Oberharzer Bergwerksmuseum



Das Museum für Technik und Kulturgeschichte und UNESCO-Welterbe Infozentrum wurde 1892 als „Oberharzer Museum“ gegründet und war bis 1972 das Museum des Kreises Zellerfeld. Seit 1929 eingerichtete Ausstellungshäuser mit Schaubergwerk und Freilichtmuseum vermitteln die Arbeits- und Lebenswelt einer Bevölkerung, deren alleinige Lebensgrundlage der Bergbau auf silberhaltige Erze war.



Aufgebaut in über 120 Jahren ehrenamtlicher und professioneller Museumsarbeit ist es das zentrale Museum für die Kulturgeschichte der sieben freien Bergstädte des Oberharzes. Schwerpunkte der reichen Sammlung zur Montankultur sind historische Technikmodelle der Bergschule und Bergakademie – heutigen TU-Clausthal, bergmännische Kunst und Kultur, Schausilber, Münzen und Mineralien. Schriftgut und eine bedeutende Sammlung Spezialliteratur enthält die Harzbibliothek. Eine Gemälde- und Grafiksammlung bildet zusammen mit bis in die 1860er Jahre zurückreichenden Fotografien und Negativplatten ein umfassendes Bildarchiv des Harzes.


Seit 1985 betreut das Museum Bergwerksanlagen und Montandenkmale, die seit 2010 Teil des UNESCO-Welterbes im Harz sind. 2009-2016 ist es mit dem Qualitätssiegel „Registriertes Museum“ zertifiziert. Das traditionsreiche Haus im Eigentum der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld wird seit 2014 durch die Stiftung Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft betrieben.


Adresse:


Oberharzer Bergwerksmuseum

Bornhardtstraße 16
38678 Clausthal-Zellerfeld
Telefon: +49(0)5323-98950
info@oberharzerbergwerksmuseum.de
www.oberharzerbergwerksmuseum.de
Museumsinformationen des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen e.V.
www.mvnb.de/museumssuche/
detail/museum/das-oberharzer-bergwerksmuseum/




Digitale Sammlungen


Allgemeine Sammlung Achenbachs Sammlung Bergmännische Altertümer 1885
In der über 120jährigen Geschichte des Oberharzer Museums hatten leitende Bergbeamte, unter ihnen auch ein Berghauptmann, bis in die 1990er Jahre den Vorsitz inne. Dies führte zum umfangreichsten Sammlungsbestand für die Harzer Bergbaugeschichte. Zusätzlich stiften seit 1892 zahllose Bürgerinnnen und Bürger der Bergstädte sowie Freunde des Oberharzes eine Vielzahl von Objekten, die den Harz und seine Ortsgeschichten in allen Facetten spiegeln.

Zu den Objekten der Sammlung
Der Clausthaler Berghauptmann Adolf Achenbach (1825-1903) initierte die Musealisierung des Harzer Bergbaus. Am 10. Juni 1884 wies er sämtliche Berginspektionen an, auf den Werken "bergbauliche oder hüttenmännische, interessante Alterthumsfunde“ zu sichern und einzusenden. Inspiriert durch einen Aufruf in der Zeitschrift „Der Berggeist“ richtete das Oberbergamt Clausthal eine Sammelstelle zur „Begründung eines Bergbau-Alterthumsmuseums“ ein. Die auf Grund dieses Aufrufs 1885 zusammen getragenen „Bergbaualterthümer“ gehören heute zu den altehrwürdigsten Exponaten des daraufhin 1892 gegründeten Oberharzer Museums in Zellerfeld.

Zu den Objekten der Sammlung
Berg- und hüttenmännische Tracht und Uniform Bergmännisches Geleucht
Hineingeboren in ein Bergmannsleben wurde manchmal schon ein Säugling ins Berghabit gekleidet. Bergjacke, Mooskappe, Froschlampe und Häckelstock trug der spätere Hüttenreuter Johann Carl Julius Borkenstein bei seiner Taufe am 5.3.1702. Das Taufkleid gehört zu den ältesten und wertvollsten Stücken dieser Art. Die Harzer Bergmannstracht mit typischer Mooskappe aus grünem Wollfilz, Arschleder und schmuckem Koppelschloss ist in der Grafik oder in Reiseberichten vielfach überliefert, als Sachkultur des 18. Jahrhunderts jedoch real kaum überliefert. Dienstuniformen der westfälischen, hannoverschen und ab 1866 preußischen Bergbeamten bezeugen die vielstufige Ranghierarchie im Oberharzer Bergwerksstaat. Diesen nachempfundene Berguniformen der Bergmannsvereine, die als älteste in Deutschland seit der Revolution von 1848 im Oberharz bestehen, oder Bergkittel Clausthaler Bergschüler und Studenten bereichern den Fundus bis heute.

Zu den Objekten der Sammlung
Das Oberharzer Bergwerksmuseum besitzt die umfangreichste Museumssammlung originaler Harzer Grubenlampen. Besondere Schmuckstücke sind Ehrengeleuchte, die Bergleuten aus besonderem Anlass verliehen wurden, etwa für den lebensgefährlichen Rettungseinsatz beim Brand der Grube Regenbogen im Oktober 1848, zur Fertigstellung des Ernst-August-Stollens 1864 oder 1882 des Kaiser-Wilhelm-Schachtes. Bei den "gefahrenen" bergmännischen Geleuchten könnte jedes Licht seine eigene Geschichte erzählen, eng verbunden mit dem Berufsleben des Bergmannes. Handgefertigt tragen sie oft Initialen ihres Besitzers oder das Herstellungsjahr. Geleuchte aus anderen Revieren oder elektrische Grubenlampen bilden zwar einen guten Teil der Sammlung im Magazin, werden aber nur zum Vergleich ausgestellt.

Zu den Objekten der Sammlung
Bergmännisches Gezähe Bergmännisches Kunsthandwerk
Gezähe, früher auch kurz Gezäh, ist der bergmännische Ausdruck für alle zur Bergarbeit benötigten Werkzeuge und Arbeitsgeräte. Die ältesten Stücke enthält bereits die Sammlung von Berghauptmann Achenbach. Seit der Museumsgründung 1892 bis heute kam eine große Zahl seltener Originalwerkzeuge hinzu, oft als Schenkungen aus dem Nachlass von Bergleuten und ihren Nachkommen.

Zu den Objekten der Sammlung
Weniger verbreitet als im Erzgebirge entstanden auch im Oberharz markante Objekte bergmännischen Kunsthandwerks. Die sogenannte gläserne oberharzer Bergkanne von 1696, prachtvoll mit vielfigurigen Szenen aus dem Bergmannsleben dekoriert, entstand zwar vermutlich in Böhmen, befand sich aber im Zechenhaus der Grube Ring- und Silberschnur im Bergrevier Zellerfeld. Einfacheren Ansprüchen genügten Schnapsflaschen mit bergmännischen Motiven. Handsteine, Geduldsflaschen, Kasten- oder Buckelbergwerke fertigten oft Berginvaliden in Heimarbeit. Wie einst auf Jahrmärkten oder in bergstadtbürgerlichen Wohnstuben dienen sie heute Museumsgästen zur Schaulust.

Zu den Objekten der Sammlung
Geschirr, Glas, Keramik, Porzellan Modellsammlung
Objekte aus Glas und Keramik waren zwar nie Schwerpunkt der Museumssammlung, spielten dennoch darin keine geringe Rolle. Exzellent sind etwa Fürstenberger Porzellantassen, die Dekorateur Schierholz in Clausthal bzw. Osterode um 1850 für betuchte Harzreisende mit Ortsansichten bemalte. Die ehemals Herzoglich-Braunschweigische Porzellanmanufaktur Fürstenberg fertigte auch Figurengruppen mit bergmännischen Motiven. Nicht weniger bemerkenswert sind Kakaokannen, die der japanische Kaiser 1908 dem aus Clausthal gebürtigen Robert Koch schenkte oder eine frühe Kollektion Bierhumpen des 18. Jahrhunderts.

Zu den Objekten der Sammlung
Historische Technikmodelle bilden den bedeutendsten Bestand innerhalb der montankundlichen Sammlung des Oberharzer Museums. Das älteste Modell, die Winterschmidtsche Wassersäulenmaschine von 1747, entstand sogar vor der danach gefertigten Originalmaschine. Die Mehrzahl entstammt den Modellkammern in Bergschule und Bergakademie, der heutigen TU Clausthal. Aufwändige Landschaftsmodelle schufen Bergbaufachleute wie der Markscheider Oscar Langer im Oberbergamt Clausthal eigens zur Neueröffnung des Museums 1929. Die Modellsammlung vermittelt sowohl historisch als auch maßstäblich eine getreue Vorstellung vom Stand der Bergmaschinentechnik des 18. bis frühen 20. Jahrhunderts. Von den rund 100 Sammlungsstücken kann jedoch nur ein kleiner Teil in der Ausstellung präsentiert werden.

Zu den Objekten der Sammlung
Silber und Münzwesen
Ziel des Oberharzer Bergbaus war die Gewinnung von Silber aus silberhaltigen Bleierzen. In Münzstätten der Oberharzer Bergstädte geprägtes Geld, Ausbeutetaler oder Medaillen werden seit Gründung des Museums gesammelt. Vom Münzwesen zeugen auch Silberwaagen, wie die aus dem Clausthaler Zehntgebäude von 1744, ebenso Prägestöcke, Geldtruhen oder das Zellerfelder Münzgewand, welches das Niedersächsische Landesmuseum Hannover im Original aufbewahrt. Hinzu kommen Prunk- und Schausilbergefässe, wie eine Replik der silbernen Bergkanne der Clausthaler Knappschaft von 1752 oder der Silberschatz des Magistrats der Freien Bergstadt Zellerfeld.

Zu den Objekten der Sammlung