Da hätte mein Lied
mir was Liebes erblasen!
Du wärst mir ein saubrer Gesell!"
"Siegfried-Idyll" bezeichnet bei Wagner eigentlich die symphonische Dichtung (ursprünglich: "Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang, als Symphonischer Geburtstagsgruss. Seiner Cosima dargebracht von Ihrem Richard", erstmals im Familienkreis 1870), die bis 1878 nicht zur Veröffentlichung vorgesehen war, aber Motive aus dem gleichnamigen Musikdrama verwendet.
Später Thema von Hendrichs in leicht abgewandelter Form in Gemälden umgesetzt (u. a. für die Nibelungenhalle zu Königswinther am Rhein, eröffnet 1913, Gemälde Siegfried und Fafner 1906) und nach dieser Version erneut auf Postkarten gedruckt (T. Mahler 04/2024)
Aufdruck:
"Herm. Hendrich, pinx/ Künstler Karte No. 1 gesetzlich geschützt." u. li. "Siegfried-Idyll" u. mittig "Gravure C. Sabo. Berlin./ A. Hildebrandt, Kunstverlag Berlin W. 9." u. re. (unterhalb der Darstellung auf der Postkarte)
Aufschrift:
"'Da hätte mein Lied mir was liebes erblasen!/ Du wärst mir ein saub'rer Gesell!'/ Hermann Hendrich." u. mittig "Hendrich" u. re. in Blei (handschriftliches Motto und Signatur des Künstlers unterhalb der Darstellung)
CN - record_kuniweb_2508473
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