Niedersächsisches Landesarchiv



Das Niedersächsische Landesarchiv (NLA) ist als Landesoberbehörde des Landes Niedersachsen zuständig für die Aufbewahrung unikaten schriftlichen Kulturgutes des Landes und seiner Rechts- und Funktionsvorgänger, dem aufgrund seiner rechtlichen oder historischen Bedeutung ein bleibender Wert zukommt. Das NLA übernimmt archivwürdiges Schriftgut der Behörden und Gerichte des Landes und restauriert, konserviert und erschließt es für die Benutzung.



Derzeit umfassen die Bestände des NLA mehr als 96 laufende Regalkilometer Akten und Amtsbücher, 120.000 Urkunden sowie 315.000 Karten, Pläne und Plakate. Das NLA hat seinen Sitz in Hannover. Weitere Standorte befinden sich in Aurich, Bückeburg, Oldenburg, Osnabrück, Stade und Wolfenbüttel sowie Clausthal (Bergarchiv). Die Standorte des NLA verfügen über Benutzersäle mit modern ausgestatteten Arbeitsplätzen, an denen das Archivgut des Landes durch die interessierte Öffentlichkeit eingesehen werden kann, sofern es der Erhaltungszustand der Unterlagen erlaubt und datenschutzrechtliche Einschränkungen nicht entgegenstehen.

Benutzer erhalten eine umfassende Beratung. Auf schriftliche Anfragen von Wissenschaftlern, Familienkundlern und heimatgeschichtlich Interessierten erteilen die Standorte gern Auskünfte zu ihren Archivbeständen. Die Erschließungsinformationen zu den Beständen sind darüber hinaus großenteils im Internet recherchierbar. Dort können Archivalien auch zur persönlichen Benutzung im Archiv online bestellt werden.


Adresse:


Niedersächsisches Landesarchiv

Am Archiv 1
30169 Hannover
Telefon: +495111206601
poststelle@nla.niedersachsen.de
www.nla.niedersachsen.de




Archivinformationssystem Niedersachsen
www.arcinsys.niedersachsen.de/
arcinsys/detailAction?detailid=a3




Digitale Sammlungen


Handschriften und Briefe Amtsbücher
Die Handschriftensammlungen des Niedersächsischen Landesarchivs umfassen eine Vielzahl unterschiedlichter Chroniken, liturgischer Bücher und Rechtssammlungen vor allem des Mittelalters. Dazu gehören zum Beispiel die bedeutenden Aufzeichnungen zum friesischen Recht - der so genannte Brokmerbrief und das Asegabuch - ein Reliquienverzeichnis des Doms in Osnabrück, die Steterburger Annalen sowie mehrere liturgische Handschriften des Stifts St. Blasien in Braunschweig. Briefe geben als Zeugnisse privaten Ursprungs Einblicke in persönliche Beziehungen und Befindlichkeiten, mitunter auch in die große Politik ihrer Zeit. Unter den digitalisierten Briefen des Niedersächsischen Landesarchivs finden sich so unterschiedliche Dokumente wie der Briefwechsel zwischen Kaiserin Katharina II. von Russland und Peter Friedrich Ludwig von Oldenburg, die Korrespondenz des Grafen Ernst zu Holstein-Schaumburg mit dem Bildhauer Adriaen de Vries und eine Sammlung von Briefen von Johann Wolfgang von Goethe.

Zu den Objekten der Sammlung
Aus der umfangreichen Sammlung von Amtsbüchern, die das Niedersächsische Landesarchiv bewahrt, werden hier zwei Stücke präsentiert, ein Register der Westphälischen Polizeit mit Vermerken über verdächtige Braunschweiger Bürger aus dem Jahr 1813 sowie ein vollständiges Verzeichnis aller beim Stadtgericht in Emden von 1510 bis 1557 anhängigen Klagen.

Zu den Objekten der Sammlung
Druckschriften
Unter den Druckschriften des Niedersächsischen Landesarchivs befinden sich ein Stück aus der Frühzeit des Buchdrucks, der Bericht des Ulrich von Dornum über das Religionsgespräch zu Oldersum aus dem Jahr 1526, sowie ein 1622 gedrucktes Exemplar des "Aviso", der ältesten Wochenzeitung der Welt, die von 1609 an in Wolfenbüttel erschien.

Zu den Objekten der Sammlung
Urkunden und Siegel Karten, Kartenwerke, Pläne und Zeichnungen
Bei den digital erfassten Urkunden des Niedersächsischen Landesarchivs handelt es sich um Fürsten- und Bischofsurkunden, Stiftungen und Privilegierungen. Das älteste Stück, eine Urkunde von König Ludwig dem Deutschen aus dem Staatsarchiv Stade, datiert in das Jahr 849 und betrifft die Verleihung der Immunität an die bischöfliche Kirche St. Andreas in Verden. Die Urkunden dokumentieren nicht nur die mittelalterliche Geschichte großer niedersächsischer Klöster und Stifte, sondern sind, wie das Privileg Kaiser Friedrich Barbarossas für das Kloster St. Michael in Lüneburg, auch von wirtschaftsgeschichtlicher Bedeutung.

Zu den Objekten der Sammlung
Die historischen Karten des Niedersächsischen Landesarchivs dokumentieren historische Territorien und Liegenschaften, darunter auch die niedersächsische Nordseeküste wie beispielsweise die Lage und das Aussehen der Nordseeinsel Juist zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Der Harzatlas, ein Kartenwerk aus der Zeit um 1680, beschreibt auf der Basis exakter Vermessung detailliert die historischen Gegebenheiten des niedersächsischen Mittelgebirges. Des Weiteren finden sich hier Zeichnungen und Pläne historischer Festungen, Schlösser und Bürgerhäuser.

Zu den Objekten der Sammlung
Plakate und Flugblätter Fotos und Fotoalben
Politische Plakate wie Wahlplakate aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geben einen Einblick in die (partei)politische Propaganda jener Zeit. Das Niedersächsische Landesarchiv verwahrt zahlreiche Plakate, von denen einige digital präsentiert werden. Andere Plakate sind von sozialgeschichtlich hohem Wert. So dokumentiert der auf Plakaten beworbene Kauf von Moorkolonaten und Arbeiterheimen in Wiesmoor die systematisch betriebene Fehnkolonisation und die Situation der Moorarbeiter in der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Zu den Objekten der Sammlung
Aus den umfangreichen Bildgutsammlungen des Niedersächsischen Landesarchivs werden hier ausgewählte Fotos aus dem späten 19. und 20. Jahrhundert präsentiert. Die Aufnahmen dokumentieren u. a. die ostfriesischen Moorkolonien im ausgehenden 19. Jahrhundert und die Wohnsituation der Kolonisten. Andere historische Fotos stellen die im Zweiten Weltkrieg entstandenen Bombenschäden in den Städten Osnabrück und Stade in eindrucksvoller Weise dar.

Zu den Objekten der Sammlung
Akten Sonstiges
Akten der Frühen Neuzeit und des 19. und 20. Jahrhunderts bilden den größten Anteil unter den Archivalien im Niedersächsischen Landesarchivs. Von den umfangreichen Beständen werden ausgewählte Stücke digital präsentiert, die wichtige Aspekte der jüngeren niedersächsischen Geschichte dokumentieren: Akten zum Brand der Bückeburger Synagoge nach den Novemberprogromen 1938, zur Gründung des Landes Niedersachsen, zur Situation der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg, zur ehemaligen innerdeutschen Grenze und zur Geschichte des Volkswagenwerks.

Zu den Objekten der Sammlung
Besondere Stücke aus dem Niedersächsischen Landesarchiv, die sich keiner der anderen Archivaliengruppen zuordnen lassen, finden sich hier, darunter ein Buch mit Blaudruckmustern aus einer Stader Textildruckerei, Geheimschriften aus einer Kuriosasammlung Herzog Augusts II., ein Behältnis mit Kerbhölzern, Beispiel einer alten Buchhaltungstechnik, schließlich ein als Diptychon ausgeführter Holzrahmen mit den "Articuli" des Land- und Bürgergerichts im Amt Königslutter.

Zu den Objekten der Sammlung
Oldenburger Theaterzettel
1833 begannen regelmäßige Theateraufführungen in Oldenburg. Aus privaten Anfängen entwickelte sich das Großherzogliche Hoftheater, das spätere Landestheater und heutige Oldenburgische Staatstheater. Zu jeder Aufführung wurden Programmzettel gedruckt, die sog. Theaterzettel. Theaterzettel kündigten eine Aufführung an und gaben Auskunft über das Stück, die Besetzung, den Kartenverkauf u.s.w. Theaterzettel sind heute eine der wichtigsten Quellen zur Theatergeschichte. Rund 20.000 dieser Theaterzettel des Oldenburger Theaters wurden digitalisiert und eröffnen erstmals einen Überblick über mehr als 100 Jahre Theatergeschehen in Oldenburg zwischen 1833 und 1945.

Die Digitalisierung der Oldenburger Theaterzettel ist ein Projekt des Kulturrates Oldenburg und wird gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und von der Stadt Oldenburg. Im Kulturrat Oldenburg arbeiten unter Leitung des MWK und der Oldenburgischen Landschaft die Kultureinrichtungen der Stadt Oldenburg und des Landes im Oldenburger Land zusammen.

Die Digitalisierung der Theaterzettel und die dauerhafte Online-Präsentation erfolgt durch die Landesbibliothek Oldenburg. Die Originale wurden freundlicherweise von folgenden Einrichtungen zur Verfügung gestellt: Stadtarchiv Oldenburg, Niedersächsisches Landesarchiv, Standort Oldenburg, Landesbibliothek Oldenburg, Stadtmuseum Oldenburg, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, Stadtarchiv Braunschweig.

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