Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg



Das historische Ensemble aus Schloss, Augusteum und Prinzenpalais beherbergt die Sammlungen des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg. Die ehemaligen Großherzoglichen Gemäldesammlungen bilden einen wesentlichen Grundstock für das heutige Museum, das 1921 gegründet und zwei Jahre später eröffnet wurde. Mit einem Gesamtbestand von weit über 30.000 Gemälden, Arbeiten auf Papier, kulturgeschichtlichen und kunstgewerblichen Objekten gehört das Landesmuseum zu den vielfältigsten Museen in Norddeutschland. Es wird regelmäßig zum Austragungsort bundesweit beachteter Sonderausstellungen.

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg – Schloss


Das Oldenburger Schloss ist seit 1923 Sitz des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte. Die ehemalige Residenz der Grafen, Herzöge und Großherzöge von Oldenburg geht zurück auf eine mittelalterliche Burganlage, die im 17. Jahrhundert zu einer repräsentativen Residenz erweitert wurde. Später wurde die Fassade mit Rokokoelementen ausgestattet und das Ensemble durch klassizistische Anbauten ergänzt. Highlights sind die historischen Prunkräume aus der Zeit der Oldenburger Großherzöge wie der repräsentative Schlosssaal im Stil des Historismus. Rund 800 kulturgeschichtliche Exponate zeigen die Vielfalt des Oldenburger Landes im Verlauf der Jahrhunderte. Mittelalterliche Handschriften und Elfenbeinschnitzereien, Jugendstilensembles und Bauhausdesign bilden Glanzpunkte der Kunstgewerbesammlung.


Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg – Augusteum


Das Augusteum wurde 1865 bis 1867 vom Oldenburger Großherzog Nikolaus Friedrich Peter im Stil der italienischen Renaissance errichtet. Das erste Kunstmuseum Oldenburgs sollte als kostbar ausgestatteter Präsentationsort der Großherzoglichen Gemäldegalerie dienen. Nach umfangreicher Sanierung wird das Augusteum am 1. Dezember 2015 als Galerie Alte Meister mit herausragenden Werken italienischer, niederländischer und französischer Malerei vom 15. bis zum 18. Jahrhundert wiedereröffnet.


Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg - Prinzenpalais


Das Prinzenpalais am Damm beherbergt die Galerie Neue Meister des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg. Der klassizistische Bau wurde zwischen 1821 und 1826 von Carl Slevogt als repräsentativer Wohnsitz für die Enkel des Oldenburger Herzogs Peter Friedrich Ludwig erbaut. Heute dient das Prinzenpalais als Ausstellungshaus für die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, beginnend mit der Romantik und der Kunst des Klassizismus. Schwerpunkte der Sammlung sind Werke des deutschen Impressionismus von Künstlern wie Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt und der Expressionismus der Brücke-Maler Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Ernst Ludwig Kircher und Emil Nolde. Zu den Sammlungen zählt auch ein großer Bestand an Werken des Dangaster Malers Franz Radziwill. Die deutsche Nachkriegskunst ist unter anderem mit Werken des Informel sowie der Künstler der Leipziger Schule präsent.





Adresse:


Landesmuseum für Kunst und
Kulturgeschichte Oldenburg

Damm 1
26135 Oldenburg
Telefon: (04 41) 220 73 00
info@landesmuseum-ol.de
www.landesmuseum-ol.de
Museumsinformationen des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen e.V.
www.mvnb.de/museumssuche/
detail/museum/landesmuseum-fuer-kunst-und-kulturgeschichte-prinzenpalais/




Digitale Sammlungen


Highlights aus allen Sammlungen
1804 erwarb Herzog Peter Friedrich Ludwig die Gemäldesammlung des Malers Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. Diese wurde zum Grundstock der Großherzoglichen Gemäldegalerie und damit zum Ausgangspunkt der heutigen Galerie Alte Meister. Großherzog Nikolaus Friedrich Peter baute die Sammlung in der Mitte des 19. Jahrhunderts beträchtlich aus und erwarb in Italien, Frankreich und Deutschland hochrangige Gemälde, die der Galerie zu internationalem Ruhm verhalfen. Mit dem Ende des Kaiserreichs und der erzwungenen Abdankung des Großherzogs 1918 wurde die Großherzogliche Gemäldegalerie zerschlagen. Die eine Hälfte der Sammlung wurde vom Großherzog verkauft, während der Freistaat Oldenburg den anderen Teil erwarb und ihn im neugegründeten Landesmuseum im Oldenburger Schloss ausstellte. Die Galerie Alte Meister umfasst heute Werke italienischer, niederländischer, französischer und deutscher Malerei vom 15. bis zum 18. Jahrhundert, darunter hervorragende Gemälde von Lucas Cranach, Joos van Cleve, Jan van Scorel, Francesco Salviati, Bartholomäus Spranger, Frans Francken, Gerrit Willemsz. Heda, Jacob Jordaens, Guido Reni, Johann Liss, Christian Wilhelm Dietrich und Phillip Loutherbourg.

Die vielseitige Sammlung der Galerie Neue Meister, deren Beginn eng mit der Kunstsammlung der oldenburgischen Großherzoge und dem Wunsch des Bürgertums nach einer – von den herzoglichen Vorlieben unabhängigen – Staatlichen Galerie Neuerer Malerei verknüpft ist, hat sich in mehr als 100 Jahren zu einer bedeutenden Sammlung von internationalem Niveau entwickelt. Als das Landesmuseum im Oldenburger Schloss eröffnete, war die „Moderne Galerie“ der Sammlung, mit Werken des Expressionismus, ein identitätsstiftender Teil des Museums. Im Laufe der Jahrzehnte entstand eine umfassende Kollektion vor allem deutscher Kunst, vom Klassizismus bis in die Gegenwart, die durch gezielte Ankäufe und großzügige Schenkungen weiter gewachsen ist. Von Carus und Spitzweg über Böcklin, Feuerbach, Liebermann, Slevogt, Corinth, Beckmann, Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff, Ernst und Radziwill bis zu Baumeister, Nay, Meistermann, Heisig und Stelzmann sind die bedeutenden Künstlerpositionen des 19. und 20. Jahrhunderts im Landesmuseum vertreten. Die Skulpturensammlung umfasst herausragende Werke von Eberlein, Archipenko, Wauer, Sintenis, Mataré, Kollwitz und anderen.

Rund 15.000 Blatt Handzeichnungen und Druckgrafik vom Klassizismus bis zur Gegenwart befinden sich in der Grafischen Sammlung des Landemuseums. Aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit können sie nicht ständig ausgestellt werden.

Die Abteilung Kulturgeschichte wurde 1990 eingerichtet mit dem Ziel, die materielle Kulturgeschichte des Oldenburger Landes in ihren vielfältigen Facetten, von der kirchlichen Kunst über das Handwerk und das Justizwesen bis zur Wohnkultur stärker als bisher in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen und darüber hinaus das Profil des Museums durch nationale und europäische Ausstellungen zu schärfen. Prägend für den Bestand dieser Abteilung ist die vielseitige historische Sammlung des 1923 eröffneten Landesmuseums, deren Grundstock die 1838 entstandene öffentlich zugängliche Großherzogliche Altertümersammlung mit etwa 2.300 Objekten ist. Weitere wichtige Ergänzungen der Bestände erfolgten 1937 durch die Waffensammlung des Herzogs Georg Ludwig (1855-1939) und 1954 durch die Staatliche Münzsammlung. Mittlerweile ist die Sammlung auf etwa 8.000 Gegenstände angewachsen, die aus allen Epochen und aus verschiedenen Regionen Europas, vor allem aber aus dem Oldenburger Raum stammen.
Die Dauerausstellung zur oldenburgischen Landesgeschichte im Oldenburger Schloss zeigt anhand von etwa 400 Objekten verschiedene Erscheinungsformen des Alltagslebens in der Region vom Mittelalter bis in die 1960er Jahre.

Der Grundstock der Sammlung Kunsthandwerk stammt aus dem ehemaligen Oldenburger Kunstgewerbemuseum (1886-1916). Dieses Museum, entstanden im Zeitgeist des Historismus, war seinerzeit als reine Vorbildsammlung für Handwerker konzipiert und nach Materialgruppen geordnet. Sammlungsziel war ein möglichst vollständiger Überblick über die Erscheinungsformen historischer Stile von der Gotik bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die Herkunft der Objekte spielte keine wesentliche Rolle. Eher seltene Proben heimischen Kunsthandwerkes wurden vielfach durch Objekte aus dem süd- oder westdeutschen Kunsthandel oder im Tausch mit anderen Museen ähnlicher Ausrichtung ergänzt. Heute bilden rund 7.000 Objekte aus Fayence oder Porzellan, Elfenbein, Textilien und Möbel die Kunstgewerbe-Sammlung. Sie stammen aus der Zeit des Hohen Mittelalters bis zur Gegenwart. Im Oldenburger Schloss werden rund 350 kunsthandwerkliche und Design-Objekte gezeigt, die das in allen kulturgeschichtlichen Epochen festzustellende Bemühen verdeutlichen, gewöhnliches Gebrauchsgut ästhetisch aufzuwerten und vorbildlich zu gestalten.

Mit der Sammlung Blechspielzeug des deutschen Cartoonisten und Malers Bernd Pfarr (1958-2004) und der Papiertheatersammlung des Dänen Helge Schenstrøm (1910-1988) präsentiert das Landesmuseum zwei Schwerpunkte der Spielzeugindustrie des frühen 20. Jahrhunderts. Dabei zeigt sich beim Künstler Pfarr, wie sehr seine Sammelleidenschaft vorzugsweise für Blechautos mit Aufziehmotor aus der Zeit von 1920-1935 auch auf sein künstlerisches Werk einwirkte. Währenddessen bietet Schenstrøms Papiertheatersammlung einen Einblick in die Spielwelt von Kindern des gehobenen Bürgertums im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Seit 2011 werden die vielfältigen Sammlungen des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg im Zuge systematischer Provenienzforschung auf ihre Herkunft und die Erwerbungszusammenhänge überprüft. Ermöglicht wurde dies zunächst durch Mittel des Landes Niedersachsen und später durch die Förderung des Bundes. Von den über 30.000 Kunstwerken und kulturhistorischen Objekten, die sich in den Sammlungen des Landesmuseums befinden, müssen rund 20.500 Exponate auf den Prüfstand gestellt werden. Bis heute konnten zahlreiche Werke und Objekte als dringende Verdachtsfälle identifiziert werden; zwei Objekte aus dem Bestand der kunstgewerblichen Sammlung waren bereits 2014 Gegenstand eines Restitutionsverfahrens und konnten an die Erben des niederländischen Kunst- und Antiquitätenhändlers Mozes Mogrobi zurückgegeben werden. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind die Recherchen zu den Gemälde-, Möbel- und Grafikbeständen sowie die Themen „Hollandmöbel“ und „Kunsthandel im Gau Weser-Ems“.

Zu den Objekten der Sammlung
Die Großherzogliche Gemäldegalerie Oldenburg
1804 erwarb Herzog Peter Friedrich Ludwig die Gemäldesammlung des Malers Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. Der Herzog ernannte Tischbein zum „Galerie-Inspector“, und gemeinsam erweiterten sie in den folgenden Jahrzehnten die Sammlung. Ab 1817 war die Gemäldegalerie im Schloss für Besucher geöffnet. 1867 übersiedelte die Großherzogliche Gemäldegalerie in das für diesen Zweck errichtete Augusteum. Großherzog Nikolaus Friedrich Peter baute die Sammlung beträchtlich aus und erwarb in Italien, Frankreich und Deutschland hochrangige Gemälde, die der Galerie zu internationalem Ruhm verhalfen. 1888 veröffentlichte Wilhelm Bode, der später zum einflussreichen Direktor der Königlichen Museen in Berlin avancierte, ein prunkvoll gestaltetes Galeriewerk über die Oldenburger Sammlung.
Mit dem Ende des Kaiserreichs und der erzwungenen Abdankung des Großherzogs 1918 wurde die Großherzogliche Gemäldegalerie zerschlagen. Nach gescheiterten Verkaufsverhandlungen brachte der ehemalige Großherzog rund 120 Gemälde in den Niederlanden zur Auktion, während der Freistaat Oldenburg die verbliebenen Werke erwarb und sie im neugegründeten Landesmuseum im Oldenburger Schloss ausstellte. Nur wenige der versteigerten Werke konnten später zurückerworben werden. Zahlreiche Gemälde gelangten in Museen und Privatsammlungen Europas und der Vereinigten Staaten. In einem zweijährigen Forschungsprojekt wurden von 2014–2016 die Bestände der Großherzoglichen Gemäldegalerie erstmals in ihrer Gesamtheit rekonstruiert. Zahlreiche der verkauften Gemälde wurden in Museen und im Kunsthandel ausfindig gemacht und gemeinsam mit den in Oldenburg verbleibenden Gemälden in einem Katalog auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft vereint. Zusätzlich ist eine Auswahl der besten Gemälde, sowohl der in Oldenburg ausgestellten als auch der verkauften Kunstwerke hier in einer digitalen Ausstellung wieder versammelt. Die ehemals der Großherzoglichen Gemäldegalerie zugehörigen Werke sind in historischen Fotografien in der Datenbank präsentiert.

Zu den Objekten der Sammlung
Oldenburger Theaterzettel
1833 begannen regelmäßige Theateraufführungen in Oldenburg. Aus privaten Anfängen entwickelte sich das Großherzogliche Hoftheater, das spätere Landestheater und heutige Oldenburgische Staatstheater. Zu jeder Aufführung wurden Programmzettel gedruckt, die sog. Theaterzettel. Theaterzettel kündigten eine Aufführung an und gaben Auskunft über das Stück, die Besetzung, den Kartenverkauf u.s.w. Theaterzettel sind heute eine der wichtigsten Quellen zur Theatergeschichte. Rund 20.000 dieser Theaterzettel des Oldenburger Theaters wurden digitalisiert und eröffnen erstmals einen Überblick über mehr als 100 Jahre Theatergeschehen in Oldenburg zwischen 1833 und 1945.

Die Digitalisierung der Oldenburger Theaterzettel ist ein Projekt des Kulturrates Oldenburg und wird gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und von der Stadt Oldenburg. Im Kulturrat Oldenburg arbeiten unter Leitung des MWK und der Oldenburgischen Landschaft die Kultureinrichtungen der Stadt Oldenburg und des Landes im Oldenburger Land zusammen.

Die Digitalisierung der Theaterzettel und die dauerhafte Online-Präsentation erfolgt durch die Landesbibliothek Oldenburg. Die Originale wurden freundlicherweise von folgenden Einrichtungen zur Verfügung gestellt: Stadtarchiv Oldenburg, Niedersächsisches Landesarchiv, Standort Oldenburg, Landesbibliothek Oldenburg, Stadtmuseum Oldenburg, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, Stadtarchiv Braunschweig.

Zu den Objekten der Sammlung