Stadtmuseum Einbeck



Das Stadtmuseum, 1894 als städtische Altertumssammlung gegründet, befindet sich seit 1970 in einem repräsentativen Patrizierhaus von 1549. Nach dem großen Stadtbrand von 1540 wurden von wohlhabenden Kaufleuten und Ratsherren solche Häuser noch in spätgotischer Ständerbauweise mit Erker oder Utlucht errichtet. Das Nachbarhaus aus dem 18. Jahrhundert beherbergt das RadHaus, eine moderne interaktive Ausstellung zur Fahrradgeschichte.



Die Sammlungen repräsentieren die Geschichte der Stadt Einbeck und ihres Umlandes, beginnend mit der Ur- und Frühgeschichte. Die seit über 20 Jahren kontinuierlich erforschte mittelalterliche Stadtgeschichte hat mit herausragenden Befunden und Funden Einbeck zu einem Referenzort der mittelalterlichen Archäologie werden lassen. Die Geschichte des Einbecker Bieres, eine herausragende numismatische Sammlung sowie Sammlungen zu besonderen Handwerken (Gold- und Silberschmiede, Zinngießer, Blaudruck, Tapetendruck bzw. Formstecherei sowie Fahrradproduktion und Versandhandel (August Stukenbrok) geben der Wirtschaftsgeschichte Einbecks ein charakteristisches Gepräge. Gesellschaftliche Entwicklung und Repräsentation wird beispielhaft in den mittelalterlichen Nachbarschaften, der frühneuzeitlichen Ständegesellschaft und der Zuwanderung und Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg sichtbar.


Adresse:


Stadtmuseum Einbeck

Auf dem Steinwege 11/13
37574 Einbeck
Telefon: +49(05561)971710
museum@einbeck.de
www.stadtmuseum-einbeck.de
Museumsinformationen des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen e.V.
www.mvnb.de/museumssuche/
detail/museum/stadtmuseum-einbeck-mit-radhaus/




Digitale Sammlungen


Sammlung Alltagskultur Sammlung Bäcker- und Konditorhandwerk
Gegenstände der Alltagskultur haben bereits seit der Gründung des Museums Eingang in die Sammlung gefunden. Die Bestände des 17. bis 19. Jhs., überwiegend Geschenke aus Wertschätzung für das Alte, machen allerdings den kleineren Teil dieser Sammlung aus. Ende des 20. Jh. wurde die Sammeltätigkeit zur Alltagskultur intensiviert, allerdings geraten nun vor allem Dinge in den Blick, die andernfalls entsorgt würden. Es handelt sich überwiegend um Gegenstände des späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jh. aus allen Lebens- und Tätigkeitsbereichen.

Zu den Objekten der Sammlung
Eine der einflussreichsten Einbecker Gilden seit dem Mittelalter ist die Bäckergilde. Neben repräsentativen Objekten der Zunft stammt aus dem Altbestand des Museums eine reiche Sammlung an Gebäck- und Konditormodeln aus mehreren Jahrhunderten, teilweise mit Seltenheitswert.

Zu den Objekten der Sammlung
Sammlung Brillen, optische Geräte und Fototechnik Sammlung Einbecker Biergeschichte
Optische Geräte in der Einbecker Sammlung dienten meist zur Unterhaltung, seltener medizinischen oder wissenschaftlichen Zwecken. In Zeiten vor der Erfindung von Kino und Fernsehen waren Panoramen, Stereoskope und Kaleidoskope bewunderte Attraktionen. In der ersten Hälfte des 20. Jh. wurde die Fotografie als privates Medium entdeckt, Hilfsmittel im Taschenformat entstanden. Eine größere Sammlung von Brillen des 19. und 20. Jh. spiegelt Brillenentwicklung und -mode der ländlichen und städtischen Bevölkerung wider.

Zu den Objekten der Sammlung
Seit dem 13. Jahrhundert wird in Einbeck Bier gebraut und getrunken. Das Braurecht war nicht an Personen, sondern an das Haus bzw. die Parzelle geknüpft. Üblich war das Reihebrauen im Winterhalbjahr. Erstmals im 18. Jh. und nochmals im 19. Jh. nahm eine städtische, zwischenzeitlich auch private Brauerei ihren Betrieb auf, die Einzelbraurechte wurden abgelöst. Zwar sind die historischen Brau-Gerätschaften längst verloren, aber historische Trinkgefäße, Flaschen und Zubehör für gesellige Ereignisse (z.B. Nachbarschaftsfeste) bilden eine noch wachsende Sammlung im Stadtmuseum ab.

Zu den Objekten der Sammlung
Sammlung Einbecker Nachbarschaften Sammlung Einbecker Zinn
Seit dem Mittelalter waren sie ein wichtiges Instrument städtischer Organisation: die Anwohner einer Straße waren verpflichtet, gemeinschaftlich Brandschutzaufgaben zu übernehmen, Brunnen zu pflegen oder einen Abschnitt der Stadtbefestigung zu unterhalten oder zu verteidigen. Zu Pfingsten kam man auf der Straße zum großen Fest zusammen. Rituale und feste Organisationsstrukturen prägten die Gemeinschaft bis zum Anfang des 20. Jh.

Zu den Objekten der Sammlung
Vom Ende des 16. Jh. bis Ende des 19. Jh. waren zahlreiche Meister in Einbeck tätig, teilweise in Generationenfolge. Eine eigene Gilde gab es nicht. Eine Serie großer Deckelpokale mit Relief-Friesen in sächsisch-böhmischer Tradition steht am Beginn der Überlieferung um 1600 und gilt als Rarität. Im 18. Jh. arbeiten die Zinngießer in der für kleinere Landstädte typischen Weise. Von der Mitte des 19. Jh. an verliert das Handwerk seine Existenzgrundlage und wird für deutsche Handwerker unattraktiv. In Einbeck füllen für einige Jahrzehnte zugewanderte Zinngießer aus Oberitalien die Lücke.

Zu den Objekten der Sammlung
Sammlung Fahrradgeschichte Sammlung Hauben und Hüte
Die Fahrradsammlung des Stadtmuseums ist aus einer privaten Schenkung hervorgegangen, die seither stark ergänzt wurde. Die Sammlung umfasst Fahrräder vom 19. bis späten 20. Jh. sowie zahlreiches Zubehör. Ein besonderes Sammelgebiet sind Produkte aus dem Versandhaus August Stukenbrok Einbeck (1890-1932), der zunächst nur Fahrräder und ihr Zubehör vertrieb, später aber einen umfassenden Versandhandel nach amerikanischem Vorbild aufbaute.

Zu den Objekten der Sammlung
Hauben gehören über Jahrhunderte zur weiblichen Kleiderordnung des ländlichen und kleinstädtischen Raumes. Sie bändigen das Haar, geben Auskunft über den sozialen Status der Trägerin und sind schmückendes Accessoire. Hüte und Kappen für Frauen und Männer erfüllen im 19. und 20. Jh. ähnliche Funktionen.

Zu den Objekten der Sammlung
Sammlung Keramik/Steingut/Porzellan Sammlung Feuer und Licht
Die Sammlung umfasst urgeschichtliche, mittelalterliche und (früh-)neuzeitliche Haushaltskeramik. Neolithische Keramik stammt u.a. von den Erdwerken und Totenhütten der Region. Neben einem großen Bestand aus der Töpfereiwüstung Bengerode bei Fredelsloh sind Spruchteller und -schüsseln aus Fredelsloh hervorzuheben. Steingut und Porzellan ergänzt bzw. ersetzt im 19. Jh. das ländliche und städtische Geschirrinventar.

Zu den Objekten der Sammlung
Bereits vom Beginn der musealen Sammeltätigkeit in Einbeck stammt ein Bestand von Leuchten, Lampen und Leuchtern aus dem bürgerlichen und bäuerlichen Umfeld sowie Handwerker- und Arbeiterbereich. Die Zeitspanne reicht vom 17. bis 20. Jahrhundert.

Zu den Objekten der Sammlung
Sammlung Malerei Sammlung Möbel
Das Stadtmuseum besitzt eine kleine Gemäldesammlung, beginnend mit repräsentativen Portraits standesbewusster Familien des 19. Jh., u.a. von Carl Greger. Aus dem 20. Jh. bewahren wir u.a.Werke der Spätimpressionisten Kurt Hensel und Richard Seiffert-Wattenberg, des Spätexpressionisten Franz Cestnik und mehrerer regionaler Kunstmaler.

Zu den Objekten der Sammlung
Eine kleine feine Sammlung von Möbeln ist trotz wechselvoller Museumsgeschichte erhalten geblieben. Sie umfassen mehrere Jahrhunderte Einbecker (Familien-) Geschichte (16.-20. Jh.).

Zu den Objekten der Sammlung
Sammlung Münzgeschichte Sammlung Pharmaziegeschichte
Die Stadt Einbeck besaß vom 1. Drittel des 15. Jh. an für fast 300 Jahre das Münzrecht. Die Gepräge der eigenen Münze sind fast vollständig im Stadtmuseum vorhanden. Ergänzt wird die Sammlung durch 73 Münzstempel aus der Zeit von 1500 bis 1674. Nach Lüneburg kann damit Einbeck die meisten erhaltenen Münzstempel einer niedersächsischen Stadt aufweisen.

Zu den Objekten der Sammlung
Als zeitweiliger Wohn- und Arbeitsort des weltberühmten Morphiumentdeckers Friedrich Wilhelm Sertürner ist Einbeck der Geschichte seiner Entdeckungen verpflichtet. Ebenso gilt das Sammlungsinteresse der Geschichte der Einbecker Apotheken, insbesondere der langjährig einzigen Apotheke vor Ort, der Ratsapotheke. Aus unterschiedlichsten Herkünften stammen Sammlungsobjekte, die ein Licht auf die Therapiemöglichkeiten und die Verordnungspraxis des frühen 20. Jh. werfen.

Zu den Objekten der Sammlung
Sammlung Städtische Selbstverwaltung Sammlung Blaudruck, Tapeten und Formstecherei
Einbeck erhielt wahrscheinlich durch Heinrich den Löwen städtische Privilegien und legte durch die Jahrhunderte – mit zeitweiligen Unterbrechungen – großen Wert auf seine Selbständigkeit. Entsprechend wurden bereits bei der Gründung des Museums repräsentative und funktionale Objekte eingeliefert, die das städtische Selbstverständnis illustrieren.

Zu den Objekten der Sammlung
In Einbeck existiert bis heute die am längsten kontinuierlich betriebene Schwarzfärberei und Blaudruckerei in Deutschland (seit 1638). Model, Werkstattzubehör und Textilien geben Einblick in die Entwicklung. Damit verbunden ist die Formstecherei. Einbeck war bis 1980 deutschlandweit das Zentrum dieses nahezu ausgestorbenen Handwerks.

Zu den Objekten der Sammlung
Sammlung Spielzeug Sammlung Verpackungen
Die Spielzeugsammlung ist aus verschiedenen Schenkungen seit den 1990er Jahren zusammengetragen worden. Die Objekte stammen aus Einbecker Haushalten mit Beständen des späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jh. Dabei sind Spielzeuge aus bürgerlichen und Arbeiter-Haushalten vertreten. Wenige Objekte sind jünger und stehen mit der 2006 neu aufgestellten Fahrradsammlung im Zusammenhang.

Zu den Objekten der Sammlung
In den Anfängen des Stadtmuseums wurden die Sammlungen in vielfältigen Behältnissen aufbewahrt: vor allem in Verpackungen für Rauchwaren, aber auch in zahlreichen Schachteln für Nahrungs- und Genussmittel. Daraus entstand ein eigener gezielt aufgebauter Sammlungsschwerpunkt mit Einbeck-Bezug (Einzelhandel).

Zu den Objekten der Sammlung
Sammlung Musikalien und Instrumente Sammlung Festtagskultur
Schon der Versandhändler August Stukenbrok hatte Grammophone und Schallplatten im Sortiment, entsprechend ist in den letzten Jahrzehnten eine kleine, weitgehend abgeschlossene Sammlung entstanden.

Zu den Objekten der Sammlung
Zahlreiche Museumsobjekte sind Zeugnisse zeitgebundener, ritualisierter Feiertage im Jahresablauf. Hier sind vor allem Weihnachtsschmuck, Fotos von familiären Feiern und anlass-spezifische Geschenke (Taufe, Konfirmation, Hochzeit) erhalten.

Zu den Objekten der Sammlung
Sammlung Stadtgeschichte Sammlung Archäologie / Geologie
Das Stadtmuseum hat seit seinem Bestehen den Wandel der Stadt, sowohl baulich-architektonisch als auch kulturell und gesellschaftlich, fotografisch dokumentiert. Neben den absichtsvoll erfassten Motiven und Ansichten gibt es zahlreiche Einblicke in die zeittypischen Moden und die Befindlichkeit der Bewohner.

Zu den Objekten der Sammlung
Die geologische und archäologische Sammlung entstand entsprechend dem Museumsverständnis der Gründungszeit zwischen 1895 und 1950. Sammelfunde und einzelne Ausgrabungen bilden den Grundstock, der seit 1991 durch eine kontinuierliche, hauptamtliche Stadtarchäologie mit einem eigenen Magazin fortgesetzt wird.

Zu den Objekten der Sammlung

Zeiträume der Objekte