TY - GEN SP - 1 TI - Flora als Allegorie des Frühlings AB - Die Elfenbeinstatuette der blütenbekränzten Frühlingsgöttin Flora in ihrem leichten gegürteten Untergewand und darübergelegter Manteldraperie ist fraglos eine der vollkommensten Schöpfungen des bedeutenden Barockbildhauers Balthasar Permoser. Grazile, nahezu schwerelose Anmut, weiche, vom blumenreichen Füllhorn aufgenommene Schwingung verbinden sich in der Figur mit dem Ausdruck spielerischer Heiterkeit. Beigegeben ist ihr zu Füßen ein auf dem flachen Erdsockel hockendes nacktes Kind, das mit der Rechten tapsig-schelmisch den herabfallenden Gewandsaum der Göttin anhebt. Die Statuette gehört zu einem Zyklus der Vier Jahreszeiten, der möglicherweise bereits von Herzog Anton Ulrich erworben worden war. Erhalten hat sich im nach ihm benannten Museum neben dem "Frühling" nur die 1695 datierte Statuette der Ceres als Allegorie des Sommers. "Herbst" und "Winter" gingen in den Wirren der napoleonischen Beutezüge verloren und befinden sich heute in englischem Privatbesitz.

Signiert an der Rückseite des Sockels: "Balthasar Permoser IN.V(enit). (et) F(ecit)."

Literatur:
Sabine Jacob in: Jochen Luckhardt (Hrsg.), Herzog Anton Ulrich-Museum. Die Sammlung, München/Berlin 1993, S. 69. Sabine Jacob in: Jochen Luckhardt (Hrsg.), Herzog Anton Ulrich-Museum. Kurzführer, Braunschweig 1991, S. 61. Sabine Jacob, in: Rüdiger Klessmann (Hrsg.), Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, München 1987, S. 220f. Ausst.-Kat. Barockplastik in Norddeutschland, bearb. von Jörg Rasmussen, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg 1977, S. 491ff, Kat.-Nr. 185. Ausst.-Kat. Deutsche Kunst des Barock, Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig 1975, Kat.-Nr. 136. Christian Scherer, Die Braunschweiger Elfenbeinsammlung. Katalog der Elfenbeinbildwerke des Herzog Anton Ulrich-Museums in Braunschweig, 2 Bde., Leipzig 1931, Bd. 1, S. 52f, Nr. 78. CN - isil_DE-MUS-026819_opal_herzanulm_kunshe_Elf78 ER -