TY - GEN
SP - 2
TI - Steinbrecher Nr 2 für die Walkenrieder Gipsfabrik - Albrecht Meier & Co - in Walkenried, 1923
AB - Zeichnung - Blaupause
Herstellungsort – Königshütte, Bad Lauterberg
Zeichner - Dehne
Auftraggeber und Standort
Walkenrieder Gipsfabrik - Abrecht Meier & Co, Walkenried
Information:
Die Zeichnung ist auch in schwarz-weiß vorhanden.
Anmerkung:
Die Hebung der Industrie im Herzogtum Braunschweig und die Ausbeutung bisher ungenutzter Bodenschätze gehörte zu den Versuchen Herzog Carls I. (1713 - 1789), neue Geldquellen zu erschließen. Ein Bodenschatz, der im Gegensatz zum Südharzer Eisenerz bis heute seine Bedeutung behalten hat, sind die Gipsvorräte im äußersten Süden des ehemaligen Herzogtums Braunschweig bei Walkenried und Neuhof. Allerdings war um die Mitte des 18. Jahrhunderts von diesen Bodenschätzen in Walkenried so gut wie nichts gehoben.
Da im Stiftsamt Walkenried großer Bedarf an Baugips vorhanden war, der meist durch Einfuhren aus Ellrich gedeckt wurde, beauftrage die herzogliche Kammer in Blankenburg 1750 den Zorger Oberfaktor Balcke mit der Erstellung eines Gutachtens: „ob ein ordentlicher Gipsofen in Walkenried selbst zu bauen sei oder ob jemanden die Konzession zum Betrieb eines solchen Gipsofens zu erteilen sei.“ In Walkenried wurde zu jener Zeit bei Bedarf aus lose herumliegenden Gipssteinen in Meilern Gips gebrannt; einen geregelten Steinbruchbetrieb gab es also derzeit noch nicht. …
1864 ließ sich mit dem Hütteneleven Albrecht Meier ein technisch wie auch wohl kaufmännisch versierter Gipshersteller in Walkenried nieder, damit begann eine neue Ära der Gipsherstellung. Nachdem Albrecht Meier die Gipsbrennerei 1868 übertragen wurde, führte er im so genannten „Meier‘schen Ofen“ das Verfahren ein, dass der Gips nur noch durch die Brenngase erhitzt wurde und nicht mehr mit dem Brennmaterial direkt in Verbindung kam. Hierdurch wurde die Gefahr des reduzierenden Brennens bei mangelhafter Luftzuführung eliminiert; der Brand war überdies gleichmäßiger. Albrecht Meier machte auch Versuche mit ausschließlicher Verwendung von Gips im Hausbau und errichtete zu diesem Zweck u.a. die Villa auf dem Betriebsgrundstück.
Nachdem Albrecht Meier 1904 verstarb, erwarb Fritz Rode die Walkenrieder Gipsfabrik und erweiterte diese 1905 durch eine moderne Gipskocherei, 1906 durch eine Dampfmaschine, 1908 einen Gleisanschluss und 1925 durch den ersten Drehofen in der Südharzer Gipsindustrie. Ende der 1970er Jahre verkaufte sein Sohn die Gipsfabrik an die Firma Börgardts. Im Oktober 1979 wurden alle Produktionsgebäude der Walkenrieder Gipsfabrik nach über 225-jähriger Tradition abgerissen
aus:
Historische Gipsverarbeitung - Karstwanderweg
www.karstwanderweg.de/kww043b.htm
(Förderkreis Königshütte Bad Lauterberg e.V.)
Maßstab: 1 zu 50
Literatur in Zusammenhang:
Reinboth, Fritz - Zur Gipsbrennerei und Gipsindustrie am Harz, Harz-Zeitschrift, 69. Jahrgang 2017 S. 98ff
CN - record_kuniweb_162959
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