TY - GEN SP - 1 TI - Werraware Bremervörde FStNr. 74 AB - Bei der Werraware handelt es sich um glasierte, mit Malhorn und Ritzmalerei (Sgraffito) verzierte Keramik des späten 16. und 17. Jahrhunderts. Ursprünglich wurde diese Art der Keramik in Heiligenstadt im Eichsfeld entwickelt. Wegen Streitigkeiten um die Nutzung des Brennholzes mussten einige Töpfer in andere Orte ausweichen. Bislang ist die Herstellung von Werraware in Wanfried, Eschwege, Großalmerode, Höxter, Witzenhausen, Heiligenstadt, Hannoversch Münden und Enkhuizen (Nordholland) nachgewiesen. Die Werraware erfreute sich großer Beliebtheit, so dass sie nicht nur entlang von Werra und Weser gehandelt wurde, sondern etwa auch in Norwegen (Bergen) oder in der ersten dauerhaften englischen Siedlung in Nordamerika, Jamestown (Virginia), zu finden ist.
Das vorliegende Exemplar ist das Fragment einer so genannten Fahne eines Tellers mit floralem Dekor. Es stammt aus einer Ausgrabung auf dem Malersberg in Bremervörde. Dort konnten Hausgrundrisse und eine Straße freigelegt werden, die der 1646 verlegten Altstadt von Bremervörde zuzuordnen sind. (Hesse 02/2023)

Ausgrabungs- / Untersuchungsdatum: 2007

Literatur in Zusammenhang:
H.-G. Stephan, „Heiligenstadt als Herstellungszentrum reich verzierter Keramik der Renaissance Archäolog. Funde u. Schriftzeugn. zu Töpfereien d. Zeit um 1600 im thüring. Eichsfeld u. z. Ursprung d. Werraware“, Die Kunde, Hannover, 1933. [s.n.], [s.l.], S. 575-601, 1991. CN - record_kuniweb_1501985 ER -