TY - GEN
SP - 4
TI - Fingerhut
AB - 1982 wurden bei Notuntersuchungen im Zuge des Rathaus-Neubaus in der Gifhorner Innenstadt zahlreiche archäologische Funde des Mittelalters und der Neuzeit geborgen, darunter auch der hier vorgestellte Fingerhut.
Bei einem Blick in das mittelalterliche Nähkästchen fanden sich neben Steck- und Nähnadeln verschiedener Art auch Fingerhüte zum Schutz der Finger gegen Unfälle beim Nähen. Fingerhüte sind seit dem Neolithikum nachgewiesen. Zunächst aus Knochen oder Elfenbein gearbeitet, wurden sie später aus Metall - etwa aus Bronze - gefertigt. Ein Zentrum der mittelalterlichen Fingerhutherstellung war Nürnberg. An der Wende vom späten Mittelalter zur frühen Neuzeit stellte man die Produktion von Bronze auf Messing um. Dadurch mussten Fingerhüte nicht mehr einzeln gegossen werden, sondern konnten aus kleinen Messingscheiben tiefgezogen werden. Die kleinen Grübchen auf der Oberfläche des vorliegenden Exemplars gestatten es, die Nähnadel sicher auf dem Fingerhut abzustützen. (Baier u. Eichfeld 11/2020)
Ausgrabungs- / Untersuchungsdatum: 1982
Beschrieben in:
A. Wallbrecht, „Die Stadt Gifhorn : ein Beitrag zur Ersterwähnung der Stadt Gifhorn vor 800 Jahren. Archäologische Fundstellen im Landkreis Gifhorn ; 2“. Landkreis Gifhorn [u.a.], Gifhorn, 1997.
Literatur in Zusammenhang:
S. Krabath, „Die hoch- und spätmittelalterlichen Buntmetallfunde nördlich der Alpen: eine archäologisch-kunsthistorische Untersuchung zu ihrer Herstellungstechnik, funktionalen und zeitlichen Bestimmung, 2 Bde. Internationale Archäologie ; 63“. Marie Leidorf GmbH, Rahden/Westf., 2001. (zur Hestellung vgl. S. 217 f.)
CN - record_kuniweb_1379526
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