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SP - 4
TI - Schreibschrank mit Perlmosaiken: Gartenansichten
AB - Ein sich auf sechseckigem Grundriss nach vorne verjüngender, grob gearbeiteter Schrank mit Pultaufsatz auf Klotzfüßen. Einfache Profilleisten sind den unteren Kanten der Seitenflächen vorgesetzt, alle Flächen von Rundstäben eingefasst. Auf der Vorderseite zwei hochrechteckige Türen mit Schlagleiste und Schloss an der rechten Tür, im Innern ein Einlegebrett. Oberhalb der Türen ein Zargenfeld mit zwei kleinen, geschnitzten Blattranken, zwei herausziehbaren Stableisten zur Ablage der Pultplatte und in der Mitte ein Messingbeschlag in Form eines lorbeerbekränzten und gekrönten Wappens des Großherzogtums Mecklenburg.
Im Eingerichte hinter der nach unten zu klappenden Schreibplatte ein offenes Fach in der Mitte und seitlich jeweils drei übereinander angeordnete Schubfächer mit Messingknöpfen. Das Innere ist mit einer gestreiften Papiertapete ausgeschlagen.
Den oberen Abschluss des Möbels bildet ein erneuertes Brett mit hinten hochstehender Leiste.
Die Seitenflächen des Möbels sind mit Perlmosaiken versehen:
a) Die Türen zeigen jeweils einen identischen, symmetrisch gestalteten Barockgarten mit Treppen, Bäumen in Kübeln, einem kleinen Wasserbecken mit Enten, Baumgruppen und zentralem Gebäude.
b) Die schrägen "Eckpilaster" zeigen jeweils eine gedrehte, von Blumenranken geschmückte Säule, deren Kapitell die Form eines Blumenkorbs besitzt.
c) Die hochrechteckigen Seitenflächen des Schrankes zeigen jeweils eine von Bäumen umgebene Kaskadenanlage.
d) Im Zargenbereich zwei querrechteckige Schmuckfelder mit weißer Netzstruktur auf blauem Grund.
e) Auf der Pultplatte eine symmetrische barocke Gartenanlage, die von einer Steinmauer mit zentralem Pavillon eingefasst ist. Im Zentrum der Darstellung ein quadratisches Wasserbecken mit Springbrunnen und zwei Wasservögeln, begleitet von Heckengärten mit kunstvoll geschnittenen Bäumen.
f) Die Zwickelfelder über den Pilastern zeigen jeweils einen Ausschnitt aus dem Motiv der Pultplatte: Hecke mit geschnittenem Baum vor Mauer.
g) Die Seitenflächen des Pultteils zeigen links eine blau-weiß gestreifte Mauer vor blauem Himmel mit Wolken, rechts ein kleines Gebäude mit Spitzgiebel. (SMBS)
Gebrauchsort:
Mecklenburg
Veröffentlicht in:
B. Bilzer und O. Hoppe, „Führer durch die Schausammlung Perlmosaiken von J.M. van Selow“, Arbeitsberichte aus dem Städtischen Museum Braunschweig, Bd. 16. Städt. Museum, Braunschweig, 1969. (S. 9, Abb. 4.)
Veröffentlicht in:
H. Graf, „Die Braunschweiger Korallenfabrik des Johann Michael van Selow“, Reihe Braunschweigisches Kunsthandwerk, Bd. 5. Richard Borek Stiftung, Braunschweig, 2023. (S. 286-284. Nr. 12.3.)
Veröffentlicht in:
B. Willscheid und A. Flöck, „Exotischer Farbenglanz Braunschweiger Perlentische und andere Corallenwaaren“. Roentgen-Museum Neuwied, Neuwied, 2022. (S. 82-83, Nr. 14.)
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