TY - GEN SP - 5 TI - Kerbhölzer AB - 7 Kerbhölzer in einem hölzernen Behälter mit Abrechnungen über in "Gimpten" (wohl Gimte über Hann. Münden) gekaufte Weißkohlpflanzen.
Ein Kerbholz ist eine Zählliste; es diente meist dazu, bilaterale Schuldverhältnisse fälschungssicher zu dokumentieren. Ein geeignetes längliches Brettchen oder ein Stock wurde mit Symbolen markiert. Anschließend wurde der Stock längs gespalten, so dass Schuldner und Gläubiger je die Hälfte der eingeritzten Markierung auf ihrer Stockhälfte dokumentiert fanden. Wieder zusammengefügt zeigte sich zweifelsfrei, ob die beiden Hälften zusammengehörten oder ob eine Hälfte nachträglich manipuliert worden war. An einem bestimmten Termin, dem Zahltag, wurde das Kerbholz präsentiert, mit dem Gegenstück verglichen und der Schuldner zur Zahlung aufgefordert. Von dieser Zähl- und Buchhaltungstechnik leitet sich die noch heute gebräuchliche Redewendung "etwas auf dem Kerbholz haben" her. Sie bedeutet im eigentlichen Sinne "Schulden haben" und übertragen so viel wie "sich schuldig gemacht haben".
Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Kerbholz CN - isil_DE-1811-HA_STAWO_10_Slg_Nr_2 ER -